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Reimund Reifenrath erhielt Bundesverdienstkreuz am Bande

Die Bundesrepublik Deutschland würdigte mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande die besondere jahrzehntelange Arbeit für die Allgemeinheit von Reimund Reifenrath aus Mittelhof. Die Feierstunde im Europasaal in Wissen zeigte, dass hier ein Mann den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland im wahrsten Sinne des Wortes "verdient" hat.
Reimund Reifenrath erhielt Bundesverdienstkreuz am Bande

Das Bundesverdienstkreuz am Bande erhielt Reimund Reifenrath vom Präsidenten der SGD Nord, Uwe Hüser,(rechts) verliehen. Bürgermeister Michael Wagener (links) hatte zur Feierstunde in den Europasaal eingeladen. Fotos: Helga Wienand

Wissen. Den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, das Bundesverdienstkreuz am Bande, wurde in einer Feierstunde Reimund Reifenrath aus Mittelhof vom Präsidenten der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, Uwe Hüser, im Auftrag des Bundespräsidenten Christian Wulf verliehen.
Der Europasaal in Wissen bildete den würdigen Rahmen für die Feierstunde, denn auch dieser Raum zeugt vom besonderen Wirken des Ordensträgers. Bürgermeister Michael Wageners Gruß galt den geladenen Gästen, Landrat Michael Lieber, den Abgeordneten Thorsten Wehner und Dr. Peter Enders, Pfarrer Martin Kürten, Ortsbürgermeister Franz Cordes, der Familie und den langjährigen Weggefährten Reifenraths.

Reimund Reifenrath lebt seit früher Jugend ein Leben für die Allgemeinheit, die Liste seiner Aktivitäten im ehrenamtlichen Dienst ist lang. Es zeigte sich in der Laudatio von Uwe Hüser allzu deutlich, dass hier ein Mann den Orden erhielt, der ihn wahrlich verdient hat. Begonnen hat das außerberufliche Wirken Reifenraths in der Heimatgemeinde Mittelhof nach Kriegsende, wo die Jugendarbeit in katholischen Pfarrgemeinde neue Impulse erhielt. Der Lehrer und einstige Schulleiter der Wissener Grundschule setzte für ehrenamtliche Arbeit hohe Maßstäbe, die so kaum noch wiederholbar sind. 60 Jahre Sänger im MGV „Glück Auf“ Steckenstein, 39 Jahre war Reifenrath Vorsitzender des Vereins, heute ist er Ehrenvorsitzender. Tätigkeiten im Lehrerverband, die Bildungsreisen, die Reimund Reifenrath 36 Jahre lang im Landkreis organisierte und durchführte sind legendär und unvergessen.
In der Kommunalpolitik ist die CDU die politische Heimat, 14 Jahre als Ortsbürgermeister in Mittelhof tätig, gab er der Ortsgemeinde ein schönes und prägnantes Gesicht. Seine Arbeit im Verbandsgemeinderat war hochgeschätzt, nicht nur in den langen Jahren als Ortsbürgermeister verpasste er keine Sitzung, auch eine Legislaturperiode als Ratsmitglied wirkte Reifenrath zum Wohle seiner Heimat.
Als der Landkreis und die Stadt Wissen die Partnerschaft mit der polnischen Region Krapkowice ins Auge fassten und dann feierlich unterzeichneten, ließ sich Reifenrath anstecken. Er wurde zum Motor für die Partnerschaft mit dem Ort Pietna im polnischen Landkreis. 2003 folgte die feierliche Unterzeichnung der Urkunden in Mittelhof.
Die langjährige Arbeit im Pfarrgemeinderat wurde gewürdigt, und die Gründung des Fördervereins für den Erhalt des Jugendheimes in Mittelhof. Auch hier hatte Reifenrath schnell gehandelt, als klar wurde, dass das Bistum den kleinen Pfarrgemeinden kein Geld mehr zur Verfügung stellen wird. Die Heimat und die Aufarbeitung der Geschichte beschäftigen den Ordensträger bis heute, ein neues Buch zu Kirchengeschichte Mittelhofs ist fertig und geht in Kürze in Druck.

Die Glückwünsche des Landkreises und der kommunalen Familie sprach Landrat Michael Lieber aus. Er würdigte die Verdienste des Lehrers a.D. in der beruflichen Lebensgeschichte, aber auch das „kommunalpolitische Urgestein“ Reifenrath. Er sei ein Vorbild für die besondere Arbeit der Ortsbürgermeister, die als „Kümmerer“ für alles zuständig seien.
Pfarrer Martin Kürten gratulierte und würdigte das Engagement Reifenraths für die Kirchengemeinde. Es sei wichtig, gerade die kleinen Kirchengemeinden lebendig zu halten, so Kürten.

Nach eigenen Worten Reifenraths war die Ehrung ein ganz bewegender Augenblick in seinem Leben. Dass die Ehrung ihm nicht allein gebühre machte er deutlich, und dankte vor allem seiner Ehefrau Helga und der Familie, aber auch den vielen Mitstreitern. „Das Ehrenamt ist unverzichtbar in der Gesellschaft, ohne ehrenamtliche Tätigkeiten kann kein Staat gedeihen“, so Reifenrath. Dies gelte ganz besonders in Ortsgemeinden, den Vereinen, Wohlfahrtsverbänden und Institutionen. Es seien aber auch Krisen im Ehrenamt erkennbar, obwohl in Rheinland-Pfalz ein Drittel aller Bürger in unterschiedlichster Weise ehrenamtlich tätig seien.
Der Appell des Ordensträger: "Solidarisches und ehrenamtliches Handeln ist wichtig für den Fortbestand der Demokratie und einer lebenswerten Gesellschaft".

Die Feierstunde wurde vom MGV „Glück Auf“ Steckenstein musikalisch abgerundet, hier singt Reimund Reifenrath seit 60 Jahren und hat die Geschicke des Chores über Jahrzehnte mitbestimmt und geleitet. (hws)
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