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Arbeitsmarkt zeigt frostige Tendenzen

Der Winter zeigt sich derzeit frostig kalt und ist nicht vorbei. Auch der Trend auf dem Arbeitsmarkt zeigt saisonale Einflüsse: die Arbeitslosenzahlen steigen in den Kreisen Neuwied und Altenkirchen. Dies ist nach Einschätzung der zuständigen Agentur für Arbeit jahreszeitlich bedingt. Im Kreis Neuwied stieg die Zahl der Arbeitslosen deutlicher an als im Landkreis Altenkirchen. Die Zahl der offenen Stellen stieg gegenüber dem Vorjahr deutlich an.
Kreis Altenkirchen/Kreis Neuwied. Der Winter hat den Arbeitsmarkt in der Region eingeholt. Nachdem das Jahr 2011 sich mit einer ungewöhnlich niedrigen Steigerung der Arbeitslosenzahlen verabschiedet hat, zeigt sich der Arbeitsmarkt im Januar von seiner frostigen Seite: 9.744 arbeitslose Menschen zählen die Statistiker der Agentur für Arbeit Neuwied am Monatsende – 1.190 mehr als vier Wochen zuvor.

Das ist eine Steigerung von rund 14 Prozent. Die Arbeitslosenquote klettert um 0,7 auf 6 Prozent. Auffällig ist, dass deutlich mehr Männer als Frauen betroffen sind – ein deutliches Zeichen für vorwiegend saisonale Einflüsse: Rund 70 Prozent des Zuwachses fällt auf die männlichen Arbeitslosen. Außerdem ist der Anstieg in der Versichertengemeinschaft nach Sozialgesetzbuch (SGB) III deutlich stärker ausgeprägt als im Rechtskreis des SGB II: In der Gruppe derjenigen, die in der Regel ein Jahr oder kürzer arbeitslos gemeldet sind, gibt es eine Steigerung von 20 Prozent; die Zahl der so genannten Hartz IV-Empfängern steigt dagegen um 10 Prozent an. Insgesamt gehören damit derzeit 3.714 Arbeitslose zum Rechtskreis des SGB III und werden von den Arbeitsagenturen betreut; 6.030 sind dem Rechtskreis des SGB II zugeordnet und in der Obhut der Jobcenter.

Trotz dieser deutlichen Steigerung blickt Ulrike Mohrs, die Leiterin der Agentur für Arbeit Neuwied gelassen auf das Zahlenwerk. "Durch den milden Winterstart ist die übliche, saisonbedingte Flaute ein wenig verzögert bei uns angekommen. Ungewöhnlich ist die Entwicklung aber nicht. Ich gehe fest davon aus, dass die Zahlen sich im Frühjahr wieder deutlich nach unten bewegen und im langfristigen Vergleich sogar noch ein weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit möglich ist." Der, so Mohrs, ist nämlich auch im Januar eindeutig zu belegen. So waren vor einem Jahr noch 344 Menschen mehr arbeitslos gemeldet – 229 von ihnen gehörten zum Rechtskreis SGB III, 115 zum SGB II.

Angestiegen ist aber auch die Zahl der bei der Arbeitsagentur gemeldeten offenen Stellen, die derzeit bei 1.162 liegt. Vor vier Wochen waren es noch 39, vor einem Jahr sogar 143 Stellen weniger.

Kreis Neuwied stärker betroffen
Beim Blick auf die beiden zum Agenturbezirk gehörenden Landkreise fällt auf, dass der Anstieg in Neuwied deutlich stärker ausfällt als in Altenkirchen. So zählt die Agentur für den Kreis Neuwied Ende Januar 5.967 Arbeitslose; das sind 847 oder 17 Prozent mehr als im Dezember. Ein Wert, der nur noch knapp unter dem des Vorjahres liegt. Damals waren zehn Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote steigt von 5,5 auf 6,4 Prozent und erreicht Vorjahresniveau. Betroffen sind aber auch hier vor allem Männer, auf die mehr als 70 Prozent des Zuwachses fällt. Die kurzfristige Arbeitslosigkeit des SGB III erhöht sich um 483 auf 1.808, das entspricht einer Steigerung um 26 Prozent. Im Rechtskreis des SGB II gibt es einen Zuwachs um 362 auf 3.676, was einer Steigerung um 11 Prozent entspricht. Die Zahl der offenen Stellen liegt im Landkreis Neuwied bei 737, das sind 39 mehr als im Dezember und 32 mehr als vor einem Jahr.

Kreis Altenkirchen steht besser da
Deutlich dezenter wirkt sich der Winter im Landkreis Altenkirchen aus. Hier wächst die Zahl der Arbeitslosen um 343 (oder 10 Prozent) auf 3.777. Das sind 334 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Auch zwischen Wied, Nister und Sieg sind doppelt so viele Männer wie Frauen betroffen. Die Arbeitslosenquote steigt von 5 auf 5,5 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 5,9 Prozent. Zum Rechtskreis des SGB III gehören nun 1.277 Arbeitslose, 146 mehr als im Dezember. Das entspricht einem Plus von 11 Prozent. Im Rechtskreis SGB II steigt die Arbeitslosigkeit um 185 oder 8,5 Prozent auf nun 2.169 an. Die Zahl der offenen Stellen liegt mit 425 so hoch wie vor vier Wochen, aber um 111 höher als vor einem Jahr.

Die sehr unterschiedliche Auswirkung der Winterflaute erklärt Ulrike Mohrs mit der kaum vergleichbaren Wirtschaftsstruktur der beiden Landkreise. "Wir gehen aber fest davon aus, dass sich alle Regionen unseres Bezirks erholen, wenn in einigen Wochen der Frühling Einzug hält".

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