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Biotope aus Ruinen

Die Westerwald Bank in Hachenburg präsentiert bis zum 9. März die BUND-Wanderausstellung „Grüner Wall im Westen“. Die Bunker- und Befestigungsanlagen des ehemaligen Westwalls dienen heute zahlreichen Tierarten als Rückzugs- und Lebensraum. Wie auf einer Perlenschnur aufgereiht bilden die Anlagen heute eine Kette kleiner Biotopinseln, die die Landschaft durchzieht und gleichzeitig Gewässerläufe, Wälder und Wiesen miteinander verbindet.
Biotope aus Ruinen

BUND-Projektleiterin Dr. Simone Schneider nahm die Besucher der Ausstellungseröffnung in Hachenburg mit auf Spurensuche in den Ruinen des ehemaligen Westwalls.

Hachenburg. Es ist eine etwas andere Ausstellung, die die Westerwald Bank derzeit in ihrer Hachenburger Filiale präsentiert: Weder die Werke lokaler Kunstschaffender noch die Kreativarbeiten international anerkannter Künstler locken derzeit an den Neumarkt. Die Wanderausstellung „Grüner Wall im Westen“ informiert über die Bedeutung des ehemaligen Westwalls für den Naturschutz entlang der luxemburgisch-belgischen Grenze. „Die Bunkerruinen sind zu einem einmaligen Rückzugsraum für geschützte Tiere und Pflanzen geworden. Der ehemalige Westwall soll zu einem Biotopverbund entwickelt werden“, so Dr. Simone Schneider, Projektleiterin „Grüner Wall im Westen“ beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Rheinland-Pfalz. Nach dem Zweiten Weltkrieg gerieten die Betonbauten des Westwalls weitgehend in Vergessenheit und wurden von der Natur zurück erobert. Heute siedelt dort eine vielgestaltige Pflanzen- und Tierwelt mit zahlreichen gefährdeten Arten, wie die Referentin mit Bild- und Filmmaterial belegte. Unter anderem bieten die einst zur Verteidigung des Deutschen Reiches errichteten Bauten heute der europäischen Wildkatze oder Fledermäusen Schutz.

Wie auf einer Perlenschnur aufgereiht bilden die Bunkeranlagen eine Kette kleiner Biotopinseln, die die Landschaft durchzieht und gleichzeitig Gewässerläufe, Wälder und Wiesen miteinander verbindet. Der ehemalige Westwall führt so die verschiedenen Landschaftsräume als „Grüner Wall im Westen“ zu einem umfassenden Biotopverbund zusammen. Die Bauwerke und Ruinen erinnern an die Schrecken des Zweiten Weltkrieges und sollen auch als Mahnmal erhalten bleiben.

„Gemeinsam mit anderen Nutzergruppen sucht der BUND Rheinland-Pfalz nach geeigneten Maßnahmen und Konzepten für den dauerhaften Erhalt der Westwallanlagen und für die Entwicklung des Biotopverbundes. Mit dieser Ausstellung wollen wir die Natur zu den Menschen bringen und damit die Menschen wieder näher zur Natur“, erläuterte Harry Neumann vom BUND Westerwald, der sich ausdrücklich bei der Westerwald Bank für die Präsentationsmöglichkeit bedankte. Deren Vorstandssprecher Wilhelm Höser hatte in seiner Begrüßung die Motivation des Unternehmens für die Ausstellung deutlich gemacht: „Die Verantwortung für die Region und das Prinzip der Nachhaltigkeit haben wir fest in unserem Leitbild und in unserem Handeln verankert. Und wir sehen uns daher auch als Partner von gesellschaftlichen Gruppen wie dem BUND, der für die Bewahrung der Schöpfung eintritt und auch auf lokaler Ebene in Fragen von Umwelt- und Naturschutz Akzente setzt.“ Die Bank selbst, so Höser, habe sich unter anderem zur Pflanzung von mindestens 1000 Bäumen jährlich verpflichtet, um dem Gedanken der Nachhaltigkeit in der Region Rechnung zu tragen.

Die Wanderausstellung wurde vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz e. V. entwickelt und vom Umweltministerium sowie der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz, mit Geldern aus der Lotterie Glücksspirale von Lotto Rheinland-Pfalz, unterstützt. Eine enge Kooperation besteht mit dem Verein zur Erhaltung der Westwall-Anlagen, der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz und der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz. Die Ausstellung macht bis zum 9. März Station in der Westerwald Bank in Hachenburg. Informationen gibt es auch online unter www.gruenerwallimwesten.de.
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