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Nachricht vom 15.03.2017    

Kriminalstatistik weist steigende Einbrüche auf

In der Polizeidirektion Neuwied mit den Kreisen Neuwied und Altenkirchen wurden im Jahr 2016 insgesamt 18.141 (18.946) Straftaten angezeigt. Das sind 805 Delikte weniger als im Jahr zuvor. Der Rückgang der Fallzahlen ist im Wesentlichen auf die Abnahme der Vermögens- und Fälschungsdelikte zurückzuführen. Sorge bereitet die Zunahme der Wohnungseinbrüche in beiden Landkreisen.

Symbolfoto

Neuwied. Ein sehr sensibler Bereich bei der Kriminalstatistik ist für die Bevölkerung der Deliktsbereich der Wohnungseinbrüche. Die Fallzahlen sind trotz enormer polizeilicher Anstrengungen erneut um 161 auf 713 Fälle angestiegen. Davon entfallen auf den Landkreis Neuwied 460 Fälle (plus 108) und den Landkreis Altenkirchen 263 Fälle (plus 79).

Von den 713 Fällen blieben 303 im Versuchsstadium stecken. Dies entspricht einem Anteil von 42,5 Prozent. Der hohe Anteil dürfte sicherlich auch auf eine gute Sicherungseinrichtung an den Häusern, aber auch auf eine aufmerksame Nachbarschaft zurückzuführen sein. Nach wie vor werden im Dienstgebiet der Polizeiinspektion Straßenhaus die meisten Einbrüche verübt, was auf die verkehrsgünstige Lage zur Autobahn A 3 zurückzuführen ist.

Zur Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen wurden im Bereich der Polizeidirektion Neuwied insgesamt 921 Polizeibeamte eingesetzt. Allein bei zehn Großkontrollen in den Monaten Oktober bis Dezember kamen 395 Beamte zum Einsatz. Die Kolleginnen und Kollegen leisteten dabei 6.798 Einsatzstunden.

Erfreulich ist laut Kriminaldirektor Gregor Gerhardt, dass die Quote der Aufklärung bei den Einbrüchen im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent auf 21,2 Prozent gesteigert werden konnte. Durch starke Präventionsmaßnahmen und verstärkte Bestreifung sind die Zahlen in den ersten beiden Monaten dieses Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich zurückgegangen. „Wir hoffen, dass wir diesen Trend fortsetzen können“, sagte Gerhardt in der Pressekonferenz.

Im Kreis Neuwied wurde im Jahr 2016 mit insgesamt 10.866 Straftaten die niedrigste Fallzahl der letzten Jahre verzeichnet. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Rückgang um 328 Fälle festzustellen, die Aufklärungsquote ging dabei nur geringfügig um 0,9 Prozent zurück.

Die Fallzahlen im Kreis Altenkirchen sind deutlich niedriger als im Bereich des Kreises Neuwied. Im Jahr 2016 war auch im Landkreis Altenkirchen mit 7.275 Straftaten im Mehrjahresvergleich die geringste Fallzahl zu verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich ein Rückgang um 477. Die Aufklärungsquote ging hier etwas mehr zurück auf 67 Prozent. Diese Quote liegt im Land Rheinland-Pfalz bei 64,9 Prozent.

Mit 5.056 Fällen (Neuwied 3.192, Altenkirchen 1864) entfällt der größte Anteil auf die Eigentumsdelikte, der neben dem Einbruch unter anderem Diebstahl, Unterschlagung, Raub und Sachbeschädigung umfasst.

Im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte (Neuwied 2.076, Altenkirchen 1.443) ist im Vergleich zum Vorjahr ein deutlicher Rückgang um 359 Fälle auf insgesamt 3.519 Fälle gegeben. Die Aufklärungsquote verringert sich um 1,6 Prozent auf 71,6 Prozent.

Im Bereich der nichtdeutschen Tatverdächtigen ist ein Anstieg von 1676 auf 1.840 Personen in 2016 zu verzeichnen. Nichtdeutsche sind überwiegend an Körperverletzungs- und Diebstahlsdelikten beteiligt. Während die Anzahl der von dieser Gruppe verübten Diebstahlsdelikte sich nur geringfügig um 7 auf 483 Fälle erhöhte, stiegen die Fallzahlen bei den Körperverletzungsdelikten stark an. Hier war ein Anstieg um 156 auf 450 Fälle festzustellen.

Der Anstieg der Tatverdächtigen- wie Opferzahlen dürfte zunächst auf die Flüchtlingswelle zu Jahresbeginn 2016 zurückzuführen sein. Zum anderen wurden die Flüchtlinge gemeinsam – ohne Trennung nach Konfession und Nationalität – in den durch die Kommunen zur Verfügung gestellten Unterkünften untergebracht. Dies führte zu einem Konfliktpotential, welches sich auch in vermehrten körperlichen Auseinandersetzungen entlud. 2016 hat die Polizei im Bereich der Polizeidirektion Neuwied 836 aufgeklärte Fälle registriert, bei denen Zuwanderer tatverdächtig waren.

Die Häufigkeitszahl zeigt, dass die Gefährdung der Bevölkerung im Bereich der Polizeidirektion nicht hoch ist. Die Kriminalfälle werden hier auf 100.000 Einwohner hochgerechnet. Im Landesdurchschnitt Rheinland-Pfalz liegt die Zahl bei 6.222, mit 5.632 liegt der Kreis Altenkirchen deutlich niedriger. Der Kreis Neuwied liegt bei 6.015. (woti)

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