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Nachricht vom 18.04.2017 - 20:16 Uhr    

Frühjahrsumfrage 2017: Die Handwerkskonjunktur brummt

Mit einer klaren Botschaft ist der Konjunkturbericht des Handwerks im Frühjahr 2017 verbunden: Die Wirtschaftslage ist gut, Auslastung und Aussichten stimmen optimistisch! Um ein breites Meinungsbild zu erhalten, befragte die Handwerkskammer (HwK) Koblenz 2.800 Betriebe im nördlichen Rheinland-Pfalz aus unterschiedlichen Gewerken

79 Prozent der Handwerksbetriebe für den gewerblichen Bedarf informieren über eine gute Geschäftslage, im Bild Feinwerkmechanikermeister Alexander Gillig, der 2016 die beste Meisterprüfung in diesem Handwerk ablegte und im Handwerksunternehmen Munsch (Ransbach-Baumbach) arbeitet. Foto: HwK Koblenz

Region. Das Ergebnis: 81 Prozent geben im 1. Quartal 2017 einen gestiegenen oder konstanten Auftragsbestand an. Die Bewertungen einzelner Konjunkturindikatoren wie Auftragseingang, Betriebsauslastung und Umsatzentwicklung haben sich im Vergleich zum Vorjahr nochmals verbessert. Aktuell schätzen 91 Prozent ihre Geschäftslage als gut und befriedigend ein. Im Vorjahreszeitraum waren es 84 Prozent. Die Erwartungen für das nächste Quartal fallen ebenfalls optimistisch aus. So gehen 94 Prozent der befragten Mitgliedsbetriebe für die nächsten drei Monate von einer zufriedenstellenden Geschäftslage aus (Vorjahreswerte in Klammern: 90 Prozent).

„Die wirtschaftliche Lage im Handwerk ist gut. Die Ergebnisse der Frühjahrs-Konjunkturbefragung 2017 zeigen eine deutliche Zufriedenheit des Handwerks im nördlichen Rheinland-Pfalz“, kommentieren HwK-Präsident Kurt Krautscheid und Hauptgeschäftsführer Alexander Baden die neueste Umfrage. Die Fachkräftegewinnung und –sicherung wird das zentrale Thema des modernen Handwerks in der Zukunft sein wie auch die Digitalisierung. „Hier sind wir mit unseren Leistungen in Beratung und Transfer gut aufgestellt und können die Betriebe wirkungsvoll unterstützen.“

Geschäftsklima erreicht Bestwerte

Bei den Betrieben der Ausbauhandwerke wie Tischler, Maler, Installateure und Heizungsbauer, Elektrotechniker oder Fliesenleger melden 94 Prozent (87 Prozent) eine gute oder zufriedenstellende Geschäftslage, unter den Bauhandwerkern sind es 93 Prozent (86 Prozent). Von den Betrieben für den gewerblichen Bedarf wie Feinwerkmechaniker, Metallbauer oder Elektromaschinenbauer beurteilen 79 Prozent (76 Prozent) der Betriebe ihre Geschäftslage als positiv.

Auch in der Kfz-Branche hat sich die Beurteilung der Geschäftslage deutlich verbessert: 91 Prozent (80 Prozent) informieren über eine gute Wirtschaftslage. 88 Prozent (90 Prozent) der Befragten der Nahrungsmittelhandwerke wie Bäcker, Konditoren, Fleischer melden eine gute oder auch befriedigende Geschäftslage. Von den Betrieben personenbezogener Dienstleistungen wie Friseure, Fotografen oder Schneider sagen 90 Prozent (70 Prozent), dass sie mit ihrer Geschäftslage zufrieden sind, bei den Betrieben der Gesundheitsgewerbe sind es wie im Vorjahr 88 Prozent (88 Prozent).

Regional betrachtet, meldet der Kreis Bad Kreuznach über alle Handwerke das beste Geschäftsklima. Alle Betriebe, 100 Prozent (84 Prozent), geben eine gute oder befriedigende Geschäftslage an, danach folgen der Kreis Altenkirchen mit 95 Prozent (87 Prozent), der Kreis Neuwied mit 94 Prozent (77 Prozent) und die Kreise Mayen-Koblenz (89 Prozent) und Rhein-Hunsrück (93 Prozent) mit je 93 Prozent. Im Kreis Rhein-Lahn geben 90 Prozent (84 Prozent), im Kreis Birkenfeld (76 Prozent) und Kreis Ahrweiler (87 Prozent) je 88 Prozent eine gute oder befriedigende Geschäftslage an. 86 Prozent melden aus dem Westerwaldkreis (84 Prozent), 85 Prozent aus der Stadt Koblenz (77 Prozent) ein zufriedenstellendes Geschäftsklima. Den niedrigsten Wert weist der Kreis Cochem-Zell mit 77 Prozent (80 Prozent) auf.

Auslastung gestiegen, leichtes Umsatzplus

Bei der Kapazitätsauslastung geben im Frühjahr 2017 67 Prozent (62 Prozent) der Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Koblenz an, mindestens zu 70 Prozent ausgelastet zu sein. Die höchste Auslastung findet man wie im Vorjahr bei den Betrieben in den Ausbauhandwerken mit 75 Prozent (75 Prozent). Der Auftragsvorlauf hat sich im nördlichen Rheinland-Pfalz mit 10,0 Wochen (9,0 Wochen) nochmals erhöht.

Die Umsätze sind in 28 Prozent (17 Prozent) der Handwerksbetriebe gestiegen, 46 Prozent (47 Prozent) geben gleich hohe Umsätze gegenüber dem Vorquartal an. Damit zeigt sich die Umsatzentwicklung im Kammerbezirk Koblenz weitestgehend stabil. 26 Prozent (36 Prozent) der Handwerksbetriebe im nördlichen Rheinland-Pfalz müssen Umsatzeinbußen hinnehmen.

Gewinnung von Fachkräften, mehr Betriebe investieren


13 Prozent (11 Prozent) der befragten Betriebe im nördlichen Rheinland-Pfalz stellen Mitarbeiter ein, 12 Prozent (15 Prozent) müssen Personal entlassen. 75 Prozent (74 Prozent) der befragten Betriebe haben im ersten Quartal dieses Jahres keine personellen Veränderungen vorgenommen, obwohl viele Betriebe nach geeigneten Fachkräften suchen. Zukünftig möchten 22 Prozent (15 Prozent) mehr Personal beschäftigen, lediglich 4 Prozent (8 Prozent) der Befragten befürchten, in den nächsten drei Monaten Stellen abbauen zu müssen.

Die Investitionsbereitschaft hat sich erhöht. Der Anteil investierender Betriebe im Kammerbezirk Koblenz steigt von 38 Prozent auf 50 Prozent und die durchschnittliche Investitionssumme pro Betrieb liegt bei aktuell 45.000 Euro (49.000 Euro).

Handwerk schaut optimistisch auf das Jahr 2017


94 Prozent (90 Prozent) der Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Koblenz erwarten in den nächsten Monaten eine gute und zufriedenstellende Geschäftslage. Für den kommenden Sommer rechnen 91 Prozent (85 Prozent) der befragten Handwerker im nördlichen Rheinland-Pfalz mit Wachstumsimpulsen, 9 Prozent (15 Prozent) befürchten Umsatzrückgänge. 36 Prozent der befragten Unternehmen (26 Prozent) gehen in den nächsten drei Monaten von einem steigenden Auftragsvolumen, 59 Prozent (64 Prozent) von Konstanz aus. Die zukünftige Investitionsbereitschaft wird von 77 Prozent (72 Prozent) der Betriebe als konstant oder steigend angegeben.

Zahlen und Fakten zur Wirtschaftskraft des Handwerks

Aktuell sind bei der Handwerkskammer Koblenz 19.386 Betriebe eingetragen. Das entspricht 37 Prozent aller Handwerksbetriebe in Rheinland-Pfalz. In diesen Betrieben arbeiten 104.000 Beschäftigte – im Landesvergleich sind das 39 Prozent aller Menschen, deren berufliche Heimat das Handwerk ist. Der durch Handwerksbetriebe im Norden des Landes generierte Umsatz liegt bei 11,4 Mrd. Euro (bezogen auf RLP-Niveau 42 Prozent). 41 Prozent aller Lehrlinge (8.206) im Land werden momentan durch das Handwerk im Kammerbezirk Koblenz ausgebildet, 3.107 neue Ausbildungsverhältnisse konnten 2016 abgeschlossen werden.

Informationen zu Einzelheiten der Frühjahrsbefragung 2017 bei der Handwerkskammer Koblenz,
Tel. 0261/ 398-161, Fax -996, presse@hwk-koblenz.de, www.hwk-koblenz.de


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