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Nachricht vom 13.07.2017    

Montaplast will am Standort Betzdorf Produktion aufbauen

Eine Bauvoranfrage hat die Montaplast GmbH am 12. Juli bei der Betzdorfer Verwaltung eingereicht. Die Firma will am Standort Betzdorf in den ehemaligen Wolf-Hallen einen Produktionsstandort aufbauen, bislang wird das Areal als Lager genutzt und sorgte in der Vergangenheit für heftigen Unmut bei den Anliegern. Der Kreis hatte die Nutzung als Lager nicht genehmigt und ab 1. August gilt ein Nachtladeverbot.

Betzdorf. Die Montaplast GmbH plant im Rahmen einer Neustrukturierung ihrer Arbeitsprozesse die Verlagerung von Teilen der Produktion vom Hauptstandort Morsbach an den Standort Betzdorf. In den ehemaligen Hallen von Wolf-Garten soll sukzessive eine Ersatzteil- und Kleinserienproduktion aufgebaut werden.

Eine entsprechende Bauvoranfrage für die notwendigen Umgestaltungen auf dem Gelände wurde am 12. Juli offiziell bei den zuständigen Betzdorfer Behörden eingereicht. Die Kreisverwaltung Altenkirchen hatte einen zuvor eingereichten Bauantrag sowie eine Bauvoranfrage für eine Nutzung des Betzdorfer Standortes als Lager nicht genehmigt.

„Es ist uns bewusst, dass die bisherige Nutzungsplanung zu einigen Diskussionen vor Ort geführt hat. Deshalb sind wir bereits seit mehreren Monaten im Gespräch mit der Stadt- und Verbandsgemeindeverwaltung Betzdorf über eine alternative Nutzung des Geländes“, teilte Frank Schlieber, Geschäftsführer der Montaplast mit. „Mit der geplanten Umstrukturierung zum Produktionsstandort gehen wir gezielt auf diese Diskussionen ein und haben bereits diese konstruktive Lösung angeboten.“

Aktuell sind 120 Mitarbeiter am Standort Betzdorf tätig. Mit der Produktionsverlagerung wird die Anzahl der vor Ort Beschäftigten auf etwa 400 Mitarbeiter steigen. Da es sich um ein eigenständiges Werk mit entsprechender Organisationsstruktur handelt, werden die zu besetzenden Stellen vom Anforderungsprofil her zudem deutlich vielschichtiger. Gleichzeitig führt die neue Nutzung als Produktionsstandort zu einer deutlichen Verringerung des LKW-Verkehrs. Die Produktion soll im Zwei-Schicht-Betrieb ohne Nachtschicht organisiert werden. Die Produktionslaufzeiten innerhalb der Ersatzteilsparte, welche vor Ort angesiedelt werden soll, betragen üblicherweise 15 Jahre.

Der neue Konzeptvorschlag greift somit sämtliche in den vergangenen Monaten vorgebrachten Kritikpunkte auf. Die Neustrukturierung erfolgt im Rahmen der mittelfristig anstehenden Inbetriebnahme eines neuen Werks im Morsbacher Ortsteil Lichtenberg, der weitreichende Anpassungen in den Arbeitsprozessen des Unternehmens erforderlich macht.

Wie die eingereichte Bauvoranfrage darlegt, sind als Voraussetzung für die veränderte Nutzung des Areals marginale bauliche Veränderungen notwendig. Um die Beeinträchtigung für die Anwohner so gering wie möglich zu halten, ist zudem eine Schallschutzwand vorgesehen.

Um die Geräuschbelastung zu verringern, hatte die Kreisverwaltung bereits das Verladen während der Nachtruhezeit ab dem 1. August nicht mehr gestattet. „Wir werden dem nachkommen und ab August auf LKW-Verkehr während der Ruhezeiten verzichten“, so Schlieber. „Mit unserem Vorhaben suchen wir die gezielte Weiterentwicklung, mit der wir uns langfristig zum Standort Betzdorf bekennen“, heißt es in der Pressemitteilung des Unternehmens.


Kommentare zu: Montaplast will am Standort Betzdorf Produktion aufbauen

3 Kommentare

Ist es nicht gut, wenn eine Firma bereit ist so viele Arbeitsplätze im Kreis aufzubauen? Viele junge Leute verlassen die Gegend, da es einfach keine Arbeit gibt.
Ich finde es unmöglich, dass hier Montaplast so Steine in den Weg gelegt werden.
Da braucht man sich in ein paar Jahren auch nicht zu wundern, wenn der Kreis entgültig "ausgeblutet" ist. Arbeitsplätze gibt es nämlich in Bonn/Köln genug.
#3 von Lina Friesen , am 23.07.2017 um 07:32 Uhr
Bravo Herr Wulf! Ich finde, die Firma Montaplast wäre gut beraten, sich eine andere Stadt auszusuchen, als die Krawallbürsten aus Betzdorf!
#2 von Klaus Rödder, am 19.07.2017 um 18:18 Uhr
Ich finde das, was in Betzdorf läuft, nicht in Ordnung. Ich kenne es selbst. Vor Jahren fuhren durch meine Straße, die zu einem Industriegebiet führt, täglich (auch nachts) sehr viele Lkw. Da ich, wie alle anderen Anlieger wussten, dass hierdurch in absehbarer Zeit Arbeitsplätze geschaffen werden, waren wir dankbar dafür, dass dieser Lkw-Verkehr (endlich, nach langem Brachliegen eines Industriegebäudes)jetzt da war. Ja, innerlich habe ich jeden Lkw beklatscht, weil es auf die Dauer Gutes für uns, später dann auch für mich brachte. Wir nahmen die bis zu 400 Lkw am Tag gerne in Kauf und sind heute froh, dass im Endeffekt 350 Arbeitspülätze geschaffen wurden. Deshalb verstehe ich die Betzdorfer, auch die Politiker, nicht. Sehen Sie es doch einmal positiv. Schlechtes, Negatives wird viel zu oft voreilig breit getreten und schafft in der Öffentlichkeit ein verzerrtes, gar falsches Bild, in diesem Falle zu Lasten der Firma Montaplast. Die Betzdorfer sollen froh sein, dass Montaplast sich als derart gelassen und geduldig zeigt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Industrievorhaben, bei denen zu Beginn (bei uns waren es fast zwei Jahre) viel Lkw-Verkehr zu verzeichnen ist, ein positives Ende hinsichtlich Schaffung von Arbeitsplätzen hat. Liebe Anwohner, Initiativengründer und Kommunalpolitiker: bitte erst klagen, wenn es (auf Dauer) einen Grund dafür gibt und nicht unbedacht Arbeitsplätze gefährden.
#1 von Hans Joachim Wulf, am 14.07.2017 um 17:26 Uhr

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