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Herdorfer "Hunnen" besuchen die "Gallier"

"Herdorfer Hunnen" in Frankreich - das wird im September Wirklichkeit. Dann nämlich startet die 1. HHH (1. Herdorfer Hunnen Horde) zum Gastauftritt beim Erntedankfest der französichen Freunde nahe Amiens. Die nämlich haben schon mehrmals beim Herdorfer Fastowendszug in Herdorf als "Fremdenlegionäre" gedient. Nun wollen sich die Herdorfer Hunnen revanchieren. Mit reichlich Gerstensaft für die Gallier im Gepäck.
Herdoef. Europaweit steht der Begriff der Légion Étrangère, der Fremdenlegion, als ein Synonym für militärisches Söldnertum und für militärische Tätigkeit im Dienste einer fremden Macht. Vor allem viele junge Deutsche zog es immer wieder in diese legendenumwobene Formation, die in ihren weißen Käppis für Frankreichs Gloriole stand. Übrigens: Auch eine ganze Anzahl Herdorfer stand im französischen Militärdienst, sie sind zum Glück alle wohlbehalten nach Hause zurückgekehrt.
Weniger bekannt dürfte sein, dass es auch französische "Fremdenlegionäre" gegeben hat und noch gibt, die in Diensten einer Herdorfer Gruppe stehen und dies auch noch mit Begeisterung. Der "Dienstherr" ist die 1. Herdorfer Hunnenhorde (1. HHH) und sie beschäftigt eine große Zahl von "Fremdenlegionären". Das kam so: Eine junge Herdorferin - in die 1. HHH integriert - war einige Jahre mit einem Franzosen liiert und diesen besuchten zum Karneval in Herdorf regelmäßig seine Freunde aus dem französischen Heimatstädtchen nahe Amiens. Die Hunnenhorde nun, die auch regelmäßig am Rosenmontagsumzug teilnimmt, war um "Gefangene" verlegen, welche den schweren Hunnenwagen mit Ausrüstung und Verpflegung zu ziehen hatten. Man erkundigte sich nun bei den Fastowend begeisterten Franzosen, ob sie nicht Lust hätten, diesen Wagen im Umzug zu bugsieren. Sofort stimmten die Söhne von jenseits des Rheins begeistert zu. Man stülpte ihnen Kartoffelsäcke über, umwand ihre Hüften mit Stricken und fesselte sie mit selbigen auch an den Hunnenwagen. Im Schweiße ihres Angesichtes zogen sie nun Freude strahlend das Gefährt durch Herdorfs Straßen, dies mittlerweile bereits zum dritten Male. Denn obwohl die Liaison der Herdorferin mit dem Franzosen mittlerweile nicht mehr besteht, kommen die französischen Freunde nach wie vor zum Karneval an die Heller, in der Zwischenzeit rund 20 Personen stark, die mittlerweile auf "Concordia" untergebracht werden.
Auch die Fete nach dem Umzug sagt den Galliern besonders zu, vom guten Westerwälder und Siegerländer Bier können sie (fast) nicht genug bekommen. Hunnen-Fürst Edekon (Alfred "Abba" Erner) deutete nun, mehr aus Höflichkeit an, dass man als Dankeschön für die Dienste der "Legionäre" auch gewillt sei, bei Festivitäten in der französischen Heimat gerne im Hunnenhabit mitzumachen und so für einen besonderen Touch zu sorgen. Nunmehr flatterte in Herdorf ein Schreiben der Karnevalshospitanten ein, dass man die Hunnen gerne beim Erntedankfest in Frankreich sehen möchte. Obwohl es dabei mehr um ein kirchliches Fest gehe, habe man Pfarrer und Bürgermeister kontaktiert, die von der Idee restlos angetan seien und ebenso herzlich einlüden. Da kratzte man sich bei der 1. HHH erst einmal verlegen am Kopf, um dann aber spontan zuzusagen. Statt eines Rosenmontagszuges eben ein Umzug zum Erntedank, den Herdorfer Hunnen soll es recht sei. Die Freunde aus Frankreich ließen auch noch wissen, dass man es gerne sähe, wenn die Hunnen mit einem ordentlichen Gebinde heimischen Bieres aufkreuzen würden. "Abba" Erner: "Im September werden wir nun mit unserer Horde nach Frankreich reisen, etliche Fässer Bier im Gepäck und wir freuen und jetzt schon, auf das, was da - unbekannterweise - auf uns zukommt." (Rainer Wirth)

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