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Nachricht vom 05.12.2017 - 20:15 Uhr    

Landesverdienstorden an zwei Westerwälderinnen verliehen

„Gerade in Zeiten, in denen wir als Gesellschaft vor neuen Herausforderungen stehen, stimmt es mich äußerst zuversichtlich, dass es so viele Menschen gibt, die Verantwortung für das Gemeinwohl übernehmen. Dafür danke ich den heute Geehrten von Herzen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei der 36. Verleihung des Landesverdienstordens.

Für die musikalische Umrahmung der Verleihung sorgten Philipp Schneider (Tuba), Stipendiat der ZIRP, und Arisa Kratzer (Klavier). Bilder: Staatskanzlei RLP/ Sämmer

Mudersbach/Hattert. „Alle Ordensträger und -trägerinnen sowie ihr Werk haben einen großen Anteil daran, dass unser Land so lebens- und liebenswert ist, wie wir es kennen“, betonte sie bei der Feierstunde. Der Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz wird seit 1982 vergeben, um das außergewöhnliche Engagement und die hohen Verdienste Einzelner für das Gemeinwohl zu ehren und ist die höchste Form der Anerkennung, die seitens des Landes ausgesprochen wird.

„Was Menschen alles schaffen können, wenn sie zusammen halten und gemeinsam hart an einem Ziel arbeiten, das haben die Rheinland-Pfälzer und Rheinland-Pfälzerinnen in den letzten 70 Jahren bewiesen.“ So alt sei das Land in diesem Jahr geworden. Die positive Entwicklung, die das Land durchlaufen habe, sei neben den Reformen der letzten Jahrzehnte vor allem den Bürgern und Bürgerinnen zu verdanken. „Sie haben tüchtig dafür gearbeitet, weil sie füreinander und für ein gutes Zusammenleben Verantwortung übernommen haben – und das weit über die Belastungen des Alltags- und Berufslebens hinaus“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. „Rheinland-Pfalz kann daher im Sinne des Zusammenhalts als ein gutes Vorbild für Deutschland gelten“, sagte sie weiter.

Da das Ehrenamt in Rheinland-Pfalz so einen hohen Stellenwert habe, sei es ihr als Ministerpräsidentin wichtig, die Anerkennungskultur im Land zu fördern. Dazu gehörten auch Ehrungen und Auszeichnungen, von denen der Landesverdienstorden der hochrangigste sei. „Um die Bedeutung des Ordens zu unterstreichen und das Engagement der Ausgezeichneten hervorzuheben, ist die Zahl der Ordensträger und -trägerinnen auf 800 lebende Personen begrenzt“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Mit dem Verdienstorden des Landes wurden in diesem Jahr unter anderem Brigitte Merzhäuser, Mudersbach und Margret Staal, Hattert ausgezeichnet:

Brigitte Merzhäuser engagiert sich seit über 30 Jahren ehrenamtlich in verschiedenen Gremien des Malteser Hilfsdienstes. 1983 gründete sie die Malteser Gliederung in Betzdorf, wurde 1993 zur stellvertretenden Diözesanoberin, 1996 zur stellvertretenden Diözesanleiterin und 1997 zur Diözesanoberin berufen. Seit 2001 ist sie außerdem Stadtbeauftragte in Betzdorf. Sie vertritt den Malteser Hilfsdienst in den Gremien des Caritasverbandes und im Diözesankatholikenrat, ist Mitglied im Caritasrat und langjährige stellvertretende Vorsitzende des Diözesancaritasverbandes. Sie hat beim Aufbau von 72 Gliederungen der Malteser im Bistum Trier mitgewirkt, zahlreiche Helfer und Helferinnen für den Malteserdienst gewonnen und angeleitet.

Sie lebt das Malteserproprium „Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“ vor allem durch ihr Engagement im sozialen Ehrenamt, so zum Beispiel in den 27 Besuchs- und Begleitdiensten der Diözese Trier und der sozialpflegerischen Ausbildung. Auch der Hospizdienst konnte in diesem Zeitraum ausgeweitet und ein einjähriger Kurs für die Altenpflegehilfe gestartet werden. Darüber hinaus übernimmt sie eine Leitungsfunktion bei den Wallfahrten von Menschen mit Behinderung nach Rom.

Margret Staal gehört zu den Pionierinnen der Soziokultur in Rheinland-Pfalz. Soziokultur ist „Kultur von allen, für alle“. Sie wirkt in viele Bereiche, die nicht im engeren Sinn zum Kulturbereich gehören, wie Kinder- und Jugendarbeit, Bildung, Soziales, Siedlungsentwicklung und Umwelt. Margret Staal gehört seit der Gründung im Jahr 1992 dem Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur RheinlandPfalz e.V. an, deren Name im Jahr 2002 um den Begriff der Kulturpädagogik erweitert wurde und somit einen neuen Schwerpunkt erhielt. Zur Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur und Kulturpädagogik gehören kulturelle Zentren und Initiativen, Bildungszentren wie auch Jugendkunstschulen und Kindertheater. Sie bildet inhaltlich das Dach über einem vielfältigen Spektrum städtischer und ländlicher Kulturarbeit.

Auch auf Bundesebene engagiert sich Margret Staal seit 2009 im Vorstand der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V. und war von 2006 bis 2013 Mitglied im Kuratorium Fonds Soziokultur e.V. Aktiv ist sie auch im Vorstand des Westerwälder Initiativen- und Betriebe-Netzes, einem Zusammenschluss von Menschen mit ihren Betrieben und Initiativen sowie Einzelpersonen, deren Handeln weitgehend sozial und ökologisch ausgerichtet ist. Ebenfalls engagiert sie sich im Vorstand des Fördervereins für nachhaltiges regionales Wirtschaften e.V., der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Wertschätzung regionaler Produkte und Dienstleistungen in der Bevölkerung zu steigern. Im Jahr 2008 war sie darüber hinaus an der Gründung der Jugendkunstschule Altenkirchen beteiligt, einem Projekt des Jugend- und Kulturbüros Haus Felsenkeller e.V. Altenkirchen, an dessen Aufbau sie wiederum aktiv beteiligt war.

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