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Nachricht vom 08.02.2018 - 17:55 Uhr    

Brandschutzerziehung mit allen Sinnen

Schwer bepackt mit einer Fülle von ansprechendem Anschauungsmaterial besuchten Ende Januar ausgebildete Brandschutzerzieherinnen der Feuerwehr Wissen die Kindertagesstätte "Kleine Hände" der Lebenshilfe in Schönstein. Unterstützt wurden sie dabei vom Brandschutzbeauftragten der Lebenshilfe.

Anschaulich wurde auch die Schutzausrüstung erklärt. Foto: Kita

Wissen-Schönstein. Sehr schnell kamen Ramona Deipenbrock, stellvertretende Jugendwartin der Freiwilligen Feuerwehr Wissen, und Jessica Scheerer, Brandschutzerzieherin, mit Hilfe von Bildern mit den Vier- bis Sechsjährigen ins Gespräch über „gutes“ und „böses“ Feuer. Jedes Kind durfte anhand seiner Bildkarte in einem Kreisgespräch jeweils eine Möglichkeit beschreiben, wie „böses“, dem Menschen schadendes Feuer, entstehen kann. Hochkonzentriert gaben die Kinder wider, was sie erkennen konnten oder schon wussten: durch „den Wind“, wenn er die Flamme einer Kerze bewegt, die zu dicht an einer Gardine steht, durch eine Kerze auf dem Adventskranz, die nicht ausgepustet wurde, durch ein Lagerfeuer im Wald, das man einfach vergessen hat und vieles andere mehr.

Den Kleinen Riesen und Großen Zwergen, die da saßen, wurde im Gespräch deutlich, dass „böses Feuer“ aus vielerlei Ursache heraus entstehen kann und worauf jedes Kind und jeder Erwachsene vorbeugend unbedingt achten sollten. Gut orientiert zeigten sich die Kinder bei der Frage, wie sie sich im Brandfall richtig verhalten sollten. Viele wollten spontan bei einem Erwachsenen Hilfe holen und kannten auch bereits die Notrufnummer. Die Beklemmung ob der Vorstellung, selbst einmal in eine solche Notlage zu geraten, war ihnen anzumerken. Diese Anspannung schlug jedoch in Erleichterung und großes Zutrauen um, als Mario Scheerer ihnen die persönliche Schutzausrüstung eines Feuerwehrmannes vorführte, das Atemschutzgerät hör- und fühlbar in Betrieb nahm und Deipenbrock und Scheerer sehr kindgemäß beschrieben, wie die Feuerwehr sie im Brandfall rettet. Die Feuerwehr begeisterten Jungen und Mädchen fühlten sich beim regen Austausch über Feuerwehrautos mit Drehkorb-Leitern ganz in ihrem Element.

Danach wurde an einem mehrstöckigen, liebevoll mit Playmobil-Figuren und Puppenhaus-Möbeln eingerichteten Miniaturhaus gezeigt, was Kinder tun sollten, wenn es in einem Haus brennt. Peter Pfeifer, der Brandschutzbeauftragte der Lebenshilfe, klärte an diesem „Rauchhaus“ eindringlich über die Gefahren der Rauchgasentwicklung auf. Sehr plastisch konnten die Kinder in einem Zimmer des Obergeschosses den Weg des künstlich erzeugten Rauches miterleben, denn Fenster und Türen des Hauses konnten geöffnet und geschlossen werden. Sie nahmen mit großer Anteilnahme wahr, wie der Rauch nach oben stieg, wie er sich durch eine geöffnete Tür ausbreitete und wie er den Fluchtweg durch das Treppenhaus versperrte. Nach diesem AHA-Effekt musste Peter Pfeifer wichtige Verhaltensregeln nur noch einmal zusammenfassend wiederholen lassen: im Brandfall niemals durch den Qualm gehen, den Qualm am besten aussperren, die Türe zum Brandherd unbedingt schließen und wenn man nicht raus gehen kann, muss man sich bemerkbar machen und auf Hilfe warten.

Im Anschluss an diese Präsentation nahmen alle kleinen Teilnehmerinnen und Teilnehmer stolz ihre persönliche Urkunde entgegen, die sie wegen ihres neu erworbenen Wissens zum Feuerfuchs ernennt. Zusätzlich schenkte ihnen die Feuerwehr Spiel- und Lernmaterial, um für sich das Thema Feuerwehr und Brandschutz im Spiel noch einmal aufgreifen zu können.

Die Leiterin der Kita "Kleine Hände", Gerda Rühmann, bedankte sich im Namen der Kinder und ihres ganzen Teams mit Blumen sehr herzlich beim Ehepaar Scheerer, bei Ramona Deipenbrock und Peter Pfeifer für ihr ehrenamtliches Engagement. Die Kita "Kleine Hände", so die erklärte Absicht von Gerda Rühmann, möchte eine solche am Kind orientierte Maßnahme zur Brandschutzerziehung in Zukunft jedes Jahr wiederholen, um damit ihre obligatorische Evakuierungsübung und den Besuch der Feuerwache um einen weiteren Baustein vorbeugenden Handelns ergänzen zu können. (PM)


Kommentare zu: Brandschutzerziehung mit allen Sinnen

1 Kommentar

Muss am Ende einer wichtigen Aufklärungsarbeit, die de Kinder bestimmt spannend fanden und aufmerksam verfolgt haben noch eine "Urkunde" verliehen werden? "Im Anschluss an diese Präsentation nahmen alle kleinen Teilnehmerinnen und Teilnehmer stolz ihre persönliche Urkunde entgegen, die sie wegen ihres neu erworbenen Wissens zum Feuerfuchs ernennt."
Kindergartenkinder bekommen heute beinahe für jeden Pups eine kopierfreundliche Urkunde, damit Material zur Füllung der Bildungsdokumentationen vorhanden ist. - Stolz auf diese an alle ausgeteilten Urkunden sind die Kinder nur selten. So ein Zettel ist der übliche Abschluss eines Projekts.

Als Erzieherin finde ich es wichtiger, dass mit den ELTERN über den Brandschutz in Krippen und Kitas gesprochen wird, damit sie sich im Zweifel für eine eingeschossige Einrichtung entscheiden können. Früher durften Krippenkinder beispielsweise nicht in den oberen Geschossen schlafen. Aber seit Ursula von der Leyen die Berliner Kita "Die Wolkenzwerge" im sechsten Obergeschoss sehr gelobt hat, traut man Erzieherinnen wohl zu, dass sie als "Superwomen" im Notfall auch unter Personalmangel alle Kinder retten.

Darf ich einen Artikel verlinken? https://www.erzieherin.de/mehrgeschossige-kitas.html


#1 von Angelika Mauel, am 09.02.2018 um 16:48 Uhr

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