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Nachricht vom 11.03.2018 - 20:45 Uhr    

Professorennetzwerk verknüpft Hochschulen, Unternehmen und Jugendliche

Es soll ein Forum für den Technologie- und Wissenstransfer sein: das Professorennetzwerk des Kreises Altenkirchen. Der Auftakt ist gelungen, im Wissener Kulturwerk informierten die beteiligten Hochschulen und Unternehmen rund 130 Jugendliche aus der Region über ingenieurwissenschaftliche Studiengänge, den praktischen Einsatz am Arbeitsplatz und die Möglichkeiten des gegenseitigen Austauschs. Das Ziel: Eine Win-win-win-Situation für Hochschulen, Unternehmen und Jugendliche.

Stellten das Professorennetzwerk vor: (von links) Naomi Becker, (Projektleiterin der Wirtschaftsförderung, Moderatorin Sina Listmann, Tim Kraft (Leiter der Wirtschaftsförderung) und die Professoren Ingo Groß (Hochschule Bonn-Rhein-Sieg), Wolfgang Kath-Petersen (TH Köln), Klaus Becker (TH Bingen), Hans-Jürgen Christ (Universität Siegen) und Matthias Flach (Hochschule Koblenz). (Fotos: Schultheis)

Wissen. „Wir wollen Sie und Euch verkuppeln.“ Was Moderatorin Sina Listmann beim Auftakt für das Professorennetzwerk im Wissener Kulturwerk so locker über die Lippen kam, brachte es auf den Punkt. Die Idee des Professorennetzwerks, initiiert vom Landkreis Altenkirchen und seiner Wirtschaftsförderung: Informationen zu ingenieurwissenschaftlichen Studienangeboten mit Schwerpunkten im Maschinenbau an Universitäten und Hochschule in der näheren Umgebung, um die Chancen der Region für junge Menschen transparent zu machen, und Förderung von Kooperationsprojekten und Technologietransfer zwischen Hochschulen und regionalen Unternehmen. Jugendliche und junge Erwachsene sollen profitieren, indem sie schon früh Kontakte zu Unternehmen in der Region knüpfen und Einblicke gewinnen, wie der spätere ingenieurwissenschaftliche Studiengang und Arbeitsplatz auch vor dem Hintergrund der Digitalisierung - Stichwort Industrie 4.0 - aussehen kann. Die Unternehmen ihrerseits können darstellen, wie Technologietransfer ganz praktisch aussieht und ausloten, welche Kooperationsmöglichkeiten es gibt, auch mit Blick auf etwaige Fördermittel.

Das Professorennetzwerk, so Tim Kraft, Leiter der Wirtschaftsförderung, „soll auch Teil der Fachkräfteinitiative des Kreises sein.“ Man will berufliche Perspektiven aufzeigen, um die jungen Menschen an die Region zu binden. Sein Dank ging unter anderem an Professor Dr. Horst Idelberger, ehemals Universität Siegen, der Mitinitiator des Professorennetzwerks ist und die Wirtschaftsförderung berät.

Einblicke in Studium und Beruf
Und die, die verkuppelt werden sollten, zeigten reges Interesse: Rund 200 Gäste waren der Einladung gefolgt, darunter etwa 130 Schüler der Berufsbildenden Schulen Wissen und Betzdorf-Kirchen, der Fachoberschule an der August-Sander-Realschule plus in Altenkirchen, des Westerwald-Gymnasiums Altenkirchen und der IGS Betzdorf-Kirchen und des Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Betzdorfs, zudem Vertreter von rund 20 heimischen Unternehmen und der beteiligten Hochschulen. Das sind die Technische Hochschule (TH) Bingen, die TH Köln, die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, die Hochschule Koblenz und die Universität Siegen.

Die beteiligten Professoren, die alle einen Bezug zur Region haben, skizzierten nicht nur kurz die Schwerpunkte ihrer Arbeit, sie hatten auch Praxisbeispiele für den Technologietransfer mitgebracht: Der in Hilgenroth geborene Prof. Dr. Klaus Becher von der TH Bingen (Fachgebiet: Maschinenbau-Werkstofftechnik) beispielsweise stellte die Entwicklungen seines Fachbereichs in der Elektromobilität vor. Professor Dr. Wolfgang Kath-Petersen von der TH Köln (Fachgebiet: Produktmanagement in der Landtechnikindustrie) erläuterte den Einsatz der an der TH entwickelten punktgenauen Düngemittelapplikation bei der Maisaussat, die zu Einsparungen gegenüber der klassischen Düngung führt. Prof. Dr. Ingo Groß (Fachgebiet: Elektrotechnik-Automatisierungstechnik) erläuterte die Vorteile der Integration der Fachgebiete Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik in einem Studiengang an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Ingenieure gesucht
Schnell wurde in der Diskussionrunde der Hochschullehrer klar: Ingenieur zu werden, zahlt sich aus. E-Mobilität, Energiewende, Smart Home, Digitale Transformation, additive Fertigung, virtuelle Produktentwicklung, Industrie 4.0, die Fabrik der Zukunft – die Herausforderungen sind vielfältig. Und: „Der Markt ist absolventenfreundlich“, unterstrich Prof. Dr. Matthias Flach von der Hochschule Koblenz (Fachgebiet: Maschinenbau-Virtual Prototyping), „die Arbeitslosenquote unter Ingenieuren ist faktisch gleich null“, ergänzte Prof. Dr. Hans-Jürgen Christ von der Siegener Universität (Fachgebiet: Materialkunde und Werkstoffprüfung).

Doch nicht nur die Hochschullehrer kamen zu Wort: Mit dem Ende der Professoren-Diskussion fiel der Startschuss für die Unternehmen aus der Region, bei denen sich die Schülerinnen und Schüler interessiert informierten. Auch die beteiligten Hochschulen stellten ihre Angebote dabei ausführlich vor. (as)

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