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Nachricht vom 17.05.2018 - 07:59 Uhr    

Tarifkonflikt beim DRK: „Eine Nacht mit uns gibt’s nicht für lau“

Am 12. Mai war der internationale Tag der Pflege: eine Gelegenheit für Sonntagsreden. Mehr Wertschätzung, mehr Beachtung, bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen brauche die Pflege, heißt es dann oft. Wer will da widersprechen? Im Tarifkonflikt zwischen Verdi und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) wird es konkret – auch in der Region, wo seit Tagen großformatige Banner auf die Forderungen der Beschäftigten in Pflege und Sanitätsdienst hinweisen.

So wie hier an einer Wissener Tankstelle weisen kreisweit Spruchbanner auf die Forderungen der DRK-Mitarbeiter im Tarifkonflikt mit Verdi hin. (Foto: as)

Kreisgebiet. Seit Tagen sieht man sie an exponierten Stellen im Kreis Altenkirchen, und das nicht nur in der Nähe der beiden DRK-Krankenhäuser in Kirchen und Altenkirchen: von Hand gefertigte Banner, die auf den Tarifkonflikt zwischen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) hinweisen – nicht ohne Wortwitz und Hintersinn: „Eine Nacht mit uns gibt’s nicht für lau“ ist da beispielsweise zu lesen. Oder: „Arbeiten beim DRK ist wie ein Dessous: Spitzenqualität für einen Hauch von Nichts.“

Zentrale Demonstration in Mannheim
Mittlerweile gab es erste Warnstreiks. Die Beschäftigten beim Deutschen Roten Kreuz fordern ein verhandlungsfähiges Angebot von ihrem Arbeitgeber. Das ist aber bislang nicht in Sicht. Deshalb erhöht Verdi den Druck vor der dritten Verhandlungsrunde im bundesweiten Tarifkonflikt mit dem DRK und hat Beschäftigte im Geltungsbereich des DRK-Reformtarifvertrags in mehreren Bundesländern zu Warnstreiks aufgerufen. In Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz beteiligten sich bereits mehrere Hundert Beschäftigte an den Warnstreiks. Am gestrigen Dienstag (15. Mai) wurden die Arbeitskampfmaßnahmen ausgeweitet: Zu einer zentralen Demonstration in Mannheim mit über 900 Teilnehmern fuhren auch DRK-Mitarbeiter aus der Region. „Die Notversorgung ist für den Rettungsdienst und in den Krankenhäusern durch entsprechende Vereinbarungen gesichert. Die dritte Runde der Tarifverhandlungen findet am Mittwoch und Donnerstag in Berlin statt“, berichtet Verdi per Pressemitteilung. „Mit ihren Warnstreiks und Aktionen erhöhen die Beschäftigten jetzt den Druck auf die Arbeitgeber, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen“, sagte Sylvia Bühler, Mitglied im Verdi-Bundesvorstand. In der laufenden Tarifrunde fordert die Gewerkschaft Entgeltsteigerungen von 7,5 Prozent, mindestens jedoch 200 Euro pro Monat. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 150 Euro pro Monat angehoben werden.

Verdi: Arbeitgeberangebot ist nicht akzeptabel
Die Arbeitgeber haben bisher eine Einmalzahlung in Höhe von 220 Euro zum April 2018 angeboten. Ab 1. Juli 2018 soll es eine Entgeltsteigerung von 2,4 Prozent und ab 1. Juli 2019 weitere 2,2 Prozent geben, so die Vorstellungen der Arbeitgeber. Sylvia Bühler sagte, dieses Angebot sei nicht akzeptabel. Verdi lasse nicht zu, dass die Beschäftigten beim DRK von der allgemeinen Tarifentwicklung abgehängt werden.

Ein neuer Tarifvertrag soll her
Die Beschäftigten haben die klare Erwartung an die Arbeitgeber, die Arbeitsplätze attraktiv zu gestalten. Ein zeitgemäßer Tarifvertrag soll neue Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie für ein altersgerechtes Arbeiten und für Gesundheitsschutz schaffen. Bundesweit arbeiten beim DRK insgesamt rund 150.000 Menschen. Für rund 50.000 Beschäftigte gelten die zwischen Verdi und der Bundestarifgemeinschaft DRK tariflich vereinbarten Arbeits- und Entgeltbedingungen. Die Beschäftigten beim DRK arbeiten im Rettungsdienst, im Krankenhaus, in der Altenpflege, in der Behindertenpflege, in Kindertagesstätten, der Kinder- und Jugendhilfe, in der Bildungsarbeit und im Blutspendedienst. (as)

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