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Nachricht vom 11.10.2018 - 18:15 Uhr    

Altus-Klage: Verwaltungsgericht verhandelt über Windkraft auf dem Hümmerich

In der nächsten Woche verhandelt das Verwaltungsgericht Koblenz über die Klage der Altus AG in Sachen Errichtung von Windkraftanlagen auf dem Hümmerich zwischen Gebhardshain und Mittelhof. Die Bürgerinitiative (BI) Hümmerich fordert ihre Mitglieder auf, an der Verhandlung teilzunehmen. Nachdem die Kreisverwaltung in Altenkirchen den Bauantrag zur Errichtung von Windkraftanlagen auf dem Hümmerich abgelehnt hatte, hat die Altus AG gegen diese Entscheidung Klage eingelegt.

In der nächsten Woche verhandelt das Verwaltungsgericht Koblenz über die Klage der Altus AG in Sachen Errichtung von Windkraftanlagen auf dem Hümmerich zwischen Gebhardshain und Mittelhof. (Foto: BI Hümmerich)

Gebhardshain/Mittelhof. Nachdem die Kreisverwaltung in Altenkirchen den Bauantrag zur Errichtung von Windkraftanlagen auf dem Hümmerich zwischen Gebhardshain und Mittelhof abgelehnt hat, hat die Altus AG gegen diese Entscheidung Klage beim Verwaltungsgericht in Koblenz eingelegt. Der AK-Kurier berichtete hierzu. Der öffentliche Verhandlungstermin ist auf Donnerstag, 18. Oktober, festgesetzt. Darauf weist die Bürgerinitiative (BI) Hümmerich hin, die sich massiv gegen den geplanten Eingriff in die Natur wehrt und ihre Mitglieder auffordert, möglichst den Verhandlungstermin um 11 Uhr persönlich zu verfolgen.

Die Verhandlung vor Ort verfolgen
„Koblenz ist nicht gerade um die Ecke und 11 Uhr vormittags für die meisten BI-Mitglieder und Freunde ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt“, meint ihr Sprecher Dieter Glöckner, „dennoch wäre es wünschenswert, wenn möglichst viele Besucher den Weg über den Westerwald in Kauf nähmen – nicht nur, um unseren Widerstand gegen dieses unsinnige Vorhaben zu unterstreichen, sondern auch, um sich selbst ein Bild davon zu machen, wie Altus vorgeht und welche Argumente vorgebracht werden.“

Hochsensibles Gebiet
Zur Erinnerung: Schon während der Antragsphase hatte die Kreisverwaltung Altenkirchen Altus immer wieder die Gelegenheit zur Nachbesserung ihres Antrags gegeben. Doch auch die nachgelieferten Unterlagen reichten nicht aus, um insbesondere den Anforderungen des Naturschutzes in diesem höchst sensiblen Gebiet, wo seltene Rotmilane und Schwarzstörche siedeln, zu genügen. Auf die Ablehnung ihres Antrags reagierte die Altus mit Widerspruch vor dem Kreisrechtsausschuss. Dieser Widerspruch wurde ebenfalls abgewiesen, unter anderem, weil die erforderlichen Gutachten zum Bauantrag signifikante Mängel aufwiesen. Nachdem Altus daraufhin Klage beim Verwaltungsgericht Koblenz einreichte, hat sich der Kreisrechtsausschuss noch einmal bei den betroffenen Fachabteilungen der Kreisverwaltung und der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord rückversichert und in einer Klageerwiderungsschrift seine Position zu den Streitthemen untermauert.

Risiko für Rotmilane steigt
Dieter Glöckner: „Altus müsste wohl letztlich dem Gericht nachweisen, dass durch die geplanten Windräder nicht gegen das Verschlechterungsverbot für die Situation von Rotmilan und Schwarzstorch nach Natura-2000-Vorgaben verstoßen würde. Das scheint mir schwer. Immer wieder liest man von Tieren, die von Windrädern regelrecht zerschreddert wurden. Vom Rotmilan gibt es weltweit gerade mal noch etwa 20.000 Paare, viele davon brüten im nördlichen Rheinland-Pfalz, dem angrenzenden Siegerland und Hessen. Mit jedem Windrad, das sich dort dreht, steigt ihr Tötungsrisiko enorm. Das dürfen wir nicht hinnehmen – mal ganz abgesehen von den Belastungen, die von diesen gigantischen Anlagen für die rund um den Hümmerich lebenden und arbeitenden Menschen ausgehen.“ (PM)

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Kommentare zu: Altus-Klage: Verwaltungsgericht verhandelt über Windkraft auf dem Hümmerich

6 Kommentare

Und Sie kämpfen gegen den Willen der Mehrheit.
Ein schönes Demokratieverständnis haben Sie da!
#6 von Ingeborg Merzhäuser, am 16.10.2018 um 15:56 Uhr
Entschuldigung, mir ist ein Fehler unterlaufen:
Don Quichotte kämpfte gegen Windmühlen.
#5 von Markus Holschbach, am 16.10.2018 um 14:38 Uhr
Frage: Ist es die selbstentlarvende Polemik von Herrn Holschbach wert, darauf Bezug zu nehmen oder näher darauf einzugehen?
Antwort: Nein.

Haben Sie auch Argumente oder nur Platitüden?
#4 von Ingeborg Merzhäuser, am 13.10.2018 um 08:13 Uhr
Im Kampf gegen den Klimawandel werden wir nicht daran vorbeikommen, massiv weniger Energie zu verbrauchen und so den CO²-Verbrauch zu reduzieren. Dabei sollte jedermann zuerst bei sich selbst versuchen, seinen Energieverbrauch zu reduzieren.
Dazu gehört eben auch, nicht nach Koblenz zu fahren und so zu versuchen, das Gericht zu beeinflussen.

Ich selbst habe im Urlaub an der Nordsee nur wenige hundert Meter von einem Windrad gewohnt und keine negativen Folgen von dem Windrad gespürt.

Vielleicht bilden sich die Windkraftgegner die von Ihnen beschriebenen Auswirkungen auch nur ein und nehmen diese Einbildungen zum Anlass, gegen die Windkraftanlagen zu kämpfen (wie Don Quichotte gegen die Windräder).
#3 von Markus Holschbach, am 12.10.2018 um 16:36 Uhr
Genau, lassen wir uns – im Namen der Umwelt – von den stets bevormundenden Ökoterroristen die Natur noch weiter verhackstücken. Toller Plan!

Wollte man politisch die stets monstranzartig vor sich hergetragenen Klimaziele tatsächlich realistisch mit den bisher etablierten Mitteln erreichen, hätten wir zum Zeitpunkt jetzt, gerade mal 30% der benötigten Windräder in der Landschaft stehen. Ich empfinde bereits jetzt den Erholungswert im direkten und indirekten Umfeld dieser Anlagen praktisch gleich null. Will ernsthaft jemand nochmals 70% mehr dieser Teile in der Umwelt?

Gegen alles sind wohl eher Sie (Strom aus Kohle, Atomenergie, Natur, seltene Rotmilane und Schwarzstörche), außer natürlich gegen weitere sinnlose Windräder.
#2 von Ingeborg Merzhäuser, am 12.10.2018 um 09:08 Uhr
Windkraft will die BI nicht. Kohleförderung und Kohlverstromung natürlich auch nicht (siehe Hambacher Forst und Kohlendioxid als Klimakiller). Atomenergie, nein danke (spätestens seit Fukushima).
Regenerative Energieträger wie z.B. Wasserkraft und Sonne liefern aber zusammen nur ca. 20 % unseres Bedarfes. Liebe BI, wo sollen denn die fehlenden 80 % des Energiebedarfes herkommen? Es hilft nicht weiter gegen alles zu sein!

#1 von Wolfgang Schäfer, am 11.10.2018 um 15:06 Uhr

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