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Sparverhalten: Sparbuch & Co. vorn

Das Sparbuch und moderne Sparverträge sind bei den Deutschen noch immer die beliebtesten Formen, Geld anzulegen. Das ergab eine Umfrage von TNS Infratest im Auftrag der privaten Bausparkassen.
Westerwald. Ob es eine Reaktion auf die Finanzkrise ist oder schlicht der Tradition geschuldet: Fragt man die Deutschen nach den bevorzugten Wegen der Geldanlage, belegt das gute alte Sparbuch noch immer Rang eins. Gemäß einer Umfrage von TNS Infratest im Auftrag der privaten Bausparkassen zum Sparverhalten der Deutschen landet das traditionelle Sparbuch - einschließlich Spareinlagen und Banksparplänen - mit 55,2 Prozent auf dem ersten Platz. Es folgen der Bausparvertrag mit 39,0 Prozent, Renten- und Kapitallebensversicherungen mit 38,6 Prozent sowie das Girokonto mit 36,5 Prozent, Investmentfonds (23,9 %) Immobilien (23,8 %) sowie die Riester-Rente (22,4 %) und Aktien (14,6 %).
Insbesondere Sparpläne eignen sich nach Expertenmeinung zum Erreichen unterschiedlichster Sparziele. „Während der eine seine Vermögensplanung im Sinn hat, um in einigen Jahren eine Immobilie zu erwerben, wollen andere vielleicht etwas für die Ausbildung der Kinder oder Enkelkinder oder auch für die eigene Altersvorsorge ansparen“, berichtet Ulrich Birkenbeul, Geschäftsstellenleiter der Westerwald Bank in Flammersfeld. Dabei böten Sparpläne einen psychologischen Vorteil: „Sie disziplinieren dazu, regelmäßig Geld zurückzulegen. Die Folge ist, dass auf Dauer mehr Geld auf der hohen Kante liegt“, so Birkenbeul. Und wer längerfristig plane, könne mit dem Ansparen in Aktien-, Renten- oder Immobilienfonds moderne Anlageformen nutzen. Für Berufseinsteiger sei neben dem sinnvollen Sparen von Vermögenswirksamen Leistungen auch ein Riester-Fondssparplan interessant, um staatliche Zulagen und Steuervorteile zu nutzen.
Ein Vorteil von Fondssparplänen liegt in der Flexibilität: „Sparer können die Beiträge erhöhen oder je nach persönlicher Situation auch mal aussetzen. Selbst der Sparturnus lässt sich jederzeit ändern“, erklärt Birkenbeul. In einen Fondssparplan könne man beispielsweise schon ab 50 Euro ansparen. Im Gegensatz zu Einmalanlagen sei dabei der Einstiegszeitpunkt zweitrangig, denn unter dem Strich zähle nur die Summe, nicht aber die einzelne Sparrate. „Da die Sparrate gleich bleibt, erhält der Sparer bei schlechten Börsenzeiten mehr Anteile für sein Geld als in Zeiten mit hohen Börsenkursen. Dieses antizyklische Verhalten führt auf längere Sicht dazu, dass der durchschnittliche Preis pro Anteil niedriger ist, als wenn man immer gleich viele Anteile zu unterschiedlichen Preisen gekauft hätte“, erläutert der Experte der Westerwald Bank. Wie attraktiv ein Sparplan in Fonds schließlich sei, hänge vor allem von der Kursentwicklung zum Ende ab. Wer beim Sparen auf Aktienfonds setze und sich damit den allgemeinen Markt- und Ertragsrisiken stelle, müsse eines wissen: „Man kann mit einem Aktienfonds-Sparplan über lange Zeit attraktive Ertragschancen nutzen. Es kann aber auch einen Zeitpunkt geben, an dem die Sparanlage nicht das gewünschte Ergebnis zeigt.“ Sparer, die rechtzeitig in andere und weniger von Aktienmärkten abhängige Fondssparpläne wechseln und auf das aktive Fondsmanagement ihres Beraters vertrauen, könnten ihrem Ziel gelassener entgegensehen. Dabei sollte die jeweilige Ausrichtung des Fonds der eigenen Zukunftseinschätzung entsprechen und zum Anlagehorizont passen.
Insgesamt bleibt laut TNS Infratest die Altersvorsorge das primäre Sparziel der Deutschen. Gut zwei Drittel der Befragten (67,6 %) geben dies so an, gefolgt von Erwerb oder Renovierung von Wohneigentum (52,2 %) und Konsum und Anschaffungen (50,1 %). Erst mit größerem Abstand folgt das Sparziel Kapitalanlage mit 37,3 Prozent.

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