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Gefesselt vom Reich Neptuns vor der Insel Elba

In Kooperation mit dem meeresbiologischen Forschungsinstitut "HYDRA" und dem Biologie-Leistungskurs des Wissener Kopernikus-Gymnasiums gab es eine Studienfahrt, die diesen Namen verdient. Ziel der Reise war die Südwestküste der Insel Elba. Praktische Arbeiten stand im Mittelpunkt.
Gefesselt vom Reich Neptuns vor der Insel Elba
Wissen. In Kooperation mit dem meeresbiologischen Institut "HYDRA" absolvierten 34 Schülerinnen und Schüler der Biologie-Leistungskurse des Kopernikus-Gymnasiums Wissen einen meeresbiologischen Intensivkurs in Fetovaia an der Südwestküste der Insel Elba.
In zwei Teilgruppen von wissenschaftlichen Mitarbeitern vorzüglich betreut, erarbeiteten im Seminarstil die Schüler im Rahmen eines Kursprogramms neben den ozeanographischen Charakteristika des Mittelmeeres (Genese, relativ hohe Salinität, thermohaline Konvektion) vor allem dessen enorm hohe Biodiversität. Dabei wurden anhand zahlreicher, von den Hydra-Mitarbeitern zusammengestellter Proben weit über 100 tierische Organismen bestimmt. Im Mittelpunkt dieser taxonomischen Untersuchungen standen die Tierstämme, welche in besonderer Weise die Lebensräume des westlichen Mittelmeeres prägen, wie Schwämme, Hohltiere, Platt-, Rund- und Borstenwürmer, als Arthropoden die Krebstiere, Weichtiere (Schnecken, Muscheln und Tintenschnecken), Moostierchen und Stachelhäuter (See- und Schlangensterne, Seeigel und Seegurken) sowie als Gruppe der Vertebraten die Fische. Die Fischarten wurden dabei mit Hilfe von Schreibtafeln beim Schnorcheln bestimmt. Ein weiterer Bestimmungsschwerpunkt waren die vielen unterschiedlichen planktischen Formen, denen ein eigener Untersuchungstag gewidmet war.
Weitere Tierklassen wie die Manteltiere, Pfeil- und Spritzwürmer wurden, sofern sie in den Proben zu finden waren, in Grundzügen angesprochen.
Die anatomisch-morphologischen Kennzeichen der Lebewesen,das Beziehungsfüge von Bau und Funktion sowie die vielfältigen Anpassungserscheinungen der Tiere vor dem Hintergrund evolutionsbiologischer Entwicklungen standen im Mittelpunkt des Kursprogramms.
Integriert wurden diese klassischen zoologischen Inhalte in eine ökologisch orientierte Erörterung des Pelagials (Freiwasserzone) und Benthals (Bodenbereich) mit seinen Lebensräumen Sandboden, Seegraswiesen und Felslitoral, welche die Bucht von Fetovaia prägen.
Die in den Kursräumen untersuchten Organismen konnten dann im Rahmen eines Schnorchelkurses hautnah im Wasser beobachtet werden. Den Schülern erschloss sich dabei eine bunte, bisher unbekannte Welt, in die sie im wahrsten Sinne des Wortes eintauchen konnten. Vergessen war das mühsame Anlegen der schützenden Neoprenanzüge, die Schwierigkeiten mit Bleigewichten und schlecht sitzender Brille. Selbst als einige der Kursteilnehmer von der Leuchtqualle Pelagia noctiluca schmerzhaft genesselt wurden, war ihre Begeisterung ungebrochen.
Absoluter Höhepunkt beim Schnorcheln war für viele Kursteilnehmer – ob nur an der Wasseroberfläche oder auch mit Berührung – die Erkundung des Schiffswracks der „Elviscott“, die 1972 unmittelbar vor der Westküste Elbas sank und mit ihren Aufbauten dicht unter der Wasseroberfläche liegt.

An dem Tag, der für die Kursteilnehmer zur freien Verfügung stand, schnürte die Mehrzahl der Teil-nehmer die Wanderschuhe, um im Rahmen einer Tagestour vom mittelalterlichen Marciana Alta über einen luftigen alten Maultierpfad, vorbei an bizarren Tafoni-Verwitterungen, die Blütenpracht der Zistrosen-Macchia und die landschaftliche Schönheit der Hauptinsel des toskanischen Archipels zu bewundern. Andere erkundeten auf eigene Faust den quirligen Hauptort der Insel Portoferraio, in dem 1814 Napoleon Bonaparte sein 300-tägiges erstes Exil verbrachte.
Auf der Rückfahrt wurde noch ein Stopp am Campo die Miracoli in Pisa eingelegt, der mit den dort auflaufenden Touristenmassen ein Kontrast zum heimeligen Fetovaia darstellte, um dann nach einer langen nächtlichen Busfahrt mit tiefen Eindrücken wieder in Wissen anzukommen.
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Die beeindruckende Fauna des Mittelmmeeres lernten Schülerinnen und Schüler des Kopernikus-Gymnasiums kennen. Hier ein Seeigel.
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