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Skandal: MTD-Manager lassen Staatssekretär vor dem Wolf-Garten Werkstor warten

Ist es eigentlich nur Dummheit, Arroganz oder gezieltes Kalkül der MTD-Manager, die das langsame Sterben des Standortes Wolf-Garten Betzdorf einleiten? Am Montag ließen sie kaum Zweifel daran, dass ihnen an Gesprächen auch auf bundespolitscher Ebene im Prinzip nichts gelegen ist. Sie ließen Staatssekretär Peter Hintze vom Bundes-Wirtschaftsministerium und seine Begleiterdelegation vor dem Werkstor stehen und den vereinbarten Termin platzen. Es kam nach 13 Uhr dann doch noch zu einem Treffen. Das Konzept des Betriebsrates zur Rettung des Standortes stand zur Vorstellung und Beratung an.
Skandal: MTD-Manager lassen Staatssekretär vor dem Wolf-Garten Werkstor warten
Betzdorf. "Das habe ich ja noch nie erlebt", sagte der Staatssekretär im Bundes-Wirtschaftsministerium, Peter Hintze, am Montagmittag vor dem Werkstor von Wolf-Garten in Betzdorf sichtlich betroffen. Es war zwei Minuten vor 13 Uhr, und er stand schon seit 12 vor der Tür, ebenso wie Landrat Michael Lieber, MdB Erwin Rüddel, Bürgermeister Bernd Brato, der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Berno Neuhoff, die Vertreter der IG Metall Betzdorf und einige Betriebsratsmitglieder. Die Manager des MTD Konzerns, Vorstandsvorsitzender Peter Janssen und der Werksleiter für Deutschland, Stefan Bader, leisteten in Sachen Unhöflichkeit und Arroganz ganze Arbeit. Obwohl der Besuch Hinzes mit der Delegation angekündigt worden war und es auch die schriftliche Bestätigung für den Termin gab, ließ man die Politiker einfach draußen stehen. Die Brüskierung der deutschen Politiker, die eigens aus Berlin nach Betzdorf kamen, sorgte für böse Gesichter und wenig freundliche Kommentare. Claif Schminke, politischer Sekretär der IG Metall Verwaltungsstelle Betzdorf, sprach von einer unmöglichen Arroganz der Manager. "So kann man doch nicht mit Menschen umgehen", meinte er angesichts der vorausgegangenen Ansprache Hinzes an die Belegschaft. Leonard Epping, 1. Bevollmächtigter der IG Metall, und Wolfgang Tolmien, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender von Wolf-Garten, hatten die Termine vorbereitet und von Janssen bestätigt bekommen. Danach sollte es ein Gespräch mit dem Staatssekretär und den Vertretern der örtlichen Politik kurz nach 12 Uhr geben. Janssen und Bader tauchten 12.48 Uhr auf, ohne Gruß ging es ins Gebäude, wo eigentlich um 13 Uhr die Sitzung mit dem Betriebsrat, der IG Metall und der TBS (Technologie Beratungsstelle) Mainz mit der Geschäftsleitung beginnen sollte. Das gemeinsam erarbeitete Konzept, das der Betriebsrat vorlegte, war zuvor den Gästen aus der Politik vorgestellt worden.
Punkt 12 Uhr versammelte sich die Wolf-Garten Belegschaft am Werkstor, Epping unterrichtete über den aktuellen Stand der Verhandlungen. Um 13 Uhr sollte das Konzept des Betriebsrates zur Fortführung des Standortes Wolf-Garten Betzdorf vorgelegt werden. Epping begrüßte die Gäste aus Berlin und dem Landkreis, eingeladen gewesen war auch Wirtschaftsminister Rainer Brüderle, der aber abgesagt hatte. Das erarbeitete Konzept war der Delegation vorgelegt worden und auf positive Zustimmung gestoßen. „Der Wind im Westerwald kann sehr schnell zu einem Sturm werden“, sagte Epping und schloss Warnstreiks zur Rettung des Standortes nicht aus. Am Donnerstag ist die Mitgliederversammlung und dort wird entsprechend berichtet und die Befragung durchgeführt.
Staatssekretär Peter Hintze, selbst Besitzer eines Wolf-Rasenmähers, sprach zur Belegschaft und versprach, sich für das gute Konzept des Betriebsrates einzusetzen. Dass man ihn vor Türe stehen lassen würde, wusste er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Er hatte sich mit Konzept beschäftigt und war davon sehr angetan. "Forschung und Entwicklung, Produktion und Logistik sind in Deutschland hier am Standort gut aufgestellt", sagte Hintze. Es sei auch das Bestreben des Ministeriums, diese guten Eigenschaften zu erhalten, außerdem habe die Marke Wolf eine wirtschaftliche Strahlkraft in ganz Europa. Die Marke Wolf-Garten sei verbunden mit einem Premium-Produkt und stelle einen wirtschaftlichen Wert dar, der in Verbindung mit dem Standort von großer Bedeutung sei, führte Hinze aus. Hinze sah auch die Arbeitsplätze der Zuliefererbetriebe in der Region, die einen hohen Stellenwert besitzen und die mit ihrem technischen Know-How den Erfolg einer Marke mittragen. "Ich werden die Unternehmensleitung vom MTD bitten, das Konzept anzunehmen", sagte Hintze zu einem Zeitpunkt, als er glaubte, in Kürze empfangen zu werden.
"Wir müssen alle Chancen für Betzdorf nutzen, das Konzept des Betriebsrates ist gut", sagte MdB Erwin Rüddel und versprach, sich weiterhin einzusetzen. Zur Unterstützung der Wolf-Belegschaft kamen auch wieder Vertreter des Rexnord-Betriebsrates ans Werkstor. Empfangen wurden die Gäste aus der Politik noch nach 13 Uhr - natürlich nicht öffentlich. (hw)
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Peter Hintze, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium (Mitte) sprach zur Wolf-Garten Belegschaft, und versprach, sich für das gute Konzept des Betriebsrates einzusetzen. Fotos: Helga Wienand
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Kommentare zu "Skandal: MTD-Manager lassen Staatssekretär vor dem Wolf-Garten Werkstor warten"

2 Kommentare

Lachhaft was die Geschäftsleitung in Betzdorf veranstaltet. Wie kann man Menschen so verachten. Ist den hohen Herren der Geschäftsleitung nicht bewusst was sie mit einer Werkschließung die gar nicht nötig ist, veranstalten?
Sie schicken mit ihrer Dummheit Familien in den Ruin, nur um ihre Macht aus zuspielen.

Die Mitarbeiter von Wolf-Garten sollen den Laden in Betzdorf abbrennen, dann haben alle ihre Ruhe, denn die Firma wird sowieso geschlossen werden.
#2 von detimann1964, am 18.08.2010 um 08:34 Uhr
Man soll das mal so wie in Frankreich machen einfach mal diese Manager einschließen in ihrer Firma das sie endlich begreifen das es noch Menschen gibt die Zuhause Frau und Kinder haben und nicht einfach mal das Werk schließen das sie ende des Jahres mit ihrer Familie einen größere Gans genießen können mit ihren boni gehalt
#1 von sdds, am 16.08.2010 um 22:28 Uhr
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