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Gelungene Kooperation führt zum Bau einer neuen Maschine

Gemeinsam geht es besser und Kooperationen zwischen Wissenschaftlern und Praktikern führen zum Erfolg. Dies belegt eindrucksvoll die Entwicklung einer neuer Maschine, die in Kooperation mit der Firma Georg Maschinenbau, Neitersen, und der Universität Siegen derzeit in Arbeit ist, und deren Entwicklung und Konstruktion vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird.
Gelungene Kooperation führt zum Bau einer neuen Maschine
Neitersen. Eine gelungene Kooperation zwischen der Firma Georg Maschinenbau, Neitersen und der Universität Siegen, Fachbereich 11, Institut für Konstruktion und Maschinenbau, führt zur Entwicklung einer neuen Maschine. Ein neuer Prototyp eines Kugelkäfig-Stanzautomaten ist in Arbeit.
Diplom-Ingenieur Sebastian Rosner begann 2004 im dualen System sein Maschinenbaustudium, es folgte die Diplomarbeit. Er ist mit der Forschung, Entwicklung und Konstruktion der neuen Maschine als wissenschaftlichen Mitarbeiter an der Uni tätig, aber auch als Praktiker im Werk. Der junge Ingenieur hat somit zwei Arbeitsstellen, und auch eine durchaus hervorragende Zukunftschance mit Blick auf eine Promotion.
Die Kooperationen zwischen der Uni Siegen im Bereich Technik und der Uni Koblenz im betriebswirtschaftlichen Bereich haben bei der Firma schon eine lange Zeit Bestand. Geschäftsführer Guido Brassart und Professor Horst Idelberger stellten das Projekt der Öffentlichkeit vor. Im Mittelpunkt standen dabei die jungen Nachwuchskräfte, die zur Zeit ihre duale Ausbildung absolvieren. Brassart ließ keinen Zweifel daran, dass man mit der neuen Maschine Geld verdienen will und die Stellung als Marktführer weltweit ausbauen will. Aber es geht auch um die Zukunftssicherung des Unternehmens mit hervorragend ausgebildeten Fachkräften. "Es gehört zur Philosophie unserer Firma, die Fachkräfte möglichst selbst auszubilden und an uns zu binden", sagte Brassart. Dies betreffe nicht nur den akademischen Nachwuchs, auch die Hauptschüler erhielten Chancen im Betrieb. "Wir brauchen gute Leute, dies gilt von der Lehre bis hin zum Abteilungsleiter oder Ausbildungsleiter, deshalb investieren wir in Ausbildung", so Brassart. Rund 100.000 Euro werden jährlich in Fortbildung und Weiterbildung der Stammbelegschaft (55) im Werk Neitersen gesteckt. Zur Zeit sind in der dualen Ausbildung Tobias Henn, Maschinenbau im 5. Semester, und Heiko Brandenburger, im 4. Semster Betriebswirtschaft. Beide Studenten sind in den vorlesungsfreien Zeiten im Werk, sie erhalten auch besondere Möglichkeiten, wie etwa Auslandseinsätze.
Ein mittelständisches Unternehmen kann sich keine eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen mit all den vielen besonderen hochtechnischen Einrichtungen leisten. Da helfen Kooperationen, wie die mit der Uni Siegen. Idelberger sieht dies als große Chance für die gesamte Region. Im dualen Studium können Firmen frühzeitig Fachpersonal binden. In den mittelständischen Betrieben gebe es schneller Beförderungen und interessante Einsatzgebiete für jungen Leute als in Großkonzernen, meinte Idelberger. Er warb dafür, dass Firmen aber auch interessierte Berufsanfänger die bestehenden Netzwerke nutzen sollten, sie seien für die Region extrem wichtig. Wichtig seien aber auch engagierte Personen, die aktiv hinter den Netzwerken und Ausbildungsinitiativen stehen sollten.
Das Institut liefert die Voraussetzungen für die hochmodernen Prozesse der Simulationstechnik, die am Rechner durchgeführt werden. Diese Simulationen machen es überflüssig, jedesmal den Prototypen einer neuen Maschine zu bauen, so, wie es vor Jahrzehnten noch üblich war. Ist man mit den Ergebnissen am Simulator zufrieden wird ein Konstruktionsprozess eingeleitet. Die Konstrukteure und Maschinenbauer gehen an die Arbeit. Für den neuen Kugelkäfig-Stanzautomaten sind rund 20 Personen mit Entwicklung und Bau beschäftigt. Das Team umfasst alle Bereiche.
Sebastian Rosner erläuterte seine Arbeit, die zur Entwicklung und Konstruktion eines neuen Kugelkäfig-Stanzautomaten führen wird. Solche Maschinen baut Georg und ist damit Weltmarktführer geworden. Dieses Alleinstellungsmerkmal gilt es zu behalten. Ein Kugelkäfig spielt die tragende Rolle in einem Antriebsgelenk, egal ob Kleinwagen, Allradfahrzeug oder Lkw. Die Georg-Stanzmaschinen bringen die Fenster in den Käfig aus Stahl, in dem sich dann im fertigen Gelenk einer Antriebswelle die Kugeln befinden. Die bislang erfolgreichen Maschinen produzieren alle elf Sekunden einen Kugelkäfig. Diese Taktung soll schneller werden, die Qualität der Käfige verbessert werden, und da es verschiedene Größen der Kugelkäfige gibt, soll der Wechsel der Werkzeuge für die Produktionsbetriebe deutlich verbessert werden. "Die Rüstzeiten für neue Werkzeuge spielen heute eine große Rolle, wir müssen den Produktionsbetrieben etwas bieten", erklärte Brassart. Aber auch der Umweltgedanke und der schonende Umgang mit Ressourcen spiele eine große Rolle bei der neuen Maschine. Die Optimierung des Antriebssystems spielt dabei eine bedeutende Rolle, wie Rosner erläuterte. Und dabei sei die Erstellung eines virtuellen Prototyps extrem wichtig.
Das Forschungsprojekt wird im Rahmen des Förderprogramms „Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand“ (ZIM) des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert. Das freut die Firma aber auch die Universität, daran ließen Idelberger und Brassart keinen Zweifel. Mit 122.500 Euro Fördermitteln wird die Firma Georg unterstützt, das Institut von Idelberger erhält 175.000 Euro. Im Jahr 2012 soll die neue Maschine marktfähig sein. (hw)
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Dipl.-Ing. Sebastian Rosner (links) und Maschinenbaustudent Tobias Henn erklärten die besonderen Herausforderungen an einem Kugelkäfig-Stanzautomaten der neuen Generation. Fotos: Helga Wienand
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