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Helfende Hände im Dienst am Nächsten

Seit einem Jahr ist die Arbeitsgruppe (AG) Nachbarschaftshilfe im Bürgerverein Stadtmarketing Montabaur inzwischen aktiv. Rund 60 Helferinnen und Helfer, so das Fazit von Runald Herbertz, Sprecher der AG, haben während dieser Zeit in zirka 900 Einsätzen und etwa 1800 Arbeitsstunden auf unterschiedlichste Weise Hilfe geleistet.
Montabaur. Die Hilfsangebote der Nachbarschaftshilfe sind vielfältig. So begleitet beispielsweise ein Helfer wöchentlich einmal einen geistig Behinderten ins Montabaurer Hallenbad, wo es einen besonderen Schwimmkurs für Menschen mit Handikap gibt. In einem anderen Fall kümmern sich Helfer um eine stark sehbehinderte Frau und haben ihr damit wieder eine regelmäßige Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht. „Ein weiteres interessantes Beispiel ist das einer stark behinderten 80jährigen Dame, die völlig auf fremde Hilfe angewiesen ist und pflegerisch von der Caritas sehr gut versorgt wird. Ihr konnten wir durch regelmäßigen Besuch wieder ein wenig Kontakt zur Außenwelt vermitteln“, weiß Uli Schmidt, zweiter Sprecher der AG.

Viele andere Helfer besuchen regelmäßig ältere Menschen in den Seniorenheimen in der Stadt, gehen mit ihnen spazieren oder für sie einkaufen oder ermöglichen ihnen die Teilnahme an Ausflügen. Die Kooperation mit der städtischen Einrichtung sei gut, betont Schmidt. „Wir hoffen, dass dies künftig auch für den privat geführten Seniorenwohnpark, der ab 1. Oktober der Azurit-Rohr-Gruppe angehört, möglich sein wird.“ Dort seien Hilfestellungen, wie sie die Nachbarschaftshilfe anbietet, bitter nötig. „Die Palette der Hilfsmöglichkeiten ist groß“, betont Runald Herbertz, „selbst wenn es nur um ein Gespräch oder um einen Einkauf geht.“ Deshalb sind neue Helfer stets willkommen.

Seit Beginn ihrer Tätigkeit hat die Nachbarschaftshilfe einen eigenen Büroraum im Rathaus der Stadt Montabaur zur Verfügung. Dort können sich Hilfesuchende oder deren Angehörige melden, wenn sie Unterstützung brauchen. Das Büro ist donnerstags von 15 Uhr bis 17.30 Uhr besetzt. An den übrigen Tagen ist unter der Telefonnummer 0 26 02-12 62 46 ein Anrufbeantworter geschaltet, der regelmäßig abgehört wird. „Rund 300 Stunden haben unsere ehrenamtlichen Bürohelfer im zurückliegenden Jahr damit verbracht, Hilfegesuche entgegenzunehmen oder Helfer zu vermitteln“, sagt Runald Herbertz.

Ein weiteres Projekt der Nachbarschaftshilfe ist inzwischen ebenfalls angelaufen: die Aktion „Wunschoma/Wunschopa“. Elf Personen im „Oma-/Opa-Alter“ haben sich bereits gemeldet und die ersten Wunschgroßeltern konnten schon vermittelt werden. „Uns fehlt es dabei noch an interessierten Männern“, so Uli Schmidt, der sich um dieses Projekt kümmert. Es seien vor allem Jungs, die sich besonders einen Opa wünschen, der ihnen beispielsweise zeigt, wie ein Drachen gebaut wird oder der ihnen den einen oder anderen handwerklichen Kniff beibringt.

Die Nachbarschaftshilfe ist in ihrem ersten Jahr nicht auf die Stadt Montabaur begrenzt geblieben. „In Welschneudorf haben sich einige Bürger unserer AG angeschlossen, um vor Ort ebenfalls ehrenamtlich Hilfestellungen anbieten zu können“, sagt Uli Schmidt. „Außerdem hoffen wir, dass es demnächst auch in Girod, Ruppach-Goldhausen und in den Augstgemeinden ähnliche Initiativen geben wird. Von dort bekommen wir Anfragen Hilfebedürftiger, haben aber vor Ort noch keine Helfer. Auch in Welschneudorf können wir weitere Unterstützung gebrauchen.“

Die Arbeitsgruppe will den Helfern künftig auch Weiterbildungsmöglichkeiten zum Thema „Ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe“ anbieten. Ein erstes Konzept ist derzeit in Vorbereitung. „Darüber hinaus lohnt es sich auch aus versicherungstechnischen Gründen, bei der Nachbarschaftshilfe als Helfer angemeldet zu sein“, betonen Schmidt und Herbertz.

Die beiden Sprecher der AG sind optimistisch, dass die Nachbarschaftshilfe des Bürgervereins Stadtmarketing Montabaur auch in Zukunft hilfebedürftigen Menschen unkompliziert und schnell zur Seite stehen kann.

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