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Nachricht vom 11.10.2018
Wirtschaft
Gastronomischer Jugendaustausch zwischen Frankreich und Deutschland
Das ist ein Austausch der besonderen Art: Der gastronomische Jugendaustausch zwischen der Berufsbildenden Schule Betzdorf-Kirchen und der Hotelfachschule in Dijon bietet mehrwöchige Praktika im jeweils anderen Land an. In Beaune vermitteln ihnen Spitzenrestaurants und -hotels landestypische Kulinarik. Mit Inspirationen, sowie neuen Kenntnissen und Fertigkeiten werden die Nachwuchskräfte ihre Betriebe im Westerwald bereichern, umgekehrt steigern diese ihre Attraktivität als Ausbildungsstätte. Dieses besondere Angebot gilt bereits jetzt als beispielgebend, geht es doch über gelegentliche Besuche weit hinaus. 2019 steht der Gegenbesuch aus Frankreich an.
Der gastronomische Jugendaustausch zwischen der Berufsbildenden Schule Betzdorf-Kirchen und der Hotelfachschule in Dijon bietet mehrwöchige Praktika im jeweils anderen Land an. (Foto: privat) Betzdorf/Kreisgebiet. Seit nunmehr drei Jahren besteht reger Austausch zwischen den Auszubildenden der Gastronomie im Landkreis Altenkirchen und den französischen Kollegen aus Dijon (Bourgogne-Franche-Comté). Die Partnerschaft ins Leben gerufen haben die Gastronomie-Abteilungen der Berufsbildenden Schule Betzdorf-Kirchen und der Hotelfachschule Lycée Le Castel, federführend hierbei Studiendirektorin Ulrike Peters und Uwe Steiniger von der Klostergastronomie Marienthal auf deutscher Seite sowie Renaud Mourgues und François Stragier auf französischer Seite.

Erstmals Praktikum in Frankreich
Nun haben gastronomische Ausbildungsbetriebe der Region erstmals gemeinsam Auszubildende für ein vierwöchiges Praktikum nach Frankreich entsendet. In Beaune vermitteln ihnen Spitzenrestaurants und -hotels landestypische Kulinarik. Mit Inspirationen, sowie neuen Kenntnissen und Fertigkeiten werden die Nachwuchskräfte ihre Betriebe im Westerwald bereichern, umgekehrt steigern diese ihre Attraktivität als Ausbildungsstätte. Dieses besondere Angebot gilt bereits jetzt als beispielgebend, geht es doch über gelegentliche Besuche weit hinaus.

Anfängliche Nervosität wich schnell
Von Anfang an steckte man sich das Ziel, den Auszubildenden beider Nationen ein mehrwöchiges Praktikum im jeweils anderen Land zu ermöglichen. Als erste nutzen nun Yasemin und Nesrin Sezer (Klostergastronomie Marienthal), sowie Tim Zantis (Hotel Hammermühle) die Möglichkeit. Renaud Mourgues und François Stragier haben hierfür renommierte Vorzeigebetriebe gewinnen können. Nach anfänglicher Nervosität bestätigen die Nachwuchs-Gastronomen in einem Zwischenfazit, dass sie bestens aufgenommen wurden, schon einiges dazulernen durften und sicherlich ihre Erfahrungen in ihren Betrieben und der Schule weitergeben können.

Weinbergschnecken-Farm und Käserei besucht
Vor Praktikumsbeginn erkundeten zwölf Azubis aus dem Landkreis Altenkirchen eine Woche lang die Bezugsquellen der Gastronomie von Dijon: Weinbergschnecken-Farm, Käserei und eine „Kulinarische Stadt-Rallye“ zeigten die Vielfalt regionaler Erzeuger auf. Die deutschen Schüler nahmen zudem am Unterricht der französischen Fachschüler teil. Aber auch die Freizeit wurde gemeinsam verbracht, was erneut Möglichkeiten „en masse“ bot, besondere Kulinarik zu erleben. Jean-Luc Dereclenne, der Leiter der Hotelfachschule im Lycée Le Castel, lud beispielsweise alle Projektbeteiligten ins Restaurant Villa Vauban“zum Dîner ein. Neben dem Genuss französischer Gaumenfreuden wurde viel erzählt und viel gelacht. Höhepunkt war der deutsch-französische Abend im Salon Gustave Eiffel. Hierbei zeigten die Auszubildenden, zu was sie gemeinsam im Stande sind: ein vortreffliches Vier-Gänge-Menu samt herausragendem Service. Zu den Gästen zählten der stellvertretende Bürgermeister Dijons, Patrice Chateau, die Direktorin des Lyzeums, Françoise Tancogne-Riviere, sowie Bernhard Schaupp vom Haus Rheinland-Pfalz.

Gegenbesuch und Praktikum im nächsten Jahr
Die Grußworte machten deutlich, welch hohe Wertschätzung dieser Austausch erfährt. Als Schirmherr des Projekts erinnerte Uwe Steiniger an Zeiten von Grenzkontrollen, Geldumtausch und gegenseitigem Misstrauen: „Es klingt verrückt, aber es gibt tatsächlich Leute, die wollen dahin zurück. Unsere Jugend aber lässt sich nicht beirren, sie lernen zusammen und sie lachen zusammen.“ Den Beweis dafür erbrachten die deutsch-französischen Schüler die gesamte Woche über und wurden mit viel Applaus dafür bedacht. Ulrike Peters bedankte sich bei den Ausbildunsgsbetrieben im Landkreis Altenkirchen, ohne die das nicht möglich sei. Im kommenden Jahr erwartet man nicht nur den Gegenbesuch, sondern ebenso einige französische Schüler, welche die Westerwälder Gastronomie im Praktikum kennen lernen wollen. „Es bleibt spannend, vor allem aber lebendig. Hiervon profitieren wir letztlich alle“, so Ulrike Peters. (PM)
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