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Nachricht vom 11.02.2022    

Heizen mit Strom – ist das umweltfreundlich?

Mit Strom zu heizen, ist sehr einfach. Es sind keine aufwendigen Installationen notwendig. In der Regel genügt es, die Heizung an eine Steckdose anzuschließen, und schon erzeugt sie Wärme. Warum also nicht öfters mit Strom heizen? Technologisch ist es tatsächlich sehr einfach, mit Strom zu heizen. Doch in der Praxis stehen dem einige Nachteile entgegen. Häufig kommt noch immer der Strom in den Haushalten aus Kohle- und Atomkraftwerken. Zudem ist das Heizen mit Strom sehr teuer. In Neubauten erlaubt die aktuelle Gesetzeslage keine Heizung, die nur mit Strom betrieben wird. Lediglich bereits bestehende Nachtspeicherheizungen dürfen Hausbesitzer weiterbetreiben.

Mit einer Fotovoltaikanlage können Hausbesitzer den Strom für ihre Heizung selbst erzeugen. Foto Quelle: pixabay.com / photomix-company

Es kann sich lohnen, eine Stromheizung als Ergänzung zu einer alten Anlage zu betreiben, wenn sie eine konventionelle Heizanlage unterstützen soll. Für Wochenend- und Ferienhäuser sind Heizungen, die mit Strom betrieben werden, ebenfalls praktisch. Sie haben geringe Anschaffungskosten. Mieter haben in der Regel keinen Einfluss, wie die zentrale Heizungsanlage eingestellt ist. Sie können mit einer zusätzlichen Stromheizung den eigenen Wohnkomfort steigern. Gerade im Bad ist das eine interessante Möglichkeit, wo nur für kurze Zeit eine höhere Temperatur notwendig ist.

Lohnen sich Heizstrom-Tarife?
Wenn Hausbesitzer über eine Stromheizung nachdenken, fallen ihnen als Erstes die hohen Betriebskosten ein, die mit dem Stromverbrauch einhergehen. Eine Alternative sind spezielle Heizstromtarife, deren Preise um bis zu 10 Cent je Kilowattstunde Strom günstiger sind als die normalen Haushaltsstromtarife.

Dafür sind allerdings bestimmte technische Voraussetzungen notwendig. Wer den günstigen Heizstrom beziehen möchte, muss diesen auf jeden Fall mit einem eigenen Stromzähler messen. Zusätzlich kann ein Zweitarifzähler beim Sparen helfen. Dieser unterscheidet beim Messen nach Tageszeit in Tag- und Nachtstrom. Da der Nachtstrom die Netze tagsüber entlastet, ist er bei vielen Anbietern günstiger.

Alternative: Strom selbst erzeugen
Es ist nicht in jedem Fall notwendig, dass der örtliche Versorger den Strom für die Heizung liefert. Hausbesitzer können den dafür notwendigen Strom auch selbst erzeugen, beispielsweise mit einer Fotovoltaikanlage oder einem Gerät zur Kraft-Wärme-Kopplung. Damit müssen sie dann am Ende nicht mehr so viel Strom von ihrem Energieversorger beziehen und sparen Geld.

Mit einem Solarmodul auf dem Dach lässt sich ebenfalls Strom erzeugen für die Heizung. Solarmodule auf einer Fläche von 40 m2 erzeugen circa 5000 Kilowattstunden Strom in einem Jahr, je nach Witterung. Wer einen Speicher einsetzt, kann die Energie zwischenspeichern und mit den 5000 kWh einen großen Teil des eigenen Strombedarfs decken.

Allerdings ist das Heizen mit Strom aus der Fotovoltaikanlage mit hohen Investitionskosten verbunden. Aus ökologischer Sicht ist es auf jeden sinnvoll, weil es die fossilen Ressourcen schont und damit das Klima entlastet. Wirtschaftlich rechnet sich eine solche Anlage nicht unbedingt. Daran kann sich in der Zukunft aber einiges ändern, wenn die Preise für die Anlagen und die Speicher weiterhin sinken und die Anforderungen an den Gebäudewärmeschutz immer strenger werden.

Was kostet das Heizen mit Strom?
Was das Heizen mit Strom am Ende kostet, ist von mehreren Faktoren abhängig, beispielsweise von der Betriebszeit oder der Dämmung des Hauses. Die Kosten lassen sich annäherungsweise berechnen:

Die Anschlussleistung der Heizung in Kilowatt multipliziert mit der Betriebszeit in Stunden ergibt die Anzahl an Kilowattstunden. Das Ergebnis wird dann einfach mit dem Strompreis in Euro pro Kilowattstunde multipliziert. Das Endergebnis ist dann die Antwort auf die Frage, was das Heizen mit Strom kostet.

Welche Vor- und Nachteile hat das Heizen mit Strom?
Heizen mit Strom hat nicht nur Nachteile, sondern auch einige Vorteile. Ein großer Vorteil ist, dass die Wärme direkt dort erzeugt wird, wo sie gebraucht wird. Es kommt nur zu geringen Verlusten und es entsteht ein behagliches Klima zuhause oder im Büro. Die Anschaffungskosten sind gering und die Installation ist schnell und einfach erledigt.

Nachteilig an einer Stromheizung ist, dass die Verbrauchskosten so hoch sind. Zudem ist der Strom aus einem Kohle- oder Atomkraftwerk weder für die Umwelt noch für das Klima gut.

Tipps für den Alltag mit einer Stromheizung
Manchmal sind Hausbesitzer auf das Heizen mit Strom angewiesen. Dann stellt sich die Frage, wie das günstig funktionieren kann.

- Ist die elektrische Heizung nur eine Zusatzheizung, sollte sie nur zum Einsatz kommen, wenn es wirklich notwendig ist. Damit sinkt die Betriebszeit und das hilft, die Kosten zu senken.
- Eine etwas niedrigere Raumtemperatur reduziert den Wärmebedarf und damit auch den Strombedarf.
- Eine alte ineffiziente Stromheizung lohnt sich nicht. Hier ist umrüsten auf einen anderen Energieträger sinnvoll. Damit lässt sich jedes Jahr so viel Geld sparen, dass sich die neue Anlage innerhalb von vier bis fünf Jahren amortisiert.

Sind Stromheizungen die Heiztechnologie der Zukunft?
Wer einen Blick in andere Bereiche wirft, muss feststellen, dass fossile Brennstoffe überall auf dem Rückzug sind. Immer öfter kaufen Verbraucher Elektroautos anstelle eines Verbrennerautos mit Benzin- oder Dieselmotor. Das Heizen mit Strom gewinnt ebenfalls immer mehr an Bedeutung. Gerade in modernen Häusern, die kaum noch Energieverluste zu verzeichnen haben, kommt sie wieder zum Einsatz. Eine autarke Stromheizung kann sich in Zukunft rentieren, wenn die Preise für Fotovoltaik und Speicher weiter sinken.

Für viele Experten ist Strom allerdings nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zu wasserstoffbasierten Heizsystemen. Wasserstoff lässt sich mittels Elektrolyse mit Strom aus erneuerbaren Energien herstellen. Wasserstoff lässt sich günstiger und einfacher speichern als Strom. Das ist ein wichtiger Faktor. Denn das solare Angebot ist insbesondere im Sommer groß, während der Bedarf an Heizwärme im Winter besteht. (prm)

Agentur Autor:
Timo Meißner



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