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Pressemitteilung vom 13.08.2025    

Reform des Gesundheitssystems: Neue Wege für Patienten in Rheinland-Pfalz

Die medizinische Versorgung in Deutschland steht vor einem Wandel. In Rheinland-Pfalz sollen ambulante Behandlungen zunehmend Klinikaufenthalte ersetzen. Doch was bedeutet das konkret für die Patienten und die Kliniken?

Arztpraxis. (Foto: Peter Kneffel/dpa)

Mainz. Die Umstrukturierung der medizinischen Versorgung in Deutschland bringt weitreichende Veränderungen mit sich, insbesondere für Rheinland-Pfalz. Der Trend geht hin zu mehr ambulanten Behandlungen, um Klinikaufenthalte zu reduzieren.

"Wenn wir uns mit anderen europäischen Ländern vergleichen, haben wir die meisten Krankenhausbetten, die längsten Liegedauern", erklärt Ralf Kiesslich, Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Mainz. "Wir haben trotzdem nicht die längste Lebenserwartung." Deshalb sei eine Reform notwendig.

Volle Notaufnahmen und lange Wartezeiten verdeutlichen den Bedarf nach einer neuen Patientensteuerung. Mit der geplanten Krankenhausreform könnten Patienten nach der Akutversorgung zeitnah an andere Krankenhäuser verwiesen werden, was laut Kiesslich die Effizienz steigern könnte.

Auch Andreas Bartels von der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz begrüßt die Ambulantisierung als kostengünstigere Alternative. So koste die stationäre Behandlung eines Leistenbruchs rund 3.800 Euro, während die ambulante Variante nur etwa 600 Euro erfordere.

Leistungen sollen einheitlich vergütet werden
Ein zentraler Aspekt der Reform sind die sogenannten Hybrid-DRGs, die eine einheitliche Vergütung für ambulante und stationäre Leistungen ermöglichen. Dies soll Anreize schaffen, mehr Behandlungen ambulant durchzuführen. In Fächern wie Urologie und Gynäkologie hat diese Praxis bereits zugenommen. Künftig wird auch in der Kardiologie und Gastroenterologie eine Zunahme erwartet.



Krankenhausgesellschaft äußert Bedenken
Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft aus Rheinland-Pfalz, äußert jedoch Bedenken. Er sieht die Qualitätssicherung und Patientensicherheit durch die Hybrid-DRGs gefährdet. Eine einheitliche Vergütung könne Fehlanreize schaffen, da viele Leistungen nur mit der Krankenhausinfrastruktur realisierbar seien. Bartels widerspricht dem und betont die Vorteile einer verlässlicheren Terminvergabe und geringeren Kosten bei ambulanter Behandlung.

Schwierige Reform
Die Umsetzung der Reform gestaltet sich schwierig, da in Deutschland der ambulante und stationäre Sektor traditionell getrennt sind. "Es wird viel diskutiert, wie die teils unabhängig agierenden Systeme durchlässiger werden könnten", so Kiesslich. Trotz dieser Herausforderungen erwartet er langfristig ein neues Versorgungskonzept, sowohl bundesweit als auch in Rheinland-Pfalz.
(dpa/bearbeitet durch Red)


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