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Nachricht vom 13.01.2026    

Wichtigster Raum, wenn es um altersgerechtes Wohnen geht

Wenn Menschen in Deutschland darüber nachdenken, wie ein Zuhause auch im Alter funktionieren soll, steht das Badezimmer an erster Stelle. Kein anderer Raum wird so häufig als „entscheidend“ genannt, wenn es um Komfort und Sicherheit im Alltag geht. Das bestätigt auch die repräsentative Untersuchung der deutschen Sanitärwirtschaft.

Das Badezimmer: zunehmend Maßstab dafür, ob Wohnen im Alltag wirklich funktioniert. © Pexels.com, Vlada Karpovich

Gute Gründe dafür, dass das Badezimmer diese neue Aufmerksamkeit erhält
Das Bad ist für viele Deutsche Rückzugsort in stressigen Zeiten, Mini-Spa für Gestresste, und für viele der einzige Raum im Alltag, der einem wirklich „gehört“. Ein Ort, an dem man die Tür schließt und für einen Moment nicht verfügbar ist. Diese emotionale Rolle spiegelt sich in Zahlen wider: Branchenanalysen sprechen inzwischen davon, dass „kaum ein Raum derzeit so viel Aufmerksamkeit erfährt wie das Badezimmer“. Denn während Küchen längst Lifestyle-Statements sind und Wohnzimmer in offenen Grundrissen verschwimmen, bleibt das Bad der letzte intime Raum mit klarer Grenze.

Hinzu kommt ein sehr praktischer Aspekt: Viele Bäder in Deutschland sind schlicht in die Jahre gekommen. Und wer die Demografie kennt, weiß, dass Barrierefreiheit, gute Erreichbarkeit und Sicherheit im Bad nicht mehr „nice to have“ sind, sondern Realität der kommenden Zeit. Genau das spiegelt sich auch in der aktuellen Civey-Umfrage für Hornbach wider: Ein Drittel der Befragten plant innerhalb der nächsten zwei Jahre einen altersgerechten Umbau – erstaunlich viel in einem Bereich, der traditionell eher schleppend modernisiert wurde.

„Eine barrierefreie Dusche ist für Senioren und Menschen mit Einschränkungen perfekt geeignet. Sie ist bodengleich und somit einfach zu betreten, verfügt über Haltegriffe, einen Klappstuhl und bietet ausreichend Platz für den Einsatz von Gehhilfen, Rollatoren oder Rollstühlen.“ sagt Michael Gorski, Geschäftsführer von Badsanieren24 GmbH.

Viele Bäder werden heute ganz anders geplant
Badexperte Gorski weiter: „Wer heute eine Badsanierung in Altenkirchen durchführen möchte, plant deshalb selten nur Sanitärkeramik. Es geht um Lebensqualität – um Atmosphäre, Licht, Zugänglichkeit. Walk-in-Duschen ersetzen Wannen, weil sie Beweglichkeit schenken. Warme Naturtöne beruhigen, fugenlose Flächen erleichtern die Pflege. Materialien, die früher nur in Wellnesshotels vorkamen, finden ihren Weg in private Wohnungen.“

Dass sich Sicherheit und Ästhetik dabei nicht ausschließen müssen, zeigt der Markt überraschend deutlich. Haltegriffe wirken heute wie bewusst gesetzte Designakzente. Bodengleiche Duschen sind so selbstverständlich geworden wie moderne Armaturen. Der alte Gegensatz von „praktisch“ versus „schön“ löst sich auf – und schafft Platz für Lösungen, die schlicht funktionieren und gleichzeitig wertig aussehen. Die Angst, dass altersgerechtes Wohnen zwangsläufig klinisch wirken müsse, ist verschwunden.

Wo man sieht, ob Wohnen wirklich funktioniert
Der vielleicht spannendste Aspekt zeigt sich jedoch erst auf den zweiten Blick: Während viele gesellschaftliche Debatten um Zukunft, Alter und Pflege abstrakt bleiben, wird das Bad zu einem sehr konkreten Ort, an dem diese Themen greifbar werden. Hier zeigt sich, wie wir praktisch vorsorgen, ohne Verzichtgedanken im Kopf zu haben. Hier wird sichtbar, wie Design gesellschaftliche Entwicklungen auffängt. Und hier entscheidet sich, ob Wohnen im Alltag wirklich funktioniert.

Die wahre Veränderung liegt in der Erkenntnis, dass das Bad eine neue Rolle übernimmt: Ein Raum, der uns hilft, autonom zu bleiben. Auffällig ist auch, wie stark die Wünsche nach Sicherheit und Ästhetik inzwischen ineinanderfließen. Der Gedanke, dass altersgerechtes Wohnen nach „Krankenhaus“ aussehen muss, ist verschwunden. Und das ist vielleicht die größte Veränderung von allen. (prm)




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