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Nachricht vom 20.03.2026    

Verborgene Gefahren: Wenn das Smartphone zur Waffe wird

In Rheinland-Pfalz häufen sich Fälle von heimlichen Aufnahmen unter Röcken oder in Ausschnitten, die als "Upskirting" und "Downblousing" bekannt sind. Diese Delikte sind für Betroffene oft traumatisierend und bleiben häufig unbemerkt.

Einkaufszentrum. Foto: Axel Heimken/dpa

Mainz. In den letzten Jahren ist in Rheinland-Pfalz ein Anstieg bei Delikten zu verzeichnen, die im Verborgenen geschehen und für die Opfer tiefgreifende Auswirkungen haben können. Immer mehr Menschen werden heimlich fotografiert oder gefilmt, wenn sie ahnungslos sind - besonders unter Röcken oder in Ausschnitten. Laut dem Landeskriminalamt (LKA) stieg die Zahl solcher Fälle von 34 im Jahr 2021 auf 60 im Jahr 2024, was einem Anstieg von etwa 76 Prozent entspricht. Bereits seit 2021 sind diese Taten strafbar und können mit Geld- oder Haftstrafen von bis zu zwei Jahren geahndet werden.

Tat oft schnell und verharmlost
Die Münchner Kriminalexpertin Esther Papp weist darauf hin, dass viele Opfer keine Anzeige erstatten, da die Tat meist schnell geschieht und die Täter sofort fliehen. Häufig wissen die Betroffenen nicht, dass es sich um einen Straftatbestand handelt. Im Umfeld wird das Verhalten oft heruntergespielt. Dennoch kann die Einführung des Straftatbestands abschreckend wirken, insbesondere auf Jugendliche, die solche Aufnahmen als "Spaß" betrachten.

Verboten - und dennoch verbreitet
Manche Täter entwickeln eine Art Sucht nach solchen Aufnahmen. Prävention besteht vor allem aus Aufklärung, betont Papp. Frauen müssen im Alltag oft vorsichtig sein, um nicht Opfer zu werden, was eine traurige Realität darstellt. "Upskirting" betrifft Frauen jeden Alters und hängt weniger vom Aussehen ab als von der Gelegenheit.



Zwischen Anzeige und Dunkelfeld
Täter sind häufig Männer mittleren Alters, die von Machtausübung getrieben sind. Die Dynamik ähnelt der eines Voyeurs. Es ist wichtig, dass "Upskirting" als Sexualdelikt wahrgenommen wird und Betroffene Unterstützung erhalten. Der Frauennotruf Mainz hebt hervor, dass eine Anzeige emotional belastend sein kann und oft persönliche Gründe dagegen sprechen.

Wenn Privatsphäre verletzt wird
Gesetze allein reichen nicht aus, um Täter abzuschrecken. Gesellschaftliche Sensibilisierung ist entscheidend. Betroffene dürfen nicht in die Verantwortung genommen werden; stattdessen braucht es mehr Aufklärung über die Strafbarkeit dieser Delikte und klare Botschaften an potenzielle Täter. (dpa/bearbeitet durch Red)


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