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Pressemitteilung vom 24.04.2026    

Westerwälder CDU-Abgeordneter kritisiert 9-Euro-Ticket-Vorstoß der Linken

In einer hitzigen Bundestagsdebatte hat CDU-Abgeordneter Harald Orthey im Bundestag den Vorschlag der Linken, das Deutschlandticket auf 9 Euro zu senken, scharf kritisiert. Er sieht darin eine Vernachlässigung der Bedürfnisse des ländlichen Raums und fordert klare Antworten zur Finanzierung.

Harald Orthey im Bundestag. (Quelle: Büro Orthey)

Berlin. In der Diskussion um den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Bundestag hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Harald Orthey deutliche Kritik am Antrag der Linken geäußert, den Preis des Deutschlandtickets auf 9 Euro zu senken. Orthey argumentiert, dass dieser Vorschlag die zentralen Realitäten des ländlichen Raums ausblendet und keine ausreichenden Finanzierungspläne bietet.

Orthey betont, dass politische Entscheidungen an Machbarkeit und Finanzierbarkeit orientiert sein müssen. Forderungen nach billigeren Tickets und einem massiven Ausbau des Angebots seien ohne solide Gegenfinanzierung nicht seriös. Das derzeitige Deutschlandticket für 63 Euro sei bereits ein Erfolg, so Orthey, mit gesicherter Finanzierung bis 2030 und steigenden Nutzerzahlen. Wer nun eine Rückkehr zum 9-Euro-Modell oder kostenlose Angebote für bestimmte Gruppen fordert, müsse erklären, wie Einnahmeausfälle in Milliardenhöhe kompensiert werden sollen.

Im Westerwald ist das Auto oft unverzichtbar
Besondere Unterschiede zwischen Stadt und Land hebt Orthey hervor. In seinem Wahlkreis im Westerwaldkreis und Rhein-Lahn-Kreis seien Busse außerhalb der Schulzeiten oft nur schwach ausgelastet. Für viele Menschen sei das Auto daher unverzichtbar - nicht aus Bequemlichkeit, sondern aufgrund fehlender Alternativen und der Anforderungen der modernen Arbeitswelt. Die Erhöhung der Pendlerpauschale sei eine notwendige Entlastung für diejenigen, die auf das Auto angewiesen sind.



Die Vorstellung, alle 297 Städte und Gemeinden seines Wahlkreises im Taktverkehr zu bedienen, bezeichnet Orthey als "Lesung aus dem Märchenbuch". Wer solche Forderungen stelle, habe den Bezug zur Realität im ländlichen Raum verloren. Bereits heute würden ÖPNV-Tickets im Schnitt zu 70 Prozent aus Steuergeldern subventioniert. Der Preis sei daher nicht das Hauptproblem - vielmehr mangele es an Angebot und Personal.

Wer fährt den Bus?
Mit Blick auf den Fachkräftemangel im Verkehrssektor warnt Orthey vor einer weiteren Zuspitzung: Bereits jetzt fehlten über 20.000 Busfahrer, bis 2030 werde die Lücke auf über 80.000 anwachsen. "Da hilft auch das günstigste Ticket nicht, wenn am Ende niemand mehr hinter dem Lenkrad sitzt", so der CDU-Abgeordnete.

Die Union setze deshalb auf Investitionen in Infrastruktur, die Unterstützung der Länder bei der ÖPNV-Finanzierung und die Entlastung bei der Ausbildung von Berufskraftfahrern. Entscheidend sei nicht der niedrigste Ticketpreis, sondern ein verlässliches Angebot vor Ort. Den Vorstoß für ein erneutes 9-Euro-Ticket lehnt Orthey klar ab. (PM/Red)


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