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Pressemitteilung vom 22.07.2026    

Nach einer Pilotphase - St. Marien-Krankenhaus Siegen erweitert Einsatz von Unit-Dose-Automaten

Das St. Marien-Krankenhaus in Siegen hat einen Schritt zur Verbesserung der Patientensicherheit unternommen. Seit März 2026 ist ein Unit-Dose-Automat im Einsatz, der die Medikamentengabe automatisiert und das Pflegepersonal entlastet.

So sehen die patientenindividuellen Medikamentenbeutel aus (Foto: Thomas Klur)

Siegen. Das St. Marien-Krankenhaus Siegen gab bekannt, dass es bei der Arzneimittelversorgung seiner Patienten auf einen neuen, automatisierten Prozess setzt. Der seit März 2026 im Einsatz befindliche Unit-Dose-Automat verpackt Medikamente individuell für jeden Patienten und den jeweiligen Einnahmezeitpunkt. Dieses System wurde zunächst auf den kardiologischen Stationen getestet und wird ab August schrittweise auf weitere Bereiche ausgeweitet. Die Investitionen für diese Umstellung belaufen sich auf einen siebenstelligen Betrag.

Grundlage des neuen Systems ist die elektronische Patientenakte. Hier erfolgt die ärztliche Verordnung der Medikation, die automatisch an die Zentralapotheke übermittelt wird. Ein Apotheker überprüft die Dosierung, mögliche Wechselwirkungen, Doppelverordnungen und Kontraindikationen. Rückfragen werden direkt mit der Station geklärt, bevor die Medikation für den Automaten, liebevoll "Heribert" genannt, freigegeben wird. Die Medikamente werden patientenindividuell und nach Einnahmezeitpunkt getrennt in Beutel verpackt. Jeder Beutel ist eindeutig gekennzeichnet - mit Name, Wirkstoff, Dosierung, Einnahmezeitpunkt und einem Barcode. Vor dem Versand auf die Station erfolgt eine abschließende digitale Kontrolle.

Auf der Station erhält das Pflegepersonal die Medikamente einnahmefertig und zeitlich sortiert. Unmittelbar vor der Gabe wird der Barcode des Beutels mit dem am Patientenarmband abgeglichen. Erst wenn das System die Übereinstimmung bestätigt, wird die Gabe dokumentiert und durchgeführt. Dieser durchgängige, elektronisch abgesicherte Abgleich bildet den sogenannten Closed Loop. Das manuelle "Stellen" der Tabletten entfällt nahezu vollständig.



Patientensicherheit im Fokus
Im Vordergrund steht der Sicherheitsgewinn. Jochen Hähner, Leiter der Zentralapotheke, erklärt: "Jeder Schritt von der digitalen Verordnung bis zur Verabreichung ist nachvollziehbar dokumentiert. Die zusätzliche pharmazeutische Kontrolle und die eindeutige Kennzeichnung jeder Einzeldosis reduzieren Verwechslungen und Fehler bei der Medikamentengabe deutlich." Fehlerquellen beim händischen Stellen von Medikamenten werden so erheblich verringert. Zugleich sorgt die durchgängige Dokumentation für lückenlose Nachverfolgbarkeit.

Entlastung im Stationsalltag
Neben der Sicherheit profitiert auch der Arbeitsalltag der Pflegekräfte. Da die Medikamente einnahmefertig auf die Station kommen, entfällt die zeitintensive Routineaufgabe. Jens Löcherbach, Stationsleitung der kardiologischen Station, berichtet: "Unser Team gewinnt spürbar Zeit, die wir wieder direkt für unsere Patientinnen und Patienten einsetzen können. Die Abläufe sind klarer strukturiert, und wir haben weniger Medikamente auf der Station zu bevorraten."

Nach Abschluss der Pilotphase wird der Prozess nun auf die Gastroenterologie und die weiteren Bereiche ausgerollt. (PM/Red)


Mehr dazu:   Gesundheitsversorgung  
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