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Pressemitteilung vom 27.07.2026    

Kinder entdecken die Geheimnisse der Nister bei Stein-Wingert

Am 25. Juli 2026 erlebten 35 Kinder und Erwachsene eine spannende Wasser-Wissens-Exkursion an der Nister. Die Veranstaltung bot faszinierende Einblicke in das Ökosystem des Flusses und ermöglichte den Teilnehmenden, die heimische Flora und Fauna hautnah zu erleben.

Die Wasser-Wissens-Exkursion an der Nister. (Quelle: Typisch Westerwald)

Stein-Wingert. Wie fühlt sich eine "Nase" an? Warum bauen Köcherfliegenlarven kleine Häuser aus Steinchen? Und woran erkennt man die Spuren eines Bibers? Diese und viele weitere Fragen wurden bei der Familien-Erlebnis-Wanderung "Entdecken, Lernen und Staunen – Wasser-Wissens-Exkursion an der Nister" beantwortet, zu der Typisch Westerwald eingeladen hatte.

Zu Beginn führte Manfred Fetthauer von der Arbeitsgemeinschaft Nister eine Elektrobefischung durch, die von den Teilnehmenden aus nächster Nähe beobachtet werden konnte. Trotz des niedrigen Wasserstandes konnten zahlreiche heimische Fischarten wie Barben, Gründlinge, Schmerlen, Döbel, Forellen, junge Lachse sowie Nase und Schneider nachgewiesen werden. Rainer Lemmer, DWV-Wanderführer und Natur- sowie Landschaftsführer von Typisch Westerwald, stellte die einzelnen Fischarten vor und erklärte ihre Bedeutung für das Ökosystem der Nister.

Die Nase
Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt die Nase, deren ungewöhnlicher Name bei den Kindern zunächst für Verwunderung sorgte. Sie erfuhren, dass dieser Fisch mit seiner kräftigen Unterlippe Algen und anderen Aufwuchs von Steinen abschabt und damit eine wichtige Aufgabe im Gewässer übernimmt.

Ein bewegender Moment entstand, als die Gruppe eine größere Nase mit sichtbaren Verletzungen betrachtete, die vermutlich von einem Kormoran stammten. Nachdem alle Kinder den Fisch vorsichtig streicheln durften, sagte eines der Kinder: "Jetzt wird sie bestimmt wieder gesund. Wir haben sie doch alle gestreichelt."

Naturforscher, Muscheln und Wasserskorpion
Anschließend besuchte die Gruppe die Muschelaufzuchtstation der Arbeitsgemeinschaft Nister. Dr. Meike Koester von der Universität Koblenz erklärte die aufwendige Nachzucht und den Schutz der bedrohten heimischen Bachmuschel. In einem Video sahen die Kinder, wie Bachmuscheln das Wasser filtern, bevor sie die jungen Muscheln in den Wasserrinnen der Aufzuchtstation aus nächster Nähe betrachten konnten.




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Nach einer gemeinsamen Pause wurden die Kinder selbst zu kleinen Naturforschern. Mit Keschern, Becherlupen und Bestimmungshilfen erkundeten sie die Unterwasserwelt der Nister. Entdeckte Wasserlebewesen wurden vorsichtig in flache Untersuchungsschalen gesetzt, gemeinsam bestimmt und anschließend unversehrt in ihren Lebensraum zurückgebracht. Rainer Lemmer erklärte unter anderem, warum sich Köcherfliegenlarven schützende Gehäuse aus kleinen Steinchen und Pflanzenteilen bauen. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte ein Wasserskorpion, der in einer der Untersuchungsschalen ein anderes Wassertier gepackt hatte.

Biberspurensuche mit Begeisterung
Zum Abschluss suchte die Gruppe nach Spuren des Bibers. Der Weg führte über große Steinbrocken mitten durch die Nister und wurde für manche Kinder und Erwachsene zu einer kleinen Mutprobe. Kurz darauf entdeckten die Kinder zwei frisch angenagte Bäume, ein Hinweis darauf, dass in diesem Abschnitt der Nister vermutlich ein Biber aktiv ist.

Die Begeisterung der Kinder zeigte sich auch am Ende der Veranstaltung. Auf die Frage, ob ihnen die Familien-Erlebnis-Wanderung gefallen habe, antworteten sie lautstark mit einem gemeinsamen "Jaaaaaa!". Auch die Eltern würdigten die Verbindung aus Naturerlebnis, Wissen und eigenem Entdecken mit viel Applaus.

Lernen, beobachten und ausprobieren
Rainer Lemmer betonte: "Kinder lernen Natur nachhaltig, wenn sie selbst entdecken, beobachten und ausprobieren dürfen. Genau das möchten wir mit unseren Familien-Erlebnis-Wanderungen erreichen. Wer einmal selbst einen jungen Lachs gesehen, Wasserlebewesen bestimmt oder Biberspuren entdeckt hat, wird die heimischen Flüsse im Westerwald künftig mit ganz anderen Augen wahrnehmen."

Zum Abschluss erhielt jedes Kind ein kleines Geschenk der Sparkasse Westerwald-Sieg sowie Basecaps des Outdoor-Ausrüsters CIMALP, die an dem sonnigen Tag direkt als Sonnenschutz genutzt wurden.

Weitere Informationen, Fotos und ein ausführlicher Blogbericht. (PM/Red)


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