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Nachricht vom 18.08.2026    

Umweltministerin plädiert für Abschuss von Problemwölfen in Rheinland-Pfalz

In den Wäldern von Rheinland-Pfalz leben derzeit nur zwölf Wölfe, doch die Sorge der Tierhalter vor Angriffen auf ihre Schafe und Ziegen bleibt bestehen. Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Christine Schneider unterstützt daher den gezielten Abschuss von Wölfen, die wiederholt Nutztiere reißen.

Wolf. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Mainz. Die CDU-Politikerin Christine Schneider äußerte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass intensiv an einer Anpassung des Landesjagdgesetzes und der Landesjagdverordnung gearbeitet wird. Diese Anpassungen sollen die bundesgesetzlichen Regelungen umsetzen, die den Abschuss von Wölfen erlauben, wenn diese trotz Herdenschutzmaßnahmen mehrfach Nutztiere angreifen. "Dann erst sagt man, man kann das Tier entnehmen", erklärte sie. Zudem betonte Schneider, dass es nicht um Einzelfälle gehe und der Erhaltungszustand der Wölfe berücksichtigt werden müsse. Sollte dieser günstig sein, sei auch eine Bestandsreduktion möglich.

Rheinland-Pfalz ist laut Schneider kein Brennpunkt für die Ansiedlung von Wölfen. Der erste Entwurf des neuen Landesjagdgesetzes befindet sich zurzeit in der Anhörung im Ministerrat. "Aber wir müssen aufpassen, dass wir nicht in Situationen kommen, wie sie zum Beispiel in Niedersachsen oder in Ostdeutschland vorherrschen", fügte sie hinzu. Deshalb sei es wichtig, Managementpläne zu entwickeln. Das neue Gesetz soll im April nächsten Jahres in Kraft treten.

Derzeit gibt es in Rheinland-Pfalz sechs Wolfsrudel mit insgesamt zwölf Tieren. Ein Wolf lebt als Einzelgänger. Durchziehende Wölfe aus benachbarten Bundesländern könnten jedoch unbemerkt bleiben, sofern sie keine Risse verursachen oder von Wildtierkameras erfasst werden.



Laut dem Koordinationszentrum Luchs und Wolf (Kluwo) gab es bis Anfang Juli 122 gesicherte Wolfsnachweise in Rheinland-Pfalz, im Vergleich zu 149 im Vorjahreszeitraum. Im vergangenen Jahr wurden 45 Übergriffe von Wölfen mit insgesamt 206 geschädigten Tieren registriert. "Das Thema Wolf ist natürlich nach wie vor emotional besetzt, weil die Weidetierhalter in der Vergangenheit nicht immer das Gefühl hatten, dass ihre Probleme ernst genommen werden", sagte Schneider. Die neue Landesregierung wolle das Bewusstsein dafür schärfen, dass Tierhalter Maßnahmen zum Schutz ihrer Herden ergreifen müssen.

Rheinland-Pfalz unterstützt Tierhalter finanziell bei Schutzmaßnahmen. In definierten Präventionsgebieten werden bis zu 100 Prozent der Kosten für Halter von Schafen, Ziegen, Lamas, Alpakas oder Gehegewild übernommen. Auch Kälber- und Fohlenhalter können für spezielle Einzäunungen Unterstützung erhalten. Bei Wolfsrissen außerhalb dieser Gebiete ist ebenfalls eine Förderung möglich.

Die Zahl der Wölfe in Europa hat sich innerhalb eines Jahrzehnts fast verdoppelt. Im Jahr 2023 lag die Population bei etwa 20.300 Tieren. In Deutschland wurden zuletzt über 1.600 Wölfe gezählt, vor allem in Regionen von Niedersachsen bis Sachsen. (dpa/bearbeitet durch Red)


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