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Nachricht vom 19.08.2026    

Niedrigwasser im Rhein stoppt Flussbestattungen - Belastung für Angehörige

Das anhaltende Niedrigwasser im Rhein beeinträchtigt nicht nur die Schifffahrt, sondern erschwert auch Flussbestattungen in Rheinland-Pfalz erheblich. Die derzeitigen Pegelstände machen diese besondere Bestattungsform unmöglich und stellen eine emotionale Herausforderung für die Hinterbliebenen dar.

Seebestattung. Foto: Carsten Rehder/dpa

Mainz/Trier. Das Niedrigwasser im Rhein stellt viele Angehörige von Verstorbenen vor große Herausforderungen, da die in Rheinland-Pfalz erlaubten Flussbestattungen aktuell nicht durchgeführt werden können. "Wir haben seit mehreren Wochen keine mehr gemacht", berichtet Sebastian Trüb, Mitinhaber der Firma Rheinbestattung Mainz. "Und wir können im Moment nicht absehen, wann da ein Ende in Sicht ist." Für die Angehörigen sei dies eine schwierige Situation, da bereits vier geplante Bestattungen abgesagt und auf unbestimmte Zeit verschoben werden mussten.

Das Unternehmen, das als Dienstleister für Bestatter in Rheinland-Pfalz tätig ist, ist momentan komplett lahmgelegt. Normalerweise führt es zwei bis drei Flussbestattungen pro Woche durch. Die angebotenen Routen führen von Budenheim rheinaufwärts nach Mainz oder rheinabwärts nach Eltville. Rheinland-Pfalz war das erste Bundesland, das Flussbestattungen erlaubte, wobei diese unter bestimmten Bedingungen wie einem Mindestwasserstand und speziellen Urnen, die sich im Wasser auflösen, stattfinden müssen.

Auch andere Flüsse in Rheinland-Pfalz sind betroffen. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord in Koblenz hat bislang 42 Flussbestattungen genehmigt, davon 19 im Rhein, 20 in der Mosel und drei in der Lahn. Aktuell erfüllt jedoch keiner dieser Flüsse die Voraussetzungen für eine Beisetzung, da der mittlere Abfluss (MQ) nicht erreicht wird. Trotz angekündigten Regens erwarten Experten keine baldige Verbesserung der Lage. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde prognostiziert frühestens Anfang Oktober eine Entspannung.




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Bestatter Ralf Cullmann aus Traben-Trarbach erklärt, dass der Wasserabfluss in der Mosel momentan zu niedrig ist. Dennoch sieht er darin kein großes Problem, da sich die Urnen unabhängig von der Fließgeschwindigkeit auflösen. Bislang musste er keine Beisetzungen verschieben; insgesamt hat er drei organisiert. Üblicherweise sollten Urnen innerhalb eines halben Jahres beigesetzt werden.

Im Süden des Landes sind ebenfalls keine Flussbestattungen möglich. Die SGD Süd in Neustadt an der Weinstraße hat drei Sammelerlaubnisse und eine Einzelerlaubnis für den Rhein erteilt, doch konkrete Zahlen liegen nicht vor. Die Behörde erhält die Meldungen gebündelt einmal jährlich im Januar.

Ulrike Grandjean, stellvertretende Vorsitzende des Bestatterverbandes Rheinland-Pfalz, betont die Bedeutung der Beisetzung für die Trauerbewältigung der Angehörigen. Eine Verschiebung könne den Abschlussprozess erschweren und alte Wunden wieder aufreißen. Solche Verschiebungen kommen allerdings immer wieder vor, beispielsweise aufgrund plötzlicher Krankheit oder Wetterwarnungen. (dpa/bearbeitet durch Red)


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