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Nachricht vom 25.08.2026    

Rheinland-Pfälzische Expertise für Tschernobyl-Sarkophag-Reparatur

Das Koblenzer Unternehmen Kalzip steht im Mittelpunkt der geplanten Reparaturarbeiten am beschädigten Sarkophag des Atomreaktors in Tschernobyl. Seit 2016 schützt eine riesige Schutzhülle, die auch mit Technik aus Rheinland-Pfalz errichtet wurde, vor dem Austreten radioaktiver Partikel. Doch nun sind umfassende Sanierungen erforderlich.

Ukraine-Krieg - Tschernobyl. Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

Koblenz. Für die anstehende Instandsetzung der beschädigten Schutzhülle über dem zerstörten Atomreaktor von Tschernobyl in der Ukraine wird auch auf das Know-how aus Rheinland-Pfalz gesetzt. Das Koblenzer Unternehmen Kalzip ist aktiv an den Vorbereitungen zur Sanierung des sogenannten Sarkophags beteiligt, wie Vertriebsleiter Christoph Schmidt der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Man habe der zuständigen Firma Lösungen vorgestellt und ein Angebot abgegeben. Kalzip rechnet damit, in den kommenden Monaten einen Auftrag zu erhalten.

Der Edelstahl-Sarkophag, der seit 2016 installiert ist, dient dem Schutz vor austretenden kontaminierten Partikeln. Damals lieferte Kalzip, das zur indischen Tata-Gruppe gehörte, die gewaltige Hülle. Schmidt war bereits damals in das Projekt eingebunden.

Zunächst soll das Wasser draußen bleiben: Die Reparaturen sollen laut Schmidt in zwei Phasen durchgeführt werden. Zuerst wird eine Übergangslösung implementiert, um das Eindringen von Wasser durch die großen Beschädigungen zu verhindern. Auch zahlreiche kleinere Löcher, die beim Feuerwehreinsatz entstanden sind, sollen abgedichtet werden.

In einer zweiten, umfangreicheren Phase soll die radioaktiv beständige Membran ersetzt werden. Zudem ist eine Erneuerung der Konstruktion vorgesehen, um die notwendige Luftdichtigkeit wiederherzustellen. "Die Lösung wird in den nächsten Jahren erarbeitet", sagte Schmidt. Sobald die Finanzierung gesichert sei, könne das Projekt möglicherweise schneller umgesetzt werden.




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Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hatte kürzlich bei einem Besuch am zerstörten Reaktor 50 Millionen Euro als Beitrag angekündigt. "Aus meiner Sicht sind 50 Millionen Euro für die erste Stufe zu viel und für die zweite Stufe nicht ausreichend", äußerte sich Schmidt zurückhaltend. Kalzip sitze jedoch "am Ende der Informationskette". Deutschland werde Teil einer notwendigen internationalen Lösung sein, so Schneider. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Bundestag die Mittel bewilligen werde. Auch andere Länder müssten ihren Beitrag leisten.

Drohneneinschlag beschädigte Schutzhülle: Anfang 2025 wurde die Schutzhülle durch einen Drohneneinschlag beschädigt. Die Kraftwerksleitung schätzt die Kosten für die umfassende Sanierung auf rund 500 Millionen Euro. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte von einer russischen Drohne gesprochen.

Der Reaktor war am 26. April 1986 bei einem außer Kontrolle geratenen Test explodiert. Dieser Unfall gilt als schwerster Atomunfall der Geschichte; radioaktive Stoffe wurden weiträumig freigesetzt. (dpa/bearbeitet durch Red)


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