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Nachricht vom 20.09.2026    

Klangvoller Jubel im Schloss Engers: Ein Jahrhundert Ehrenamt im Takt der Musik

Von Wolfgang Tischler

Ein glanzvoller Nachmittag im Zeichen der Tradition und des Ehrenamts: Am Sonntag, den 20. September 2026, strömten Musikerinnen, Musiker und Ehrengäste aus ganz Rheinland-Pfalz in das festliche Ambiente von Schloss Engers.

Dr. Denis Alt verlieh im Schloss Engers die begehrten Musikplaketten an insgesamt zwölf Vereine. Fotos: Wolfgang Tischler

Neuwied-Engers. Der Anlass war ein ganz besonderer: Der Landesmusikverband Rheinland-Pfalz ehrte zwölf traditionsreiche Musikvereine und Chöre für ihr langjähriges Engagement mit den begehrten ProMusica- und Zelter-Plaketten. Unsere Redaktion war vor Ort und erlebte einen Tag voller Harmonie, stolzer Jubilare und klarer kulturpolitischer Botschaften.

Wenn glänzendes Blech auf barocken Prunk trifft und der Gesang die historischen Mauern zum Schwingen bringt, dann ist Zeit für große Töne. Das Schloss verwandelte sich in den strahlenden Mittelpunkt der rheinland-pfälzischen Amateurmusik. Der Landesmusikverband feierte ein Fest der Generationen. Ein Nachmittag voller Harmonie, Stolz und wegweisender Worte für die Kulturlandschaft.

Schon der Auftakt geriet zu einem akustischen Ausrufezeichen. Um 14.30 Uhr stimmten die Blechbläser des Musikvereins Trier-Feyen die geladenen Gäste im Diana-Saal musikalisch ein – ein dynamischer Vorgeschmack auf das, was diesen Tag ausmacht: lebendige Tradition und Spielfreude pur.

Spitzenreiter im Ehrenamt
Achim Hallerbach begrüßte in seiner Doppelfunktion als Präsident des Landesmusikverbandes Rheinland-Pfalz und Landrat des Kreises Neuwied die zahlreich erschienenen Ensembles und Ehrengäste. Ein besonderer Gruß galt den Landtagsabgeordneten Lana Horstmann, und Dr. Matthias Reuber sowie Staatssekretär Dr. Denis Alt aus dem Ministerium für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur.

Hallerbach fand emotionale Worte für die Leistung der Jubilare: „100 Jahre Kultur zu erhalten bedeutet, dass Generationen von Musikern und Musikerinnen mit Herzblut dahinterstehen.“ Rheinland-Pfalz sei nicht ohne Grund Spitzenreiter beim Ehrenamt. Doch der Verbandschef richtete den Blick auch nach vorn: Vereine bräuchten heute dringend Nachwuchs, bezahlbare Proberäume und Instrumente. Lobend hob er hervor, dass die Kulturförderung im Koalitionsvertrag der Landesregierung verankert ist: „Kultur hat ihren Platz dort, wo sich Menschen Woche für Woche zu den Proben treffen. Eine Gesellschaft ohne das Ehrenamt würde verarmen.“

Ein Stück Heimat und die Bitte um Entlastung
Dieses Plädoyer griff Peter Stieber, der Präsident des Landesmusikrates Rheinland-Pfalz, nahtlos auf. Musik und Chöre seien weit mehr als bloße Freizeitgestaltung: „Sie gehören in unserem Land zur Infrastruktur. Sie sind ein Stück Heimat.“ Nach dem Sport bildeten die Gesang- und Musikvereine die zweitgrößte Organisation im Ehrenamt – ein unschätzbares Geschenk an die Gemeinschaft. Stieber nutzte die Bühne jedoch auch für eine klare politische Botschaft an den anwesenden Staatssekretär Denis Alt: Er plädierte eindringlich für einen spürbaren Abbau der Bürokratie, unter der viele Vereine zunehmend ächzen.



Staatssekretär Dr. Denis Alt zeigte sich in seiner Festansprache begeistert vom majestätischen Ambiente des Schlosses und betonte die verbindende Kraft der Töne: „Musik verbindet zu einer vielfältigen Gemeinschaft.“ Sein ausdrücklicher Dank galt dabei nicht nur den aktiven Musikern, sondern auch den Vorständen und Helfern im Hintergrund, ohne die kein Verein existieren könne. Die Amateurmusik bezeichnete er als ein unverzichtbares Instrument für das Land. Mit Blick auf die Zukunft versprach Alt: „Das Kulturförderungsgesetz wird kommen. Unser Land ist ein Musikland und wird es bleiben.“

Der Höhepunkt: Auszeichnungen für die Region
Gemeinsam mit Vertretern aus Politik und Verbänden schritt der Staatssekretär anschließend zur feierlichen Übergabe der begehrten Plaketten an insgesamt zwölf Vereine aus ganz Rheinland-Pfalz. Die Zelter-Plakette, die höchste deutsche Auszeichnung für Chöre, die sich seit mindestens 100 Jahren um den Chorgesang verdient machen, ging unter großem Applaus an den Gesangsverein Zwischentöne Saffig e.V.

Die ProMusica-Plakette für besondere Verdienste um die instrumentale Laienmusik wurde an eine Reihe stolzer Traditionsvereine überreicht. Zu den Geehrten gehörten der Musik- und Wanderclub „Rietania“ Rhodt e.V., das Alftal Blasorchester, der Musikverein Argenthal, der Musikverein Brunken 1926 e.V., die Stadtkapelle Schweich sowie die Eröffnungsstatisten des Tages, der Musikverein Trier-Feyen 1926 e.V. Ferner an den Musikverein Wolsfeld e. V. und den Musikverein Zeltigen-Rachtig e.V.

Abschied nach einer Dekade im Takt
Bevor die Veranstaltung bei einem geselligen Empfang mit Häppchen, kühlen Getränken und weiteren Klängen der Trier-Feyener Blechbläser ausklang, wurde es noch einmal emotional. Achim Hallerbach nutzte sein Schlusswort für eine persönliche Ankündigung: Nach zehn erfolgreichen Jahren an der Spitze verabschiedete er sich offiziell als Präsident des Landesmusikverbandes. Bei der kommenden Wahl am 4. Oktober wird er nicht mehr kandidieren. Ein Abschied mit Ovationen, der einen denkwürdigen Tag im Zeichen der rheinland-pfälzischen Musiktradition abrundete. woti


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