Glanz und Provokation: La Signora begeistert mit ihrem Froschkönigin-Programm
Von Helmi Tischler-Venter
Die Stadthalle Hachenburg war am Donnerstag, dem 1. Oktober, ausverkauft, weil eine Dreifach-Königin sich die Ehre gab: Die Musikerin, Sängerin, Schauspielerin und Komödiantin Camela de Feo war in der Bühnenfigur „La Signora“ vom Publikum zum dritten Mal als Sonnenkönigin der Hachenburger Kulturzeit gewählt worden. Mit ihrem Programm „Froschkönigin“ feierte sie zugleich ihr zwanzigjähriges Bühnenjubiläum.
Hachenburg. Um einen gebührenden Empfang zu gewährleisten, verteilte Kulturreferentin Beate Macht Fähnchen und Puschel an die Besucher. Mit großem Jubel, Winken und Klatschen wurde die Künstlerin zur Bühne geleitet, wo ihr als Insignien ihrer dritten Königswürde ein goldener Teppich und eine Magnumflasche Champagner überreicht wurden, zusammen mit dem Wunsch, noch einmal nach Hachenburg zu kommen, obwohl sie an der Sonnenkönigswahl mit Rücksicht auf die Kollegen nicht mehr teilnehmen will.
La Signora betonte, sie habe in den zwanzig Jahren ihrer Bühnenauftritte kein Hotelzimmer zertrümmert, keine Alkohol-Exzesse und keine Sex-Skandale provoziert. Für Hachenburg habe sie „heute sogar einen Schlüpper an.“ Ihre Markenzeichen sind vielmehr ein schwarzes Haarnetz und schwarze, hochgeschlossene Kleidung.
Sprache, Körpersprache und Gesang der „Königin der Frösche“, die den ganzen Tag über laicht, sind dagegen provokativ, schamlos und lasziv. Mit ihrem Partner, dem Akkordeon, geht sie singend und tanzend auf die Suche nach dem Mann ihrer Träume. Dabei geraten die Herren in den ersten Reihen in ihren Fangblick. Interessiert und schlagfertig wirft sie ihnen verbale Bälle zu, zur großen Freude des übrigen Publikums.
La Signora erinnert sich, dass es vor zwanzig Jahren einfacher war als Showgirl hinter der Kneipe auf einer Palette. Heute stehe sie vor anspruchsvollem Fachpublikum mit seltsamen Hobbys wie mit ohne Hund Gassi gehen. „Die Leute wollen etwas erleben und Schmoltook üben.“ Wer keine Beschwerden hat, ist nicht normal oder leidet an Gedächtnisschwund.
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„Monarchie ist nix für uns“, stellt sie kritisch fest, denn keiner hat die ganzen erforderlichen Manieren. Unsere Stars sind wie wir. „Ich bin en Plaach aus’m Pott“ stellt sie stolz fest, empfiehlt das Ruhrgebiet als Urlaubstipp und hüpft und stelzt dann auf der Bühne herum zu dem Lied „Wir sind Plagen vonne Enscher“.
Da ihr für heute Abend ein Mann versprochen worden war, plant sie eine original italienische Hochzeit mit 30 Jungfrauen, männlich, Mitte 40 und gurrenden Tauben. Die Besucher waren bei der Performance gern behilflich zu dem Lied „Ich bin die Hochzeitsnudel.“ Mit gutem Grund stellt sie fest, dass sie nicht Mutter werden will, sondern Vater. Das sei viel einfacher und „passt schon“.
Aber dass der erste Mann gar kein Mann war und das Frauenmaterial mit Pferdeanteil versetzt wurde, analysiert sie haarscharf und resümiert, warum „wir seit 20.000 Jahren dem Mann was zum Anziehen rauslegen müssen.“ Hemmungslos schnuppert La Signora Richtung Publikum und fragt mit kräftiger Singstimme ungeniert: „Was ist nur mit meinem Schweiß los?“
Ihr persönliches Titellied „La Signora“ bildete die umjubelte Zugabe der Künstlerin aus Oberhausen-Altstaden mit Ruhrgebiets-Body und italienischen Maßen. htv
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