"Jähnen Classic" war wieder ein Magnet für Automobilfreaks im Stöffel Park
Von Wolfgang Rabsch
Wie eine Karawane zogen die Besucher die Steigung zum oberen Plateau hinauf: Rund 4.000 Menschen kamen am Samstag, 3. Oktober, zum Oldtimer- und Youngtimertreffen „Jähnen Classic" in den Stöffel-Park. Bei Sonnenschein und über 20 Grad trafen gepflegte Klassiker auf jüngere Liebhaberfahrzeuge. Ob es 2027 eine Neuauflage gibt, ist offen.
Enspel. Michael Kappenstein, dem Veranstalter des Young- und Oldtimertreffens mit Teilemarkt „Jähnen Classic", ist es auch bei der fünften Auflage gelungen, eine der größten Veranstaltungen im Westerwald auf die Beine zu stellen. Rund 4.000 Besucher kamen am Samstag, 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, in und um den Stöffel-Park. Was sich dort abgespielt hat, kann eigentlich nur der beschreiben, der selbst vor Ort war. Die Besucher pilgerten wie in einer Karawane die Steigung zum oberen Plateau hinauf, bestens gelaunt und voller Vorfreude auf die chromblitzenden Automobile.
Vor der eindrucksvollen Kulisse der Industriebrache trafen liebevoll gepflegte Klassiker auf jüngere Liebhaberfahrzeuge. Besonders erfreulich war für Kappenstein die große Beteiligung junger Fahrzeugbesitzer. Zahlreiche Autos im Alter von 20 bis 25 Jahren zeigten, wie lebendig die Begeisterung für Youngtimer inzwischen ist. Diese Entwicklung erlebe er täglich in seiner Autoverwertung, berichtete Kappenstein im Gespräch mit der Redaktion. Viele junge Menschen suchten dort Ersatzteile, um ihre Fahrzeuge in Betrieb zu halten.
Ein Übriges tat das Wetter: Strahlender Sonnenschein, über 20 Grad und ein leichter Wind trugen erheblich zur guten Laune von Ausstellern und Besuchern bei.
Strahlende Gesichter bei der Übergabe der Pokale
Ein Höhepunkt des Tages war der Oldtimer-Wettbewerb mit anschließender Siegerehrung. Die Angaben zur Ermittlung der Gewinner wurden anhand der Fahrzeugpapiere beziehungsweise der Ausweise geprüft. Alle Sieger erhielten einen Pokal als Erinnerung.
Die Auszeichnung für die weiteste Anreise ging an Timo Wirth, der mit seinem BMW 2500 der Baureihe E3 aus Münchberg angereist war. Mehr als 400 Kilometer hatte der junge Fahrer zurückgelegt. Das Fahrzeug mit der ältesten Erstzulassung brachte Joachim Ratz mit: Sein Rolls-Royce Phantom III wurde laut Fahrzeugpapieren erstmals am 1. Juli 1936 zugelassen. Da Rolls-Royce das Modell mit seinem Zwölfzylinder nur bis 1939 baute, gehört der Wagen zu den frühen Exemplaren einer ohnehin seltenen Baureihe.
Als ältester Fahrer wurde Bernd Wendel aus Rehe ausgezeichnet. Der 1942 geborene war mit seinem Mercedes-Benz 300 angereist, dem bekannten „Adenauer". Den Pokal für die älteste Fahrerin erhielt Jutta Haufe aus Siegen, die mit ihrem BMW E30 Cabrio teilnahm.
Ganz spezielle Modelle erzeugten große Aufmerksamkeit
Die Vielfalt der ausgestellten Fahrzeuge sorgte auf dem gesamten Gelände für Gesprächsstoff. Zu entdecken waren unter anderem ein Shelby Mustang GT500 von 1968, ein Volvo PV 544 von 1965, verschiedene Renault Alpine sowie ein VW T1 aus dem Jahr 1965. Ein leuchtend gelber Käfer mit Surfbrett, ein Opel Kadett aus verschiedenen Generationen und ein auffälliges orangefarbenes Opel Commodore Coupé bereicherten das Bild.
Auch amerikanische Klassiker waren Blickfänger: ein Cadillac Eldorado von 1972, ein Pontiac Le Mans sowie Ford Mustangs mit unterschiedlichen Baujahren. Hinzu kamen mehr als ein Dutzend Trabanten, zahlreiche Porsche sowie BMW vom Z1 über Z3 und Z8 bis hin zu M3 und M5.
Besondere Neugierde erregten die historischen Einsatzfahrzeuge. Eine Gruppe nahm mehr als zweieinhalb Stunden Anreise auf sich, um verschiedene Magirus-Fahrzeuge aus früheren Beständen der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks zu präsentieren. Löschfahrzeuge und Rüstwagen ließen vor allem Kinderaugen strahlen. Ein ehemaliger Polizeiwagen auf Basis des BMW E34, ein alter Post-Käfer mit Posthorn und ein früher als ADAC-Fahrzeug eingesetzter Opel Rekord Kombi ergänzten die Auswahl. Für Begeisterung bei Jung und Alt sorgte außerdem ein Amphibienfahrzeug, das nach einigen Jahren wieder im Stöffel-Park zu Gast war.
Naturschutz hatte hohe Priorität
Im Gespräch mit der Redaktion betonte Kappenstein, dass bei der gesamten Planung die Rücksicht auf Naturschutz und Artenvielfalt höchste Priorität hatte. Die Platzanweiser hatten die Vorgabe, die Fahrzeuge von Feucht- und Biotopflächen fernzuhalten und einen Abstand von mindestens drei Metern einzuhalten. Carmen Engel, die Leiterin des Stöffel-Parks, habe ausschließlich positive Rückmeldungen von Besuchern erhalten.
„Ich bin natürlich überglücklich, dass die gesamte Veranstaltung problemlos und zur Zufriedenheit aller Beteiligten verlaufen ist", sagte Kappenstein. „Das lag aber auch an meinem langjährigen Team, meinem Mann und seinem Sohn sowie an einigen Betrieben aus der Umgebung." Die Spedition Baldus etwa habe ihr Betriebsgelände als zusätzliche Parkfläche zur Verfügung gestellt.
Sechste Auflage noch offen
Ob es 2027 eine Neuauflage im Stöffel-Park geben wird, ließ Kappenstein offen. Die gestiegenen Kosten und der erhöhte Aufwand stellten ihn vor Herausforderungen. Belastend seien für die Mitarbeiter zudem einzelne Diskussionen über die aus seiner Sicht moderaten Eintritts- und Fahrzeuggebühren gewesen – bei Leuten, die sich auch am Feiertag engagiert eingesetzt hätten.
„Trotzdem haben der lange Tag und der Einsatz sich gelohnt, insbesondere angesichts der vielen strahlenden Kinderaugen und der Begeisterung für die automobile Vielfalt im Stöffel-Park", sagte Kappenstein.
Nicht vergessen wollte er am Ende die Mädchen und Frauen der Showtanzgruppe „Confused Beats" der DJK Friesenhagen, die Bewirtung und den Service in der Nissenhalle zur größten Zufriedenheit aller übernommen hatten.
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