Pressemitteilung vom 07.10.2026 
Wenn der Geburtsbeginn einen Impuls braucht
Nicht jede Geburt beginnt von selbst. Dr. Flutura Dede erläuterte bei einem Infoabend im Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen, wann eine Geburtseinleitung infrage kommt und welche Verfahren möglich sind.
Siegen. In Deutschland wird etwa jede vierte Geburt künstlich eingeleitet. Gründe können unter anderem ein überschrittener Geburtstermin, abnehmende Bewegungen des Kindes oder eine Zwillingsschwangerschaft sein. Ob eine Einleitung sinnvoll ist, hängt laut Dr. Flutura Dede von der jeweiligen Situation der Mutter und des Babys ab.
Die Chefärztin der Klinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin im Diakonie Klinikum Jung-Stilling erläuterte bei einem Infoabend in der Krankenhaus-Cafeteria die verschiedenen Möglichkeiten. "Solche Fälle sind nicht auf ein Versagen des Körpers zurückzuführen. Das Einleiten einer Geburt wird in Betracht gezogen, wenn ein Schwangerschaftsstopp vorteilhafter ist, als ein weiteres Abwarten", sagte Dede. Mediziner wägen die Vorteile und möglichen Risiken für Mutter und Kind ab, bevor sie eine Einleitung empfehlen.
Eine Geburtseinleitung bedeutet nicht automatisch einen Kaiserschnitt. "Die Geburt kann, nachdem die Wehen angeregt worden sind, auf natürlichem Wege erfolgen", erklärte die Chefärztin.
Mögliche Verfahren
Zu den mechanischen Verfahren gehört das vorsichtige Eröffnen der Fruchtblase über den bereits geöffneten Muttermund mit einem kleinen sterilen Hilfsmittel. Auch ein Ballonkatheter kann eingesetzt werden. Er wird in die Gebärmutter eingeführt und mit Flüssigkeit gefüllt, wodurch sich der Gebärmutterhals dehnt. Bei einer sogenannten Eipollösung löst die Hebamme oder der Arzt vorsichtig mit dem Finger die äußere Hülle der Fruchtblase vom Muttermundrand.
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Daneben können Medikamente in Form von Tabletten eingesetzt werden. "Diese können den Gebärmutterhals reifen lassen und Wehen auslösen", sagte Dede. Auch Vaginalgele, die den Gebärmutterhals weicher machen, kommen infrage. Alternative Verfahren aus der Naturheilkunde ergänzen die Möglichkeiten. Dazu können Schwangere mit ihnen vertraute Hebammen beraten, die Erfahrung in diesem Bereich haben und Raum für Fragen und Wünsche bieten.
Ablauf in der Klinik
Eine Geburtseinleitung in der Klinik beginnt mit der stationären Aufnahme. Es folgen die Begleitung durch eine Hebamme, eine ärztliche Untersuchung, Ultraschall, eine vaginale Untersuchung, CTG-Kontrollen und eine Blutentnahme. Nach einer fachärztlichen Empfehlung sowie Aufklärung und Einverständnis der Schwangeren wird die passende Einleitungsmethode individuell eingesetzt. Mögliche Nebenwirkungen hängen von der jeweiligen Methode ab und werden mit den Frauen besprochen.
Als Botschaft zum Abschluss gab Dede den Gästen mit: "Gute Geburtshilfe bedeutet nicht nur Sicherheit. Sie bedeutet auch Information, Zeit und gemeinsame Entscheidungen zu treffen." PM/Red
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