Pressemitteilung vom 07.10.2026 
Naturtage beim Kloster Hassel verbinden Biotoppflege und Waldwissen
Bei den Naturtagen im September und Oktober haben Ehrenamtliche die Birkenbach-Aue unterhalb des Klosters Hassel gepflegt. Zum Programm gehörten außerdem eine Apfelernte, Einblicke in die Forstwirtausbildung und ein Vortrag über den Zusammenhang von Wald und Wasser.
Pracht. Im Mittelpunkt der jährlichen Naturtage stand erneut die Pflege der artenreichen Birkenbach-Aue. Die feuchten Wiesen beherbergen eine an die besonderen Bedingungen angepasste Vegetation. Um das Biotop zu erhalten, entfernten die Ehrenamtlichen Verbuschungen und lichteten Adlerfarn mit Heugabeln aus. Außerdem drängten sie Brombeergestrüpp zurück.
Forstwirt und Landschaftspfleger Roland Steinwarz arbeitet regelmäßig mit Ehrenamtlichen in dem Gebiet. Während der Naturtage wurden zudem ein Laichtümpel entschlammt und das Haselgeflecht zu seinem Schutz erneuert. Es soll unter anderem Wildschweine fernhalten. Damit soll der Amphibienbestand, beispielsweise der Gelbbauchunke, gesichert werden. Die Teilnehmenden konnten dabei an die Erfolge der vergangenen Jahre anknüpfen.
Einblicke in die Forstarbeit
Am ersten Morgen unterstützten Vladimir Ksimitov, Ausbilder der Forstwirte bei Landesforsten in Altenkirchen, und seine Auszubildenden die Naturtage. Sie zeigten unter anderem professionelle Kettensägen, Kombi-Freischneider mit verschiedenen Blättern und ergonomische Tragegurte für längere Arbeiten. Außerdem erläuterten sie den Einsatz eines Fällhebers, mit dem gefällte und entastete Bäume bis zu einem bestimmten Durchmesser auf Zug gedreht werden können.
Bei der Vorführung wurden nach Angaben der Veranstalter die Fachkompetenz der Auszubildenden sowie die Bedeutung von Unfallverhütung und Arbeitsschutz deutlich. Die Auszubildenden erklärten demnach, dass sie sich erneut für diese Ausbildung entscheiden würden. Zudem verwiesen sie auf berufliche Zukunftsperspektiven bei Landesforsten. Die Kooperation soll fortgesetzt werden.
Am Nachmittag des übernächsten Tages folgte ein Vortrag mit anschließender Exkursion von Monika Runkel, Försterin des Jahres 2025 sowie Leiterin des Forstamtes Hachenburg und des Waldbildungszentrums, und Förster Siegfried Rohs. Im Mittelpunkt stand das Thema Wasser. "Wasser braucht den Wald und Wald braucht das Wasser", lautete der rote Faden des Vortrags.
Die Referierenden erläuterten, dass gesunde Wälder ein kühles und feuchtes Innenklima benötigen. Durch kleinere zusammenhängende Waldflächen und steigende Temperaturen könne Hitze leichter in die Bestände eindringen. Vorgestellt wurden Maßnahmen, mit denen Wasser länger im Wald gehalten und Humus zurückgewonnen werden kann. Dazu gehört, Entwässerungsgräben im Oberlauf zu blockieren und dort je nach Bodenbeschaffenheit Schwarzerlen oder Zitterpappeln zu pflanzen. Deren Laub verrotte schnell und bilde feuchten Humus.
Auch Fahrrinnen von Rückegassen könnten mit diesen Baumarten bepflanzt werden. Über die tiefer liegenden Fahrspuren fließe Wasser sonst schnell ab und könne wertvollen Humus in Gewässer tragen. Auf den vom Borkenkäfer geschädigten Fichtenflächen könne außerdem das Brombeergestrüpp zunächst stehen bleiben. Es schütze den Boden vor Austrocknung und junge Pionierbäume wie Birke, Holunder, Eberesche und Pappel vor Verbiss. Später verschwinde das Gestrüpp nach Angaben der Referierenden von selbst.
Bei der Exkursion führte der Weg auch zu einer Fläche oberhalb des Klosters Hassel, auf der diese Methode angewendet wird. Die Teilnehmenden konnten sich dort von ihrer Wirkung überzeugen. Das Verfahren erfordere Geduld, sei im Vergleich zu anderen Methoden jedoch kostengünstig.
Apfelernte und Gespräche im Kloster
Im Rahmen der Naturtage fand außerdem ein Ortstermin zur ökologischen Aufwertung des Birkenbachtals statt. Daran nahmen die Vertragsnaturschutzmanagerin des Landkreises Altenkirchen, Linda Bödger, die Klosterleitung mit Ew. Dhamma Mahatheri sowie Roland Steinwarz, Förster Fritz Arendt-Quandt und Heli Weber teil. Gemeinsam begutachteten sie die Fortschritte bei den Renaturierungs- und Grünflächenmaßnahmen. Die Beratungen von Linda Bödger und Jessica Gelhausen von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises begleiten die Entwicklung des Areals bereits seit mehreren Jahren.
Noch vor dem offiziellen Beginn der Naturtage ernteten Ehrenamtliche Äpfel auf den Streuobstwiesen des Klostergeländes. Dort wachsen alte Westerwälder Apfelsorten. Die Äpfel wurden zu Saft verarbeitet und in Flaschen abgefüllt. Nach der ertragreichen Ernte im Jahr 2025 war zunächst mit einer geringeren Menge gerechnet worden. Tatsächlich trugen viele Bäume erneut zahlreiche Früchte. Auch mehrere jüngere Menschen beteiligten sich an der Arbeit.
Weitere Ehrenamtliche sorgten mit der Zubereitung von Mahlzeiten für die Verpflegung. Für die Teilnehmenden boten die Arbeiten in der Natur nach Angaben der Veranstalter zugleich Ruhe und Erholung. Am Abend ergänzten Klostergespräche mit kurzen Weisheitsgeschichten und subtilem Humor von Ew. Dhamma Mahatheri das Programm. Die Naturtage und die Apfelernte sollen auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden. PM/Red
Mehr dazu:
Kultur & Freizeit
Lokales: Hamm & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion































