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Nachricht vom 10.10.2026    

Wildwechsel-Gefahr im Herbst: Worauf Autofahrer in Rheinland-Pfalz achten sollten

Im Herbst und Winter steigt die Gefahr von Wildunfällen auf den Straßen in Rheinland-Pfalz. Besonders mit der Umstellung auf die Winterzeit wird das Risiko erhöht, da die Aktivität der Wildtiere mit den Hauptverkehrszeiten zusammenfällt.

Wildwechsel am frühen Morgen. (Foto: Patrick Pleul / dpa)

Mainz. Die Gefahr von Wildwechsel auf rheinland-pfälzischen Straßen nimmt im Herbst zu. Nikolai Kalinke von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) erklärt: "Das Wild stellt seine Uhr nicht um, wir Menschen tun es." Mit der Umstellung der Uhren auf die Winterzeit am 25. Oktober 2026 fällt die Aktivität der Wildtiere in die Hauptverkehrszeiten.

Das erhöhte Risiko von Wildunfällen besteht bereits Anfang Oktober. Autofahrer sollten zur Morgen- und Abenddämmerung sowie nachts besonders aufmerksam sein, da diese Zeiten gerne von Tieren zur Nahrungssuche oder für Ortswechsel genutzt werden. Auch Paarungszeiten beeinflussen das Verhalten des Wildes deutlich, so Kalinke.

Der Lebensraum der Tiere verändert sich im Herbst. Felder werden abgeerntet und die Tiere sind gezwungen, neue Möglichkeiten zum Schutz vor Sicht, Witterung, Feinden und Störungen zu suchen. Landesforsten weist darauf hin, dass die Tiere aufgrund der Suche nach geeigneten Lebensräumen und ihrer Paarungszeit aktiver sind und deshalb längere Strecken zurücklegen sowie häufiger Straßen überqueren.

Auf Straßen entlang von Wäldern, Hecken und landwirtschaftlichen Flächen gilt besondere Vorsicht, betont der SDW. Das Verkehrszeichen "Achtung Wildwechsel" kennzeichnet Orte mit hohem Wildunfall-Risiko. Es zeigt ein rotes Warndreieck mit springendem Hirsch. Autofahrer sollten den Straßenrand aufmerksam im Blick behalten und ausreichend Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen einhalten. Reflektierende Augen in der Dunkelheit könnten ein Hinweis auf ein Tier in der Nähe der Straße sein.

Wer ein Wildtier auf der Straße oder am Fahrbahnrand sieht, sollte langsamer fahren und bremsbereit sein, sagen Fachleute. Das Fernlicht sollte ausgeschaltet werden, um die Tiere nicht zu blenden. Mit der Hupe können Autofahrer auf sich aufmerksam machen und Tiere eventuell vertreiben. Verkehrsteilnehmer sollten nicht davon ausgehen, dass die Tiere stehen bleiben oder wieder zurücklaufen, betonen das Landeskriminalamt (LKA) und SDW. Wo ein Tier auftaucht, können noch weitere folgen, besonders Wildschweine und Rehe sind oft in Gruppen unterwegs.



Ist ein Zusammenprall nicht mehr zu verhindern, gilt es stark zu bremsen und die Spur zu halten. Von Ausweichmanövern raten Landesforsten, LKA und SDW ab, da diese wegen des Gegenverkehrs, Bäumen oder anderer Hindernisse gefährlicher werden könnten als der Wildunfall selbst. Nach einem Wildunfall sollten Fahrer die Warnblickanlage einschalten, eine Warnweste anziehen und die Unfallstelle mit einem Warndreieck absichern. Verletzten Tieren sollten sich die Fahrer nicht nähern, da diese unter enormem Stress stehen und gefährlich werden könnten. Tote Tiere dürfen nicht vom Unfallort mitgenommen werden.

Ein Wildunfall sollte immer der Polizei gemeldet werden - auch wenn das Tier nach dem Zusammenstoß weiterläuft. Wer einfach weiterfährt, begeht möglicherweise eine Ordnungswidrigkeit, so Landesforsten. Die Beamten können den zuständigen Jäger verständigen und eine Wildunfallbescheinigung für die Versicherung ausstellen. Polizei und Jäger suchen nach dem Tier und erlösen es eventuell fachgerecht von seinem Leiden. (dpa/bearbeitet durch Red)


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