Verbraucherzentrale warnt vor zurückgerufener Babynahrung bei Kaufland
Zurückgerufene Säuglingsnahrung der Marken Aptamil, Milumil und Beba ist bei Kaufland erneut verkauft worden. Eltern sollten ihre Vorräte prüfen und betroffene Produkte keinesfalls weiterverwenden.
Nordrhein-Westfalen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass bereits zurückgerufene Säuglingsnahrung in einer unbekannten Zahl von Kaufland-Filialen erneut zum Verkauf angeboten wurde. Betroffen sind Chargen der Marken Aptamil, Milumil und Beba.
Mehrere Säuglingsnahrungen der Hersteller Nestlé und Danone werden seit Januar 2026 zurückgerufen, da sie möglicherweise mit dem Giftstoff Cereulid verunreinigt sind. Dieser kann starkes Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen auslösen. Insbesondere für Babys unter sechs Monaten besteht ein ernst zu nehmendes Gesundheitsrisiko.
Die Verbraucherzentrale NRW kritisiert die Kontrollmechanismen des Händlers. "Wir haben hier in NRW in den von uns diese Woche besuchten Filialen nicht einmal Warnhinweise an den Regalen gefunden, lediglich Informationen am Infoschalter. Auch in der Kaufland-App gibt es beim Öffnen keinen Hinweis auf das ausschließlich Kaufland betreffende Problem. Das ist unserer Auffassung nach kein guter Verbraucherschutz", erklärt Angela Clausen, Teamleiterin und Expertin für Nahrungsmittelrecht bei der Verbraucherzentrale NRW. "Es geht hier um die empfindlichste Verbrauchergruppe überhaupt."
Rückrufe im Oktober erneut veröffentlicht
Am 12. Oktober 2026 wurden über das Portal lebensmittelwarnung.de erneut Rückrufe von Aptamil- und Milumil-Chargen bei Kaufland veröffentlicht. Am 13. Oktober wurde der Rückruf auf Beba-Produkte ausgeweitet. Dabei handelt es sich laut Verbraucherzentrale um dieselben Chargen, die bereits im Februar zurückgerufen worden waren und hätten vernichtet werden müssen.
"Aus unserer Sicht ist das ein fundamentales Versagen der firmeneigenen Kontrollmechanismen und muss transparent aufgeklärt werden." Nach Angaben des Händlers wurden inzwischen sämtliche betroffenen Produkte aus den Regalen entfernt.
Was Eltern jetzt beachten sollten
Eltern können die Chargennummer ihrer Säuglingsnahrung prüfen und sich bei Fragen an den Händler oder Hersteller wenden. Kaufland zufolge lassen sich die betroffenen Produkte in jeder Filiale zurückgeben. Der Kaufpreis werde auch ohne Kassenbon erstattet.
Zeigt ein Kind nach dem Verzehr Symptome wie Erbrechen oder Durchfall, sollten Eltern eine Arztpraxis aufsuchen und auf den Rückruf hinweisen. "Wer noch bei Kaufland erworbene Säuglingsnahrung von Aptamil, Milumil oder Beba zu Hause vorrätig hat, sollte unbedingt prüfen, ob es sich um die zurückgerufene Ware handelt, und sie auf keinen Fall weiterverwenden", betont Clausen.
Cereulid kann schon in geringen Mengen Beschwerden auslösen
Cereulid ist ein Giftstoff, der vom Mikroorganismus Bacillus cereus gebildet wird. Das weltweit verbreitete Bodenbakterium kann über Rohstoffe oder Staub in Lebensmittel gelangen. Schon geringe Mengen des Toxins können Beschwerden verursachen. Diese treten häufig 30 Minuten bis sechs Stunden nach dem Verzehr auf. Dazu zählen vorwiegend Übelkeit, starkes Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Meist klingen die Symptome innerhalb eines Tages ab.
Babys sind in den ersten sechs Monaten durch den Flüssigkeitsverlust besonders gefährdet. Eltern sollten auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Bei anhaltenden Beschwerden oder einem schlechten Allgemeinzustand des Kindes sollte umgehend eine Kinderarzt-Praxis aufgesucht werden.
Bleibt angerührte Säuglingsnahrung längere Zeit bei Raumtemperatur oder warm stehen, können sich die Bakterien stark vermehren und Cereulid bilden. Das Toxin ist hitzestabil und wird durch erneutes Erwärmen nicht zerstört. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät deshalb, Säuglingsmilch immer frisch zuzubereiten, nicht aufzubewahren und nicht wieder aufzuwärmen.
Weitere Marken von Rückrufen betroffen
Nestlé und Danone haben seit Januar 2026 in vielen Ländern Säuglingsnahrung zurückgerufen. In Deutschland waren vorwiegend die Marken Beba und Alfamino von Nestlé sowie Aptamil und Milupa Milumil von Danone von einer möglichen Verunreinigung mit Cereulid betroffen. Die Unternehmen veröffentlichen die jeweiligen Chargen- und Mindesthaltbarkeitsdaten fortlaufend auf ihren Internetseiten und über offizielle Warnportale.
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