Grüner Abend: Wie Naturschutz vor Ort helfen kann
Beim Grünen Abend in Wissen hat Michelle Haas über die Folgen des Klimawandels und den Verlust der Artenvielfalt informiert. Rund 25 Gäste diskutierten anschließend über Handlungsmöglichkeiten für den Naturschutz.
Hamm/Wissen. Mit dem Zusammenhang zwischen Klimaveränderungen, Artensterben und dem Verlust natürlicher Lebensräume beschäftigte sich der Grüne Abend in der Gaststätte "The Old Bakery". Referentin war Michelle Haas, Sprecherin des Ortsverbands Hamm-Wissen von Bündnis 90/Die Grünen.
Neben dem Klimawandel gefährden laut Vortrag vorwiegend die Zerstörung natürlicher Lebensräume, Umweltverschmutzung und die Übernutzung natürlicher Ressourcen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Die Folgen betreffen auch den Menschen, der auf intakte Ökosysteme, sauberes Wasser, fruchtbare Böden und natürliche Schutzfunktionen angewiesen ist.
Internationale Untersuchungen verdeutlichen die Entwicklung: Nach Angaben des Weltbiodiversitätsrats IPBES ist rund eine Million Arten vom Aussterben bedroht. Der Living-Planet-Report 2024 dokumentiert seit 1970 einen durchschnittlichen Rückgang der untersuchten Wildtierbestände um 73 Prozent.
Naturschutz auf 20 Hektar
Als Beispiel für wichtige Ökosysteme nannte Haas natürliche Flussauen. Sie können Hochwasser zurückhalten, Strömungen verlangsamen und Wasser verzögert abgeben. In Deutschland sind große Teile dieser Lebensräume verloren gegangen.
Wie Naturschutz vor Ort umgesetzt werden kann, zeigt der 2007 gegründete Verein Ebertseifen Lebensräume e. V. Auf rund 20 Hektar ehemaliger landwirtschaftlicher Fläche setzt er sich für die biologische Vielfalt ein. Zu den Projekten zählen die Aufwertung von Gewässern, die Sanierung des Tüschebachsweihers, die Anlage von Amphibiengewässern und die Förderung einer stabilen Laubfroschpopulation. Hinzu kommen Umweltbildung, naturkundliche Führungen und wissenschaftliche Erhebungen.
Als weitere Handlungsmöglichkeiten wurden ehrenamtliches Engagement sowie naturnahe Gärten mit heimischen Pflanzen genannt. Im Anschluss an den Vortrag vertieften die rund 25 Besucher die Themen in einer Diskussion. Red
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