Kritische Infrastruktur in Rheinland-Pfalz im Visier: Drohnenflüge und Cyberattacken
Die Sicherheit der kritischen Infrastruktur in Rheinland-Pfalz gerät zunehmend ins Visier politisch motivierter Aktivisten und staatlich gelenkter Bedrohungen. Die Sicherheitsbehörden stehen den betroffenen Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite.
Mainz. Die Energieversorgung, militärische Einrichtungen sowie Rüstungsunternehmen und deren Dienstleister sind in Rheinland-Pfalz verstärkt Ziel von Angriffen. Innenminister Achim Schwickert (CDU) erklärte auf eine parlamentarische Anfrage der AfD-Fraktion in Mainz, dass sowohl physische Angriffe wie Sachbeschädigungen und Brandstiftungen als auch Attacken aus dem Cyberraum zugenommen haben. Einrichtungen der kritischen Infrastruktur seien grundsätzlich einer erhöhten Gefährdung ausgesetzt. Dazu gehören Bereiche wie Energie, Informationstechnik, Transport und Verkehr, deren Beeinträchtigung oder Ausfall dramatische Folgen haben kann.
Seit 2024 wurden bis Ende September insgesamt 13 Straftaten gegen Infrastruktur, Militär, Justiz sowie Handel und Wirtschaft im "kriminalpolizeilichen Meldedienst in Fällen politisch motivierter Kriminalität" erfasst. Besonders häufig waren Militäranlagen das Ziel. Blockade-Aktionen, unbefugtes Betreten, Sachbeschädigungen und Drohnenüberflüge wurden registriert. Es gab Ausspähversuche, Diebstahl von Militäreigentum und Blendversuche von Kampfflugzeugpiloten mittels Laserpointer. Bei einer Straftat konnte ein Tatverdächtiger ermittelt werden.
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Die rheinland-pfälzischen Sicherheitsbehörden informieren und beraten Unternehmen der Rüstungs- und Verteidigungsindustrie zu Gefahren politisch motivierter Kriminalität und hybrider Bedrohungen. Sie empfehlen organisatorische, personelle und technische Maßnahmen zur Verbesserung des Schutzes gegen reale und digitale Angriffe.
Hintergrund der AfD-Anfrage waren Attacken auf den Koblenzer Standort des französischen Rüstungs- und Technologiekonzerns Thales. Im September wurden die Außenwände des Firmensitzes großflächig mit roter Farbe beschmiert. Bereits im Januar hatten Unbekannte die Umzäunung überwunden und drei Fahrzeuge in Brand gesetzt. Die Polizei ordnete die Tat dem linksextremistischen Spektrum zu. (dpa/bearbeitet durch Red)
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