Brandanschlag in Schweden: Anführer einer sadistischen Gruppe verhaftet
Ein junger Mann steht im Verdacht, über das Internet Jugendliche zu schweren Straftaten angestiftet zu haben. Ein Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) gibt nun einen detaillierten Einblick in die Ermittlungen gegen ihn.
Koblenz. Der mutmaßliche Anführer einer sadistischen Online-Gruppe soll einen 15-jährigen Schweden dazu gebracht haben, einen Brandanschlag auf eine Garagenanlage zu verüben. Bei der Tat wurden das Gebäude und 18 Autos zerstört. Seit seiner Festnahme im März befindet sich der junge Mann in Untersuchungshaft.
Dem BGH-Beschluss zufolge beschränkten sich die sozialen Kontakte des Beschuldigten überwiegend auf das Internet. Er wird als Anhänger einer rechtsradikalen, antisemitischen und staatsfeindlichen Gesinnung beschrieben. Spätestens im Mai 2024 schloss er sich der Gruppe "1414" an, deren Ziel es war, Mitglieder und Dritte zu schweren Straftaten wie Gewalt-, Sexual- und Brandstiftungsdelikten anzustiften.
Rechtsradikale und antisemitische Gesinnung
Mitglieder der Gruppe, darunter der Beschuldigte, sollen "Vertrauensbeziehungen zu jungen, psychisch labilen Mädchen" aufgebaut haben. Diese wurden gedrängt, sich körperlich zu verletzen oder sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen und die Aufnahmen zu verbreiten.
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Nach seinem Beitritt rückte der Beschuldigte schnell in den Kreis der leitenden Mitglieder auf und wurde nach der Verhaftung von drei Gründungsmitgliedern alleiniger Anführer. Er soll versucht haben, durch Gewalttaten aus seiner Gesinnung heraus staatliche Institutionen zu schwächen - insbesondere durch Brandanschläge.
Bundesanwaltschaft ermittelt
Der Beschuldigte nahm über das Internet Kontakt mit dem schwedischen Jugendlichen auf und überzeugte ihn, einen Brandanschlag zu verüben. Der Anschlag wurde gefilmt und live im Internet gestreamt.
Die Bundesanwaltschaft hat im August die Ermittlungen übernommen. Dem jungen Mann wird Mitgliedschaft in einer terroristischen und kriminellen Vereinigung sowie Anstiftung zu Mord und Brandstiftung vorgeworfen. (dpa/bearbeitet durch Red)
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