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Pressemitteilung vom 21.10.2026    

Drei gerettete Waschbären finden im Tierpark Niederfischbach ein dauerhaftes Zuhause

Nala, Eli und Ray haben eine bewegende Rettungsgeschichte hinter sich. Nachdem die drei Waschbärenbabys im Juli von der Feuerwehr aus einem Kamin in Kreuztal-Buschhütten befreit wurden, sind sie am Sonntag (18. Oktober 2026) im Tierpark Niederfischbach eingezogen. Dort können sie nun in Sicherheit aufwachsen.

Nala, Eli und Ray zogen in den Tierpark Niederfischbach ein. (Fotos: Tierpark Niederfischbach)

Niederfischbach/Kreuztal-Buschhütten. Es ist eine Geschichte, die mit einem Rettungseinsatz begann und nun ein glückliches Kapitel erreicht hat: Die drei jungen Waschbären Nala, Eli und Ray haben ein neues Zuhause gefunden. Am Sonntag (18. Oktober 2026) sind die kleinen Überlebenskünstler im Tierpark Niederfischbach angekommen. Hinter ihnen liegen Monate intensiver Pflege, Handaufzucht und eine Zeit, in der ihre Zukunft zunächst ungewiss war.

Rettung aus einem Kamin in Kreuztal-Buschhütten
Ende Juli 2026 entdeckte ein Hausbesitzer in Kreuztal-Buschhütten drei Waschbärenbabys, die in einem Kaminrohr festsaßen. Die Mutter war seit einiger Zeit nicht mehr zu ihrem Nachwuchs zurückgekehrt. Die Tiere waren noch so jung, dass ihre Augen geschlossen waren. Ohne Hilfe hätten sie in ihrer misslichen Lage kaum eine Überlebenschance gehabt. Die Feuerwehr Kreuztal rückte an und konnte die drei Jungtiere vorsichtig über eine Kaminklappe aus dem Schornstein befreien. Die Kleinen waren geschwächt und vermutlich stark dehydriert. Nach der Rettung wurden sie zunächst versorgt, bevor sie in die Obhut einer Wildtier-Päppelstation in Bad Berleburg kamen.

Monate voller Fürsorge
Dort übernahm Melanie Oesterhoff, vielen als Melli bekannt, die weitere Versorgung der drei Waschbären. Über mehrere Monate zog sie die Tiere mit großem Einsatz von Hand auf. Regelmäßige Fütterungen, anfangs auch nachts in kurzen Abständen, gehörten ebenso dazu wie die sorgfältige Beobachtung ihrer Entwicklung. Aus den hilflosen Babys wurden nach und nach muntere, neugierige Jungtiere. Sie entwickelten sich gut und wurden schließlich so weit, dass sie selbstständig Nahrung aufnehmen konnten.

Doch trotz aller Fortschritte blieb eine entscheidende Frage: Wo können die drei Waschbären dauerhaft leben? Denn Waschbären gelten in Deutschland als invasive Art. Eine Rückkehr in die freie Natur ist für die aufgenommenen Tiere unter den geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen nicht möglich. Umso wichtiger war es, eine geeignete dauerhafte Unterbringung zu finden. Der Tierpark Niederfischbach erklärte sich bereit, Nala, Eli und Ray aufzunehmen.

Willkommen im Tierpark Niederfischbach
Am Sonntag war es schließlich so weit: Nala, Eli und Ray traten ihre Reise ins Kesselbachtal an. Im Tierpark Niederfischbach wurden die drei Neuankömmlinge neugierig empfangen. Schon bei ihrer Ankunft zeigten sie sich aufmerksam und erkundeten interessiert ihre neue Umgebung. Für den Start haben die Tierpfleger in der ehemaligen Eulenscheune eine Unterkunft vorbereitet. Ein Bällebad und eine kleine Badewanne bieten den jungen Waschbären zusätzliche Möglichkeiten, ihre Umgebung spielerisch kennenzulernen und ihrem natürlichen Entdeckerdrang nachzugehen.



Die drei Tiere sollen sich zunächst in Ruhe eingewöhnen und weiterentwickeln. Sobald sie groß genug sind, ist der Umzug in das große Waschbärengehege vorgesehen. Dort werden sie dauerhaft im Tierpark bleiben.

Eine Rettungsgeschichte mit besonderer Bedeutung
Der Einzug von Nala, Eli und Ray zeigt, wie wichtig das Zusammenspiel verschiedener Menschen und Einrichtungen sein kann: Ein aufmerksamer Hausbesitzer, die Feuerwehr Kreuztal, eine engagierte Wildtierpflegerin und schließlich der Tierpark Niederfischbach haben gemeinsam dazu beigetragen, dass aus einer gefährlichen Situation eine Zukunftsperspektive für die drei Tiere wurde. Gleichzeitig macht die Geschichte deutlich, vor welchen Herausforderungen Wildtier-Päppelstellen stehen.

Gerade bei invasiven Arten ist es schwierig, geeignete dauerhafte Unterbringungsmöglichkeiten zu finden. Nicht jedes gerettete Tier kann später wieder ausgewildert werden, und geeignete Plätze sind begrenzt. Für Nala, Eli und Ray ist diese Suche nun erfolgreich beendet. Aus den drei winzigen Waschbären, die im Sommer in einem Kamin um ihr Leben kämpften, sind neugierige Jungtiere geworden, die im Tierpark Niederfischbach eine neue Heimat gefunden haben. Ihre Geschichte steht damit nicht nur für eine gelungene Rettung, sondern auch für das Engagement der Menschen, die sich um Tiere in Not kümmern - und für die Chance, die sich ergibt, wenn im entscheidenden Moment gemeinsam eine Lösung gefunden wird.

Verantwortung statt Verharmlosung
Dem Tierpark Niederfischbach ist bewusst, dass Waschbären als invasive Art die heimische Tierwelt erheblich gefährden können, etwa durch das Plündern von Nestern und die Bejagung von Bodenbrütern, Singvögeln und deren Nachwuchs. Die Aufnahme von Nala, Eli und Ray ist deshalb eine bewusste Entscheidung für drei gerettete Tiere, keine Förderung der Art. Eine Zucht findet nicht statt, die Tiere sind kastriert. Zugleich sind die Kapazitäten des Tierparks begrenzt: Mit den drei Neuankömmlingen sind die Aufnahmemöglichkeiten für Waschbären auf absehbare Zeit ausgeschöpft. (PM)


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