Pressemitteilung vom 23.10.2026 
Mehr als 150 Strafverfahren nach Kontrollen in Koblenz
Seit Mai 2026 gehen Polizei, Stadt und weitere Behörden verstärkt gegen Straftaten und Ordnungsverstöße im öffentlichen Raum in Koblenz vor. Nach mehr als 1.000 Personenkontrollen und acht vollstreckten Haftbefehlen sollen die Maßnahmen fortgesetzt werden.
Koblenz. Insgesamt 25 Kontrollmaßnahmen haben Polizei und Kommunaler Vollzugsdienst seit Mai 2026 in Koblenz durchgeführt. Unterstützt wurden sie unter anderem vom Hauptzollamt. Teilweise waren mehr als 150 Einsatzkräfte beteiligt.
Grundlage ist ein unter Federführung der Polizeiinspektion Koblenz 1 entwickeltes Einsatzkonzept. Innerhalb einer Besonderen Aufbauorganisation werden Kontrollen mit strafrechtlichen Ermittlungen verbunden. Ein Ermittlungsabschnitt unter Leitung der Kriminaldirektion Koblenz verfolgt festgestellte Straftaten in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Koblenz.
Kontrollen an mehreren Schwerpunkten
Die Maßnahmen konzentrieren sich insbesondere auf das Löhrrondell, das Altlöhrtor, die Löhrstraße und Bereiche der Koblenzer Altstadt. Dort waren nach Angaben der Behörden in der Vergangenheit wiederholt Gruppen Jugendlicher, Heranwachsender und junger Erwachsener durch Straftaten und Ordnungsverstöße aufgefallen.
Bei den kontrollierten auffälligen Personen handelt es sich den Angaben zufolge überwiegend um Jugendliche und junge Erwachsene aus Koblenz und dem näheren Umfeld. Darunter seien sowohl deutsche Staatsangehörige als auch Menschen mit Migrationshintergrund. Die Behörden setzen auf sichtbare Präsenz, Kontrollen und täterorientierte Ermittlungen.
Bei den Einsätzen wurden weit über 1.000 Menschen kontrolliert. Neben der Feststellung der Identität suchten die Einsatzkräfte unter anderem nach gefährlichen oder verbotenen Gegenständen. Soweit erforderlich, wurde auch der aufenthaltsrechtliche Status überprüft. Einzelne Personen wurden an unterschiedlichen Tagen und Orten mehrfach kontrolliert.
Mehr als 150 Strafverfahren eingeleitet
Im gesamten Zeitraum leiteten die Behörden mehr als 150 Strafverfahren ein. Dabei ging es überwiegend um Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Körperverletzungs- und Eigentumsdelikte sowie Verstöße gegen das Waffengesetz.
Beispielswiese wurden bei einer Kontrollmaßnahme am 6. Mai 2026 rund 120 Menschen überprüft. Bei einer weiteren Kontrolle am 25. September 2026 kontrollierten die Einsatzkräfte etwa 300 Personen und leiteten 15 Strafverfahren ein.
Neben den Kontrollen bildet die gezielte Ermittlungsarbeit einen weiteren Schwerpunkt. Gegen acht Heranwachsende und junge Erwachsene wurden nach teils umfangreichen Ermittlungen Haftbefehle erwirkt und vollstreckt. Ihnen werden unter anderem schwerer Raub, gefährliche Körperverletzung und der Handel mit Betäubungsmitteln vorgeworfen.
Gegen zwölf Personen wurden teilweise längerfristige Aufenthaltsverbote für bestimmte Bereiche des Stadtgebiets ausgesprochen. Weitere 18 Menschen kamen zumindest vorübergehend in Gewahrsam. Als Gründe nennt die Polizei unter anderem die Missachtung von Platzverweisen und die Behinderung polizeilicher Maßnahmen.
Hauptzollamt kontrolliert Geschäfte und Gastronomie
An dem Vorgehen sind neben Polizei und Stadt auch die Staatsanwaltschaft und das Hauptzollamt beteiligt. Das Hauptzollamt Koblenz führte in Abstimmung mit der Polizeiinspektion Koblenz 1 eigene Kontrollen durch. Im Mittelpunkt standen Kioske, Tabakläden und Shisha-Bars. Dabei stellte die Behörde unter anderem sozialversicherungs- und steuerrechtliche Verstöße fest.
Polizeipräsident Jürgen Süs erwartet eine längerfristige Wirkung der Maßnahmen: "Die polizeiliche Erfahrung zeigt, dass die Strategie der vielen Nadelstiche mittel- und langfristig ihre Wirkung zeigt. Ich bin zuversichtlich, dass uns das im Schulterschluss mit der Stadt, der Staatsanwaltschaft und dem Hauptzollamt Koblenz auch gelingen wird."
Die Koblenzer Bürgermeisterin Dr. Dagmar Kranz erklärte: "Mit den durchgeführten Kontrollmaßnahmen setzen wir gemeinsam ein klares und entschlossenes Zeichen. Wir schauen nicht weg, sondern handeln konsequent. Unser Ziel ist es, Straftaten und Ordnungsverstößen vorzubeugen und diese konsequent zu verfolgen, um damit das Sicherheitsgefühl der Menschen in Koblenz nachhaltig zu stärken. Und auch ich bin sicher, dass uns das mit dem eingeschlagenen Weg gelingen wird."
Weitere Kontrollen angekündigt
Für die kommenden Wochen kündigen die beteiligten Behörden weitere intensive Kontrollen und eine starke sichtbare Präsenz im Stadtgebiet an. Ein besonderes Augenmerk soll auch dem bevorstehenden Koblenzer Weihnachtsmarkt gelten. Die Entwicklung im öffentlichen Raum werde weiter beobachtet, um die Maßnahmen daran auszurichten.
Der Leiter der Polizeiinspektion Koblenz 1, Steffen Göbel, erklärte: "Ich bin überzeugt, dass wir mit unserem gemeinsamen Vorgehen den richtigen Weg eingeschlagen haben. Alle beteiligten Behörden ziehen an einem Strang und nutzen ihre jeweiligen Möglichkeiten, um die Sicherheit im öffentlichen Raum zu stärken. Die bisherigen Entwicklungen zeigen, dass sich die Verbindung aus intensiven Kontrollmaßnahmen und gezielten, täterorientierten Ermittlungen auszahlt. Entscheidend ist, dass wir diesen Weg gemeinsam, konsequent und mit der notwendigen Ausdauer fortsetzen. Die Menschen in Koblenz können sich darauf verlassen, dass wir die Situation weiterhin fest im Blick haben und dort handeln, wo es erforderlich ist." (PM/Red)
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