Pressemitteilung vom 23.10.2026 
Korridorsanierung zwischen Troisdorf und Wiesbaden liegt im Zeitplan
Auf der 160 Kilometer langen Strecke am Rechten Rhein sind nach Angaben der DB InfraGO mehr als 70 Prozent der neuen Gleise verlegt und über 80 Prozent der Weichen erneuert. In den verbleibenden zwei Monaten stehen unter anderem Arbeiten an Stellwerken, Bahnhöfen und der Oberleitung sowie umfangreiche Abnahmen an.
Troisdorf. Seit dem Baustart am 10. Juli 2026 hat die DB InfraGO nach eigenen Angaben mehr als 70 Prozent der neuen Gleise verlegt und mehr als 80 Prozent der geplanten Weichen erneuert. Knapp 40 Prozent der Oberleitung wurden modernisiert. An den 36 Verkehrsstationen sind die Abrissarbeiten fast überall abgeschlossen, die Neubauten laufen. Teilweise wurden bereits neue Bahnsteigkanten und Fundamente für Dächer gesetzt. Außerdem entstanden neue Personenunterführungen, und Brücken wurden eingeschoben.
Auch der Schallschutz macht Fortschritte: Auf sechs Kilometern stehen bereits neue Schallschutzwände. Neue Signale wurden mithilfe von Hubschraubern entlang der Strecke eingeflogen und zum Großteil direkt montiert.
In den verbleibenden zwei Monaten der Sanierung sollen die Arbeiten an Gleisen, Bahnhöfen und Oberleitungen fortgesetzt werden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Fertigstellung der Stellwerke. Anschließend folgen umfangreiche Abnahmen durch unabhängige Sachverständige. Erst nach Abschluss dieser Prüfungen kann die Strecke wieder für den Zugverkehr freigegeben werden.
Die DB InfraGO prüft gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen, wie der Verkehr nach Ende der Bauarbeiten schrittweise wieder aufgenommen werden kann. Damit soll ein möglichst stabiler Betriebsanlauf erreicht werden.
Vier neue Stellwerke gehen im Juli 2027 in Betrieb
Entlang der Strecke werden sechs Stellwerke alter Bauart durch elektronische Stellwerke ersetzt. Sie befinden sich in Rüdesheim, Niederlahnstein, Koblenz-Ehrenbreitstein, Engers, Neuwied und Bonn-Beuel. Zusätzlich werden elf bereits bestehende elektronische Stellwerke angepasst und um neue Funktionen erweitert.
Die Stellwerke in Neuwied, Engers, Koblenz-Ehrenbreitstein und Niederlahnstein werden während der Korridorsanierung soweit wie möglich fertiggestellt. Ihre Abnahme und Inbetriebnahme ist für Juli 2027 vorgesehen.
Der angepasste Zeitplan ermöglicht außerdem die Sanierung des Horchheimer Kreuzungsbauwerks im Jahr 2027. Während der Sperrung der rechtsrheinischen Bahnstrecke bis zum 12. Dezember 2026 sollen vorbereitende Arbeiten wie eine Gleisabsenkung erfolgen. Das neue Brückenteil wird im Frühsommer 2027 außerhalb des Gleisfelds vormontiert und im Juli 2027 eingeschoben.
Das Zugbeeinflussungssystem European Train Control System (ETCS) ist bereits zwischen Oberlahnstein und Assmannshausen im Einsatz. Nach Abschluss aller Arbeiten soll es bis Ende 2027 auf der gesamten Strecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden verfügbar sein. Die Strecke würde damit zu den längsten vollständig digitalisierten Bahnstrecken Deutschlands zählen.
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Aufzüge und Barrierefreiheit
Für neue Aufzüge an mehreren Stationen wurden bereits zahlreiche Arbeiten umgesetzt. Die noch ausstehenden Bauarbeiten sollen während der Sperrung abgeschlossen werden. Die neue Aufzugstechnik wird teilweise anschließend schrittweise bis April 2027 installiert. Dafür sind laut DB InfraGO keine weiteren Sperrungen erforderlich.
Für den Bahnhof Rhöndorf wird noch geprüft, wann die beiden Aufzüge und die neue Personenunterführung baulich umgesetzt werden können. An Stationen, die bereits vor Beginn der Sanierung barrierefrei waren, bleibt dieser Zugang nach Angaben der DB durchgehend erhalten. An weiteren Stationen wird die Barrierefreiheit erstmals hergestellt.
Ersatzverkehr und Güterzugumleitungen
Während der Sanierung ersetzt ein umfangreicher Busverkehr den ausfallenden Nahverkehr auf dem betroffenen Streckenabschnitt. Seit dem Start im Juli verkehren die Busse nach Angaben der DB zuverlässig und erreichen durchschnittlich eine Pünktlichkeit von knapp 90 Prozent. Insgesamt sind 160 Busse auf 13 Linien unterwegs. Sie bedienen die entfallenden Zughalte in Bahnhofsnähe sowie teilweise weitere gut erreichbare Haltestellen.
Die Güterzüge, die normalerweise über die rechte Rheinseite fahren, werden überwiegend über die linke Rheinstrecke und die Siegstrecke umgeleitet. Diese Umleitungen laufen laut DB seit Beginn der Bauarbeiten stabil.
Die fünfmonatige Korridorsanierung umfasst rund 80 Kilometer Gleise, knapp 100 Kilometer Oberleitung, 160 Weichen sowie zehn Brücken, die erneuert oder umfassend instand gesetzt werden. Hinzu kommen neue Überleitstellen, modernisierte Leit- und Sicherungstechnik sowie Arbeiten an 36 Bahnhöfen.
Gemeinsam mit dem Ausbau der S13 zwischen Troisdorf und Bonn-Beuel soll die Strecke für den Personen- und Güterverkehr langfristig stabiler werden. Störungen und daraus entstehende Verspätungen sollen sich nach der Sanierung verringern. Die Kosten für die Korridorsanierung der rechten Rheinstrecke belaufen sich auf rund 1,6 Milliarden Euro. (PM/Red)
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