Schlaglochpiste genannt Landesstraße: Nassauer Straße in Wissen ist ein Ärgernis
Von Klaus Köhnen
Seit Jahren warten Anwohner der Nassauer Straße (L 289) in Wissen auf eine Besserung. Bei einem Gespräch mit Bürgermeister Berno Neuhoff schilderten sie, wie gefährlich der marode Zustand des rund 600 Meter langen Abschnitts, insbesondere für Kinder, ist. Sie fordern Tempo 30 und eine sichere Querung. Eine Lösung ist weiterhin nicht in Sicht.
Wissen. Am Dienstag (27. Oktober) hatten Anwohner den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wissen, Berno Neuhoff, zu einem Gespräch eingeladen. Es ging um die Nassauer Straße, die als L 289 durch Wissen führt. Der betroffene Abschnitt im Stadtbereich reicht von der Gerichtsstraße bis zur sogenannten Verkehrspinne, dem Zusammentreffen mehrerer Straßen an der Hachenburger Straße, und ist rund 600 Meter lang. Burkhard Müller, einer der Anwohner, führte aus, die Straße sei, "soweit man sie denn noch so nennen kann", schon lange keine Straße mehr. Schlaglöcher und Risse im Asphalt sind auf den untenstehenden Bildern zu sehen. Besonders für die Kinder der nahegelegenen Franziskus-Grundschule und der benachbarten Adolph-Kolping-Kindertagesstätte sei der Weg eine große Gefahr darstelle. Man warte seit vielen Jahren auf eine Besserung, doch bislang sei keine Entscheidung in Sicht, so Müller.
LBM verweist auf fehlende Mittel
Neuhoff erläuterte den bisherigen Ablauf: Schon 2021 sei der damalige Landesverkehrsminister Volker Wissing um Abhilfe gebeten worden. Die weiteren Bemühungen, unterstützt von den örtlichen Landtagsabgeordneten und dem Landrat, seien ohne Ergebnis verpufft. Auch mehrfache Eingaben an die Landesregierung und an den Landesbetrieb Mobilität (LBM) hätten nichts bewirkt. Nach der Darstellung des Bürgermeisters räume der LBM den schlechten Zustand zwar ein, verweise jedoch stets darauf, dass die Straße nicht im Straßeninvestitionsprogramm enthalten sei. Daher stehen derzeit keine Mittel zur Verfügung. Zuletzt hat die Verwaltung den LBM am 21. Oktober angefragt; eine Antwort liege bislang nicht vor. Auch eine frühere Anfrage unserer Redaktion beim LBM hat an der Lage nichts geändert. Der Bürgermeister nannte die Straße ein großes Ärgernis.
Schulweg gleicht einem Hindernislauf
Die Anwohner stellten nicht nur den Straßenzustand infrage, sondern verwiesen auch auf erhebliche Gefahren auf dem Weg zur Franziskus-Grundschule, zur BBS-Wissen und zur Adolph-Kolping-Kindertagesstätte. Eine Überquerung der vielbefahrenen Straße gleiche einem Hindernislauf, berichteten die anwesenden Mütter. Selbst für Erwachsene sei es schwierig, da die Straße teilweise kaum einsehbar sei und die gefahrenen Geschwindigkeiten weit über dem erlaubten Maß lägen. "Wir möchten unsere Kinder zur Selbstständigkeit führen", so die Anwesenden. Trotz des relativ kurzen Schulweges sei das nicht möglich, solange es keine Möglichkeit gebe, die Straße gefahrlos zu überqueren.
Anwohner klagen über Erschütterungen durch Lkw
Ein weiteres Problem seien Schäden an den Häusern. Die Anwohner beschrieben Erschütterungen von morgens bis abends, vor allem durch schwere Lastwagen, die zu einem Baugebiet im weiteren Verlauf der Straße und wieder zurück fahren. Aus Sicht der Anwohner und der Verwaltung kann nur eine Generalsanierung Abhilfe schaffen, bei der alle Aspekte berücksichtigt werden.
Anwohner fordern Tempo 30 und Zebrastreifen
Den Betroffenen ist nach eigener Aussage bewusst, dass eine Generalsanierung ein langwieriger Prozess sein wird. Übergangsweise fordern sie zunächst Tempo 30 statt der derzeit erlaubten 50 km/h. Dessen Einhaltung müsse ebenfalls überwacht werden. Zudem verlangen sie eine sichere Querungsmöglichkeit: eine Querungshilfe und einen Zebrastreifen, besser noch eine Ampel. Der LBM müsse als Baulastträger der L 289 dafür sorgen, dass die Kinder gefahrlos zur Schule gelangen können. (kkö)
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