Straßenausbaubeiträge in Rheinland-Pfalz vor dem Aus - Unsicherheit für Kommunen wächst
Die geplante Abschaffung der Straßenausbaubeiträge sorgt in Rheinland-Pfalz für Verunsicherung. Während die schwarz-rote Landesregierung an einer schrittweisen Umsetzung arbeitet, stehen viele Fragen zur Finanzierung noch im Raum.
Mainz. Rheinland-pfälzische Kommunen haben derzeit die Möglichkeit, Anwohnerinnen und Anwohner über Straßenausbaubeiträge an den Kosten von Straßenbauprojekten zu beteiligen. Diese Beiträge sind seit Jahren umstritten und sollen nun nach Plänen der schwarz-roten Landesregierung schrittweise abgeschafft werden. Wie dies konkret umgesetzt werden soll, bleibt jedoch unklar und sorgt für Besorgnis beim Städtetag. Michael Bleidt, Geschäftsführender Direktor des Städtetages, äußert gegenüber der Deutschen Presse-Agentur Bedenken, dass viele Gemeinden zunächst abwarten könnten, was die Situation weiter verkompliziert.
Städtetag fordert rasche Klarheit
"Dringend notwendige Investitionen treffen auf Stadträte, die sich verständlicherweise mit Ausbaubeschlüssen schwertun, solange unklar ist, wer künftig die Kosten trägt", erklärt Bleidt. Er fordert schnelle Klarheit, um zusätzliche Belastungen für kommunale Haushalte zu vermeiden. Seit Anfang 2024 sind einmalige Beitragsforderungen nicht mehr möglich, doch auch die wiederkehrenden Beiträge stoßen weiterhin auf Kritik.
Verbände sehen Abwartehaltung bei Kommunen
Im Koalitionsvertrag von CDU und SPD steht lediglich: "Zur Entlastung der Bürgerinnen und Bürger werden wir die Straßenausbaubeiträge schrittweise abschaffen." Die genaue Umsetzung bleibt vage. Lisa Diener vom Städtetag sieht durch diese Unklarheiten eine erhebliche Unsicherheit für Kommunen, die Projekte erschwert. Regierungssprecherin Nina Weise betont die Notwendigkeit verlässlicher Grundlagen und Planungssicherheit.
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Finanzielle Herausforderungen
Moritz Petry vom Gemeinde- und Städtebund warnt davor, dass die Abschaffung der Beiträge nicht dazu führen darf, dass Kommunen das Geld für Straßensanierungen fehlt. Auch die Stadt Koblenz fordert eine vollständige Kompensation der Einnahmeverluste und ausreichend lange Übergangsfristen. Die benötigten Summen für eine landesweite Gegenfinanzierung sind unklar, wobei unterschiedliche Beträge kursieren.
Abschaffung der Beiträge meint nicht Abschaffung der Kosten
Petry beobachtet, dass viele Kommunen aufgrund des öffentlichen Drucks geplante Maßnahmen aufschieben. Der Eindruck, dass künftig keine Zahlungen mehr nötig sind, sei bei einigen Bürgern entstanden. Dennoch müsse der Straßenausbau weiterhin finanziert werden, ob durch Landesmittel, höhere Steuern oder Einsparungen an anderer Stelle. (dpa/bearbeitet durch Red)
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