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Pressemitteilung vom 05.11.2026    

Junge Geflüchtete bringen ihre Lebensgeschichten auf Altenkirchens Bühne

Mit persönlichen Erfahrungen von Flucht und Neuanfang haben junge Geflüchtete ein Theaterstück entwickelt. "Zwischen zwei Welten" feierte in der ausverkauften Stadthalle Altenkirchen Premiere. Die Aufführung zeigte nicht nur Schwierigkeiten, sondern auch Mut und Zusammenhalt.

(Foto: Salossi/Ralf Seelbach / Bunte Bohnen Media Team)

Altenkirchen. Rund dreihundert Zuschauerinnen und Zuschauer haben in der Stadthalle die Premiere des Theaterstücks "Zwischen zwei Welten" erlebt. Unter der Leitung von Regisseur Ossama Al Shoora hatten junge Geflüchtete über Monate hinweg ihre persönlichen Erfahrungen für die Bühne erarbeitet.

Ausgangspunkt waren Fragen nach dem Verlassen der Heimat und dem Neubeginn in einem fremden Land. Die Teilnehmenden beschäftigten sich damit, eine neue Sprache zu lernen und ihren Platz zu finden, während Erinnerungen, Sehnsucht und Unsicherheit ihren Alltag begleiten. Ihre individuellen Antworten darauf setzten sie gemeinsam in Szenen um.

Ermöglicht wurde das Projekt durch die finanzielle Unterstützung der EU-Förderinitiative LEADER und weiterer Förderer aus der Region. Die Organisation übernahmen Stephanie Neuhaus, Integrationsbeauftragte der "Aktion Neue Nachbarn" beim Caritasverband Rhein-Sieg, und Eileen Räder vom Jugendmigrationsdienst der Diakonie Altenkirchen.

Persönliche Erlebnisse prägen die Szenen
Al Shoora betonte, das Stück behandle nicht ausschließlich Flucht, Verlust und Schwierigkeiten. Ebenso erzähle es von Mut, Freundschaft und Zusammenhalt sowie von der Fähigkeit, nach Rückschlägen wieder aufzustehen und weiterzugehen.

Während der gemeinsamen Arbeit mussten allerdings nach und nach mehrere Laienspieler die Theatergruppe verlassen. Zuletzt schied einer der besonders engagierten Teilnehmer wegen seiner drohenden Abschiebung aus. Neuhaus erklärte, solche Erlebnisse hätten deutlich gemacht, wie unsicher die Lebenssituation einiger junger Menschen sei und wie schnell ihre Zukunftspläne ins Wanken geraten könnten.

Auch die dargestellten Szenen hätten sie immer wieder besonders berührt. Sie habe gewusst, dass diese auf tatsächlichen Erfahrungen beruhten und den Alltag der Spielenden widerspiegelten.



So zeigte die Aufführung das bange, monatelange Warten auf einen Behördentermin. Eine weitere Szene machte die Ratlosigkeit sichtbar, die entsteht, wenn zunächst ein Formular ausgefüllt werden muss, um weitere Formulare beantragen zu können. Auch das Gefühl, kein Gehör zu finden, wurde dargestellt: Die Menschen im Umfeld sprechen eine andere Sprache und sind mit ihren eigenen Angelegenheiten beschäftigt.

Auch die Situation der Behörden wird gezeigt
Die Inszenierung beschränkte sich nicht auf die Perspektive der Geflüchteten, sondern bezog auch die deutsche Sichtweise ein. Neuhaus erläuterte, das Stück zeige ebenso die begrenzten Handlungsmöglichkeiten der Beschäftigten in den Behörden.

Gesetze, bürokratische Vorgaben und eine hohe Arbeitsbelastung führten häufig dazu, dass Mitarbeitende auf den Ämtern nicht frei entscheiden könnten. Dadurch mache die Aufführung die Vielschichtigkeit des Themas deutlich.

Viele Beteiligte ermöglichen die Premiere
Zum Gelingen des als berührend beschriebenen Theaterabends vor ausverkauftem Haus trugen zahlreiche Unterstützende bei. Dazu gehörte Ralf Seelbach, Ansprechpartner für die LEADER-Region Westerwald-Sieg. Auch die Familie des Regisseurs half mit und kümmerte sich um Bühnenbild, Maske und Verpflegung.

Neuhaus richtete ihren Dank besonders an die jugendlichen Darstellenden. Es erfordere großen Mut, vor einem Publikum aufzutreten, persönliche Erlebnisse offenzulegen und die eigene Geschichte zu erzählen. Für die Beteiligten komme hinzu, dass sie dies in einer Sprache täten, die nicht ihre Muttersprache sei.

Weitere finanzielle Unterstützung erhielt das Projekt von der Westerwald Bank eG Volks- und Raiffeisenbank, dem Beirat für Migration und Integration des Landkreises Altenkirchen, der Sparkasse Westerwald-Sieg und der Avalon Care GmbH. (PM/bearbeitet durch Red)


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