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Nachricht vom 15.03.2017    

Die steigende Zahl der Wohnungseinbrüche waren ein Thema

Die Mitgliederversammlung vom Verein "Haus & Grund" für den Kreis Altenkirchen und Westerwaldkreis stand unter dem Thema: "Das sichere Haus". Laut Statistiken geschieht alle drei Minuten ein Einbruch. Dazu gab es ein ausführliches Fachreferat für die Mitglieder. Der Vorstand des Vereins wurde im Amt bestätigt.

Der wiedergewählte Vereinschef Rechtsanwalt Michael Schneider vom Haus- und Grundeigentümerverein (Bildmitte) mit seinem Vorstandsteam bei der diesjährigen Mitgliederversammlung in der Stadthalle Betzdorf. Foto: Verein

Betzdorf/Kreisgebiet. „Bei uns ist sowieso nichts zu holen“, „Bei uns wird schon nicht eingebrochen oder „Was soll’s - ich bin ja versichert“ – diese Meinungen werden oft geäußert, wenn wieder einmal ein Einbruch in den Medien gemeldet wird.

Kriminalhauptkommissar Josef Rüth vom Polizeipräsidium Koblenz widerlegte diese Thesen bei der gut besuchten Mitgliederversammlung des Haus- und Grundeigentümervereins im Kreis Altenkirchen und Westerwaldkreis in der Betzdorfer Stadthalle.

Referent Rüth zeigte anschaulich Methoden und Einstiegswege der Einbrecher auf. Schwerpunkt der Einbrüche stellen Einfamilienhäuser dar. Während hier 65 Prozent aller Einbrüche stattfinden, werden lediglich 35 Prozent der Taten in Gewerbebetrieben oder Mehrfamilienhäusern verübt. Bei dreiviertel aller Fälle stehen Schmuck und Bargeld auf der Liste der Diebe. Lediglich 25 Prozent des Diebesgutes betrifft größere Wertgegenstände wie Fernseher oder Computer. In jüngster Zeit stehen teure Haushaltsgegenstände auf der Wunschliste der Diebe: eine Küchenmaschine/Thermomix ist auch bei Einbrechern stark gefragt.

Fensterflügel und Türen die Schwachstellen des Hauses dar. In 85 Prozent aller Einbrüche werden diese aufgehebelt. In neun Prozent aller Fälle kommen Einbrecher sogar durch die Haustüre: die schwach gesicherte Eingangstüre wird einfach aufgehebelt. Über Kellertüre oder Lichtschacht verschaffen sich Einbrecher in rund sechs Prozent der Fälle einen Zugang.

Wie schnell ein Einbruch bei Standardfenstern und Türen von statten geht, konnte mit Filmbeiträgen dargestellt werden: zehn bis zwanzig Sekunden genügen den Einbrechern, um mit einem Schraubendreher relativ lautlos ein Fenster zu öffnen. Die Lösung: Einbruchhemmende Fenster mit abschließbaren Griffen und Durchwurf hemmender Verglasung. Für Nachrüstungen kommen Panzerquerriegel bei Türen in Betracht. Bei Fenstern wird in mehr als dreiviertel aller Fälle der Fensterflügel aufgehebelt. Nur in sieben Prozent wird das Glas eingeschlagen, um in das Haus zu gelangen.

"Die Täter wollen ihre DNA-Spuren nicht hinterlassen und vermeiden tunlichst diese Einstiegsart", so der Polizist. "Gekippte Fenster sollten bei Abwesenheit immer vermieden werden", meinte Rüth. Besonders in der dunklen Jahreszeit haben Einbrecher oft leichtes Spiel. Schon von außen ist abends erkennbar: Die Bewohner sind außer Haus. Schnell sind dann Einbrecher im Gebäude, hinterlassen oft Chaos und ratlose oder verängstigte Besitzer. "Täuschen Sie Anwesenheit vor – durch Licht, lautes Radio oder einen TV-Simulator oder Bewegung der Rollläden. Das können Sie mit Zeitschaltuhren programmieren oder durch wachsame Nachbarn erledigen lassen", führte Rüth aus.




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Vereinschef Michael Schneider freute sich über das hervorragende Referat und über die ausführliche Diskussionsrunde. "Uns zeigt dies, wie aktuell das Thema für Haus- und Grundeigentümer ist", sagte der Vereinschef.

Vorsitzender Rechtsanwalt Michael Schneider (Betzdorf) und der 2. Vorsitzende Andre Stumpf (Wissen) wurden ebenso wie die Beiratsmitglieder Alexander Ermert (Betzdorf) und Erika Nickel (Wissen) einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Zu Kassenprüfern wählte die Versammlung Wilma Höfer (Kirchen) und Karin Otterbach (Niederfischbach). Kassierer Hans-Peter Halft (Alsdorf) legte die Finanzen des Vereins dar.

Geschäftsführer Wolfgang Märker (Daaden) berichtete anschließend, dass dem Verein 956 Personen und damit 17 Mitglieder mehr als vor einem Jahr angehören. Die Beratungen der Mitglieder erfolgten zweimal pro Monat in der Betzdorfer Stadthalle. Schwerpunkt waren Fragen zu Nebenkosten aber auch zur Miethöhe.

Der Verein appelliert vor der Unterzeichnung eines Mietvertrages immer eine Bonitätsprüfung der Mietbewerber durch den Landesverband in Mainz zu nutzen. Rechtsanwalt Michael Schneider stellte in seinem Bericht fest, dass die Talsohle für Vermieter aktuell durchschritten sei. Die Nachfrage nach Wohnimmobilien steige auch im Kreis Altenkirchen wieder an.
Nähere Info zum Verein: www.hausundgrund-ak-ww.de und unter Telefon: 02743-4982


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