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Wirtschaft | - keine Angabe -


Nachricht vom 13.03.2019 - 11:00 Uhr    

Steuererklärung im Jahr 2019: Erstmals erst Ende Juli fällig

In einigen Bundesländern gab es schon im vergangenen Jahr den 31. Juli als Stichtag für die Steuererklärung, zumindest dann, wenn sie digital eingereicht wurde. In diesem Jahr wird dieses Datum jedoch deutschlandweit als neuer Stichtag eingeführt. Für Bürger in Altenkirchen bedeutet das freilich mehr Zeit, die häufig lästige Angelegenheit zu erledigen. Doch mit der längeren Frist kommen auch neue Verpflichtungen. Viele Finanzämter, beispielsweise das in Altenkirchen, nehmen die Steuererklärung ausschließlich noch in digitaler Form an. Und wer dies nicht oder verspätet macht, erhält nun automatisch Zuschläge. Dieser Artikel erklärt, was beachtet werden sollte und was sich geändert hat.

Die Steuererklärung wird künftig zwei Monate später fällig - doch was ist dabei zu beachten? Foto und Quelle: @ Bru-nO (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Was hat sich bezüglicher der Abgabefrist geändert?

Bislang war es immer so, dass zwar die offizielle Abgabefrist galt, doch ob es Säumniszuschläge oder Gebühren gab, hing immer von dem jeweiligen Finanzamt ab. Meist erhielten Bürger noch eine inoffizielle Verlängerung bis Juli, dann kam ein Erinnerungsschreiben und wenn auf dieses nicht innerhalb der in ihm angegebenen Frist reagiert wurde, kamen Strafzuschläge. Dieses Prinzip gilt nun nicht mehr:

- Zuschläge – sie belaufen sich ab diesem Jahr auf mindestens 25 Euro je Monat, in dem die Erklärung nicht einging. Wer also erst im September eine Steuererklärung abgibt, zahlt nun schon 50 Euro mehr. Verlängerung – wer einen Steuerberater nutzt, der kann diesen mit der Fristverlängerung beauftragen. Allerdings gilt auch hier, dass spätestens 14 Monate nach dem Ende des Jahres, für das die Steuererklärung gemacht wird, die Abgabefrist endet. Dies ist eigentlich der 28. Februar 2020, da dieser Tag aber auf das Wochenende fällt, gilt der 2. März als letzter Stichtag.

- Ohne Steuerberater – hier gibt es in diesem Jahr wohl noch einen gewissen Spielraum für die Einreichung der Steuererklärung. Doch auch dieser endet im Februar. Und: Auf diesen Spielraum sollte sich nicht verlassen werden.

- Welche Erklärungen – der neue Stichtag gilt für die Einkommenssteuererklärung, sofern ein Bürger zu ihr verpflichtet ist. Zugleich gilt er für die EUR bei Selbstständigen und für die Jahresumsatzsteuererklärung.

Wichtig ist zu wissen, dass die Steuererklärung nun auf dem elektronischen Wege erfolgen muss. Wer dies bislang nie gemacht hat, der sollte sich jetzt schon um die notwendigen Punkte kümmern:

- Portalanmeldung – auch mit einem Steuerprogramm ist eine Anmeldung im Elster-Portal sinnvoll. Im Zuge der Anmeldung wird nämlich nicht nur der Zugang hergestellt, auch die Zertifikatsdatei wird erteilt.

- Zertifikat – dieses gibt es in der Regel als Datei, es sind aber auch Sticks möglich. Die Zertifikatsdatei gilt als elektronische Unterschrift. Nur mit ihr kann das Elster-Portal genutzt werden. Auch über ein Steuerprogramm wird diese Datei benötigt, um eine gültige Erklärung einzureichen.

Wer die Steuererklärung nicht elektronisch erledigen möchte, der hat nur unter ganz besonderen Umständen einen Freifahrtschein. Für alle anderen gilt, dass eine nicht elektronisch eingereichte Erklärung als nicht eingereicht gilt.

Was sollte bei der Steuererklärung beachtet werden?

Selbst für diejenigen, die Geld zurückerhalten, ist die Steuererklärung oft lästig. Dank der Umstellung auf die elektronische Erklärung ist jedoch wenigstens der Anlagenwulst geringer geworden, da Belege nur auf Nachfrage eingereicht werden müssen. Trotzdem stellt sich oft die Frage, was eigentlich abgesetzt werden kann und was nicht:

1. Bestattungskosten

Viele Menschen fragen sich, ob sie Kosten für Beerdigungen absetzen können. Dies ist jedoch nur unter besonderen Umständen möglich, beispielsweise, wenn eine verpflichtende Übernahme der Kosten besteht, obwohl der Steuerzahler keinen Kontakt mit der Person hatte. Auch in Fällen, wenn die Bestattungskosten den Nachlass bei Weitem übersteigen, ist ein Sonderabzug möglich.

2. Gewinne

Das Spielen in Online-Casinos ist mittlerweile sehr beliebt und es gibt zahlreiche Anbieter, die auch in Deutschland verfügbar sind. Aber auch das typische Lottospiel ist sehr beliebt. Aber was geschieht eigentlich mit den Gewinnen? Müssen sie versteuert werden? Nein. Geldgewinne aus Glücksspielen so wie aus Online Casinos Deutschland sind nicht steuerpflichtig. Die Ausnahme besteht, wenn eine sehr hohe Summe gewonnen wird und dieses Geld noch im Folgejahr Auswirkungen hat. Die Zinsen, die auf den Gewinn berechnet werden, sind nämlich steuerpflichtig.

Achtung: Nicht alle Glücksspiele sind von der Steuerbefreiung betroffen. Bei Rentenlotterien oder Glücksspielen, in denen der Betrag wahlweise komplett oder aber für mehrere Jahre monatlich ausgezahlt werden kann, gibt es einen Unterschied. Sobald das Geld monatlich ausgezahlt wird, gilt dieses als Einkommen und ist versteuerbar.

3. Home-Office

Immer mehr Arbeitnehmer nutzten die Chance, von zu Hause zu arbeiten. Nutzen sie als Arbeitsplatz nun ein Arbeitszimmer, kann auch dieses unter gewissen Umständen abgesetzt werden. Allerdings muss der Raum überwiegend der Arbeit dienen und darf nicht allzu privat und persönlich wirken.

4. Sonderausgaben

Es gibt verschiedene Sonderausgaben, die jeder absetzen kann. Hierzu zählen beispielsweise Beiträge für die private Rentenvorsorge. Wer Unterhalt an den Ex-Partner zahlt, kann auch diese Kosten als Sonderausgabe geltend machen. Pflegekosten - dies gilt nur für die eigenen Eltern. Doch ist ein Elternteil im Pflegeheim und die Kostenübernahme durch Versicherungen und Rente reicht nicht aus, sodass die Angehörigen die Differenz ausgleichen müssen, können diese diese Gelder als außergewöhnliche Belastung geltend machen.

5. Handwerker/haushaltsnahe Dienstleistungen

Wird die Wohnung von einem Handwerker renoviert, sind 20 Prozent des Stundenlohns absetzbar. Dasselbe gilt für Reinigungskräfte, Babysitter oder beauftragte Gärtner.

In den meisten Steuerprogrammen oder im Elster-Portal gibt es zu jedem Punkt in der Steuererklärung ausführliche Erklärungen, die auch noch die Absetzbarkeit aufgreifen. Bei komplizierteren Fällen bietet es sich jedoch an, einen Steuerberater zu nutzen. Übrigens: Die Kosten für Steuerprogramme und Steuerberater sind im Folgejahr ebenfalls absetzbar.

Fazit – mehr Zeit, aber feste Regeln

Es ist schon, dass der Stichtag nun um zwei Monate nach hinten gerutscht ist, doch bedeutet das gleichzeitig, dass Steuerpflichtige weniger Spielraum haben. Ein wenig problematisch könnte die Regelung zu betrachten sein, dass nur noch digitale Steuererklärungen eingereicht werden können. Gerade ältere Personen, beispielsweise steuerpflichtige Rentner, könnten hier Probleme haben. Für alle anderen ist die elektronische Abgabe jedoch eine tatsächliche Erleichterung. Wird das Steuerprofil einmal erstellt, so kann es Jahr für Jahr übernommen werden, wodurch die Erledigung der Erklärung wesentlich einfacher und angenehmer wird.

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