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Nachricht vom 07.05.2019    

Biomanipulation in der Nister - Nasen sorgen für sauberen Fluss

Erfolgreiche Projektdemonstration an der Abtei Marienstatt am 6. Mai. Julia Klöckner: Gelder zur Weiterführung sollen fließen! Auch kritische Stimmen werden laut. „Biomanipulation als effektives Verfahren zur Wiederherstellung der Habitatfunktion des hyporheischen Intretitials“,so der Wortlaut des Modell- und Demonstrationsprojektes, das unter anderem von der ARGE-Nister e. V. und der Universität Koblenz-Landau die vergangen drei Jahre ins Leben gerufen und durchgeführt wurde. Treibende Kraft des Vereines ist hier Manfred Fetthauer.

Dies sind die Nasen. Fotos: Claudia Heinrich-Börder

Streithausen. Klingt für den Normalbürger etwas kompliziert, ist aber generell recht leicht zu verstehen: Großfische, hier die „Nasen“ werden zurück in die Nister integriert, nachdem ihr ursprünglich großer Bestand von 33.000 Vertretern auf einen Bruchteil zusammenschrumpfte. In ihrer Rolle des großen Kreislaufes sorgen sie durch Fraß an den seltenen Flussperlmuscheln für eine niedrige Algenbelastung, die aufgrund Umweltproblematik aber auch landwirtschaftlichen Einflüssen den Sauerstoffgehalt des Fließgewässers extrem und bedrohlich gesenkt haben. Was das für den Lebensraum Fluss und die Auswirkungen auf uns Menschen bedeutet, mag sich jeder selbst ausmalen. Zudem verbreiten forellenähnliche Fische die Eier der Muscheln – der ewige Kreislauf.

So lud die ARGE Nister an diesem kühlen Maimorgen Julia Klöckner, Dr. Peter Enders und Ralf Seekatz ein, gemeinsam die Nasen zu Wasser zu lassen und sich die Projektergebnisse anzuschauen. Über eine Weiterführung des Projekts und die Notwendigkeit der damit verbundenen Gelder wurde klar gesprochen, die Bundesagrarministerin sicherte die Bereitstellung derer zu: „Das Projekt zeigt klaren Erfolg, da wäre es unsinnig, es in diesem Stadium zu beenden!“ Weiter wurde vor Ort festgestellt, dass die Kosten in diesem Fall wesentlich geringer seien, als weitere Kläranlagen zu bauen. Die Weiterführung des Projektes soll zum 1. Juni beginnen.

Im Anschluss an den praktischen Teil des Morgens gab es Gelegenheit zum Austausch in der warmen Stube. Prof. Dr. Wehner, stellvertretender Leiter der Universität Koblenz-Landau begrüßte die beiwohnenden Gäste, unter anderem den Vertreter des Bauernverbandes. Manfred Fetthauer, der sein Herzblut dem Engagement rund um den Erhalt und Renaturierung der Nister widmet, berichtet über die Arbeit und die Veränderungen in und an dem regionalen Fluss.




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Harte Fakten zum Beweis des Erfolgs lieferte PD Dr. Carola Winkelmann, Projektleiterin der Universität Koblenz-Landau in der anschließenden Podiumsdiskussion. Wissenschaftliche Werte sagen mehr als Mutmaßungen und so ließ sich neben dem Verlauf auch klar der Erfolg für mehr Sauberkeit und damit die verbundene Artenvielfalt darstellen. Allerdings kam auch ins Gespräch, dass auf Dauer ein Umdenken in der Landwirtschaft stattfinden müsse, denn die Ableitungen und Zuläufe von Gülle und Düngemitteln belasten unsere Gewässer aufs Äußerste und fördern das Algenwachstum sowie das Fischsterben; gefährliche Einflüsse in die lebenserhaltenden Kreisläufe von Mutter Natur.

Alles in allem hat das Modell- und Demonstrationsprojekt Vorbildfunktion und spielt damit eine tragende Rolle, notwendige Veränderungen praxisnah zu zeigen. Artenvielfalt und bedrohliches Artensterben sind derzeit in aller Munde. Hier ist Umdenken unausweichlich und Kompromisse zugunsten „so hat man es immer gemacht“ sind einfach nicht mehr tragbar. Eine - gerechtfertigte - Forderung an die Politik ist dabei, die notwendigen Mittel zu stellen, damit der Fokus auf eine umweltfreundliche Wirtschaft und eine Agrarförderung im Sinne der Erhaltung gelenkt werden kann. Ebenso ist jeder Konsument angehalten, sich zu fragen: was kann ich dazu beitragen? Claudia Heinrich-Börder


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