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Wirtschaft | - keine Angabe -


Nachricht vom 11.09.2019    

Haushaltskasse: Die Finanzen im Griff

Deutschland gilt gemeinhin als Land der Sparer. Studien zeigen jedoch: Bei einer großen Anzahl der Bevölkerung gehören finanzielle Engpässe zum Alltag. Grund ist häufig ein Missmanagement der privaten Finanzen. Mit einigen leichten Kniffen im täglichen Leben lässt sich das schnell beheben.

Ein Haushaltsbuch zu führen ist zeitaufwändig, aber effektiv. Foto und Quelle: StockSnap | pixabay.com

Gehalt in Deutschland
Grundlage für die eigenen Finanzen sind das Einkommen und die festen Ausgaben für Miete oder Immobilienkredit und die weiteren Lebenshaltungskosten. Beim Gehalt zeigen Daten einer Studie des sozio-ökomischen Panels, kurz SOEP, dass ein Alleinstehender in Deutschland mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 3.300 Euro bereits zum einkommensstarken Teil der Bevölkerung gehört. Ein kinderloses Paar gehört ab einem Einkommen von 5.000 Euro zu dem einkommensstärksten Zehntel in Deutschland. Das durchschnittliche Bruttogehalt aller Arbeitnehmer liegt in Deutschland bei 2.860 Euro. Davon müssen Arbeitnehmer noch Steuern und Sozialabgaben leisten. Die Höhe der privaten Konsumausgaben liegt hingegen bei im Durchschnitt 2.517 Euro im Monat und umfasst sowohl die Miete als auch die weiteren Lebenshaltungskosten.

Überschuldung aufhalten
Diese Zahlen zeigen bereits das Problem: Die Ausgaben für den Konsum übersteigen bei vielen Menschen das eigentliche Einkommen. Viele Menschen nutzen deshalb den sogenannten Dispo ihres Kontos und rutschen somit immer tiefer in den roten Bereich ihrer Finanzen. Denn die hohen Zinsen des Dispositionskredits fressen jeden Monat mehr Geld, während das monatliche Einkommen gewöhnlich gleichbleibt. Wer kurzfristig eine Lösung sucht, sollte dringend umschulden. Schnell und unkompliziert lässt sich ein Überziehungskredit online finden. Dieser günstigere Kredit ist der erste Schritt raus aus der Dispo-Falle. Und in dieser befinden sich in Deutschland offensichtlich viele Menschen. Jeder zehnte volljährige Deutsche kann seine Rechnungen nicht pünktlich bezahlen, wie Daten von statista zeigen. Maßnahmen wie einen bestehenden Kredit aufzustocken, schaffen stets nur eine kurzfristige Entlastung. Ziel muss es sein, die Konsumausgaben dauerhaft zu senken. Dafür sind finanzielle Allgemeinbildung und eine Übersicht über die eigenen Ausgaben entscheidend.

Ausgaben aufschreiben
Tatsächlich kommt dabei das gute alte Haushaltsbuch zum Vorschein. Dabei muss es sich tatsächlich nicht um ein reelles Heft handeln. Eine Excel-Tabelle ist ebenso sinnvoll. Entscheidend ist lediglich, dass wirklich jede Ausgabe des Alltags eingetragen wird. Die großen und meist beständigen Posten sind:

• Miete oder Immobilienkredit
• Strom
• Wasser
• Heizung
• Müllabfuhr
• Weitere Nebenkosten, wie Grundsteuer, Hausreinigung, Gartendienst, Schneedienst im Winter

Bei den Anbietern von Strom, Gas und Wasser lohnt sich ein Vergleich und möglicherweise ein Wechsel. Auch Veränderungen in der Nutzung können sich kostensenkend auswirken. Geräte im Stand-By-Modus schlucken in vielen Haushalten unnötig viel Energie. Ein cleveres System aus Heizen und Lüften kann die Heizkosten senken. Auch das bewusste An- und Abstellen von Wasser spart an Ausgaben.

Konsumverhalten beobachten
Diese Kosten bilden in den meisten Haushalten den größten Teil der Ausgaben. Der Teufel steckt dennoch bekanntlich im Detail, also in kleineren Kostenpunkten. Überprüft werden sollten unbedingt:

• Kosten für Lebensmittel
• Kosten für Vereine
• Kosten für Abonnements
• Kosten für weitere Mitgliedschaften
• Ausgaben für Freizeit, beispielsweise Kinobesuche oder ähnliches
• Kosten für Medien
• Kosten für Versicherungen
• Ausgaben für Kleidung, Schuhe und Pflegeprodukte

An diesen Stellen gilt es, bei einem dauerhaften finanziellen Problem rigoros Posten zu streichen. Wer nicht aktiv in einem Verein ist oder einmal die Woche ins Fitnessstudio zum Cross Fit geht, kündigt diese Mitgliedschaften. Wer eine Zeitschrift oder Zeitung nicht wirklich von vorne bis hinten liest, kündigt das Abonnement. Die Einsparungen mögen auf den ersten Blick gering wirken, aber auf die Dauer machen sie sich bemerkbar.

Einkauf planen
Bei den Kosten für Lebensmittel sagen die meisten Verbraucher zunächst, dass sich hier kaum etwas sparen ließe. Allerdings stimmt das nicht ganz. Auch beim Lebensmitteleinkauf schlägt die Macht der Gewohnheit bei den Konsumenten zu. Wer hingegen einmal die Woche einen Essensplan macht und nur die benötigten Lebensmittel geplant einkauft, spart spürbar beim Einkauf. Keine Spontankäufe oder auch planlosen Besuche im Supermarkt lassen die Kosten für die Lebensmittel deutlich sinken. Wer zudem noch Angebote in seiner Planung nutzt, spart zusätzlich.

Verträge überprüfen
Bei den Kosten für die Versicherungen lohnt sich häufig ein kurzer Check: Welche Versicherungen sind tatsächlich auf dem neuesten Stand und wie ist das Preis-Leistungsverhältnis im Vergleich zu anderen Anbietern? Ähnlich ist es bei Verträgen für ein Smartphone oder einen anderen Telefon- und Netzanschluss. Was wird von den Möglichkeiten wirklich genutzt im Alltag und was ist im Grunde überflüssig? Das gilt ebenso für Abonnements für Anbieter wie Sky, Netflix und weitere Mediendienste: Was ist wirklich nötig und wo können die hundert oder mehr Euro im Jahr gespart werden? Hier gilt, ähnlich wie bei Mitgliedschaften: Was nicht regelmäßig genutzt wird, muss schnellstmöglich gekündigt werden.


Freizeitcheck: Genuss oder Gewohnheit?
Das Gefühl von Lebensqualität hat viel mit Genuss und Freizeit zu tun. Doch hierbei gilt es in finanziell engen Phasen sehr genau zu schauen: Ist der fünfte Coffee to go in der Woche tatsächlich ein Genuss oder nur eine Gewohnheit? Reicht nicht ein externes Essen in der Mittagspause pro Woche? Viel Geld wird im Alltag für Gewohnheiten und deutlich weniger für Genuss ausgegeben. Wer sich beispielsweise daheim einen Salat vorbereitet und diesen in der Mittagspause in der Sonne isst, gewinnt in der Pause Zeit und spart Geld. Für die Freizeit sollte an den richtigen Stellen Geld ausgegeben und damit Lebensqualität gewonnen werden. Blinder Konsum in der Freizeit führt jedoch bei vielen Haushalten zu finanziellen Engpässen. Wer seine Ausgaben in diesem Bereich über mehrere Monate schriftlich festhält, wird das merken.

Ausgaben optimieren
Wer einige Monate ein Haushaltsbuch führt, hat am Ende einen guten Überblick über die unterschiedlichen Posten und ihren Anteil an den Ausgaben. Mit diesen Erkenntnissen lassen sich die Ausgaben optimieren und an den passenden Stellen kann sinnvoll gespart werden. Es gibt viele Kniffe, im Alltag Geld zu sparen. Ob es der Kauf von Möbeln oder Spielzeug über Kleinanzeigen oder Flohmärkte ist oder die Second-Hand-Boutique für Kleidung – Qualität bleibt beständig.

Vorsorgen treffen
Wer die eigenen Ausgaben im Monat wieder im Griff hat, sollte das Thema Vorsorge ebenso beherzt angehen. Denn für den Kreis Altenkirchen gibt es alarmierende Zahlen hinsichtlich der Rente: 36 Prozent der Beschäftigten droht eine sehr kleine Rente. Wer das eingesparte Geld clever anlegt, sorgt auf diese Weise vor.



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