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Wirtschaft | - keine Angabe -


Nachricht vom 10.11.2019    

Kann industrielle Revolution Rezession in Deutschland verhindern?

Das abnehmende Wirtschaftswachstum ist momentan ein viel diskutiertes Thema unter Experten in Deutschland. Wirtschaftsexperten, wie der Sachverständigenrat der Bundesregierung (die Wirtschaftsweisen), Thomas Mayer (Chefökonom bei der Deutschen Bank) und Sascha Lobo (Der Debatten-Podcast) diskutieren, ob oder wie weit Deutschland sich in einer Rezession befindet. Dabei drängt sich auch die Frage auf, warum es so weit gekommen ist. Technologischer Fortschritt prägt das Wirtschaftsumfeld immer stärker. Dies bedeutet jedoch oft hohe Investitionen, vor allem für Unternehmen in der deutschen Industrie. Haben deutsche Unternehmer verpasst, sich auf die Digitalisierung vorzubereiten? Und können Investitionen in moderne Technologien helfen, um national und international wettbewerbsfähig zu bleiben?

(Foto: blickpixel|pixabay.com)

Indikatoren einer Rezession und Ausblick für Deutschland

Es gibt eine Vielzahl von Konjunkturindikatoren, die darauf hinweisen, dass Deutschland sich auf dem Weg in eine Rezession befinden könnte. Auf dem Konjunkturmonitor des Statistischen Bundesamts kann man sich den Einfluss der verschiedenen Indikatoren ansehen. Er zeigt die Konjunktur von 1991 bis zum aktuellen Jahr. Einflussfaktoren wie Produktionszahlen, Auftragseingänge oder Bruttoninlandsprodukt werden aufgeführt. Zudem werden von Wirtschaftsexperten auch Brexit und andere Faktoren des nationalen und internationalen politischen Umfelds genannt. Aber auch die Digitalisierung sollte, als moderner Einflussfaktor der Konjunktur, nicht außer Acht gelassen werden.

Das Wachstum der deutschen Wirtschaft liegt momentan bei 0,5 Prozent. Der Sachverständigenrat sieht das unkritisch und prognostiziert ein Wachstum von 0,9 im nächsten Jahr. Gleichzeitig empfiehlt er Investitionen in Forschung, Innovation, digitale Infrastruktur und Start-ups, um einer Rezession in der Zukunft entgegenzuwirken. Thomas Mayer hingegen argumentiert, dass der Wendepunkt der Konjunktur Anfang 2019 erreicht wurde. Laut Mayer fehlt nur noch ein weiteres Quartal mit sinkenden Zahlen, bevor Deutschland sich offiziell in einer Rezession befindet. Der Journalist Sascha Lobo redet in einer Kolumne für den Spiegel sogar von einer bereits bestehenden digitalen Rezession. Er prognostiziert, dass diese sich in naher Zukunft sogar noch weiter zuspitzt. Um Defizite in der Digitalisierung aufzuholen, müssen deutsche Unternehmen beträchtliche Summen in neue Technologien investieren.

Vom Abschwung betroffene Bereiche

Die aktuellen Wachstumszahlen deuten auf eine stagnierte Wirtschaft in Deutschland hin. Die Industrie weist jedoch schon seit eineinhalb Jahren einen Abschwung auf. Unternehmen in der chemisch-pharmazeutischen Industrie beispielsweise zeigten in der ersten Hälfte von 2019 einen Umsatzrückgang von 4 %. Ein weiterer Abschwung ist zu erwarten. Was können diese Unternehmen jedoch ändern, um die deutsche Wirtschaft nicht weiter in die Rezession zu treiben?

Industrie 4.0 als Antreiber der Konjunktur

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, sind Investitionen in neue Technologien unvermeidbar. Deutsche Unternehmen verlassen sich häufig auf Ihre bestehenden Innovationen, die über Jahrzehnte erfolgreich waren. Dabei vergessen sie zukunftsweisend zu denken. Alte Innovationen, wie zum Beispiel Dieselmotoren werden verbessert und ausgebaut, anstatt zu erkennen, dass die Zukunft momentan in elektrischen Motoren liegt.

Die Industrie 4.0, oder die vierte industrielle Revolution, ist in aller Munde. In dieser werden Menschen und Maschinen mit dem Internet der Dinge verbunden und ergänzen sich nahtlos. Die Bundesregierung unterstützt die Industrie bei der Umsetzung. Zudem erwartet sie von Unternehmen, sich an die neuen Herausforderungen anzupassen. Daten zu erheben, um Prozesse einfacher zu gestalten, spielt hierbei eine große Rolle. Daten sind die Grundlage für automatisierte Prozesse oder Teilprozesse. Die Gestaltung von gefährlichen oder unangenehmen Aufgaben wird dadurch einfacher und risikofreier für Menschen. Sensoren helfen der Industrie hierbei, um wichtige Daten zu erheben. Mithilfe von gespeicherten Sensordaten werden digitale Modelle entwickelt und Prozesse optimiert. Beispielsweise können Sensoren, die den Druck von Gasen und Flüssigkeiten messen, der chemisch-pharmazeutischen Industrie helfen. Die erhobenen Daten erlauben ein risikofreies Arbeitsumfeld für Laboratorien oder Krankenhäuser. Entscheidungen können fundiert, schneller und mit weniger Fehlerpotential getroffen werden. Investitionen wie diese erlauben Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil zu erhalten oder auszubauen.

Die Mehrheit der Wirtschaftsexperten in Deutschland sieht eine Rezession aufkommen und Investitionen in neue Technologien sind unvermeidbar. Es bleibt abzuwarten, was die nächsten Schritte der Bundesregierung sind und ob und wie schnell deutsche Unternehmen es schaffen, sich dem internationalen Standard der Industrie 4.0 anzupassen. (PRM)



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