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Nachricht vom 27.11.2019    

Brandschutz in Schulen und öffentlichen Gebäuden wird ausgebaut

Um ein Feuer präventiv zu verhindern, gehört der Brandschutz mittlerweile untrennbar zu jedem Gebäude. Das gilt sowohl für Neubauten als auch für Bestands- und Altbauten. Welche Maßnahmen obligatorisch sind, ist in zahlreichen Gesetzen geregelt. Besonders streng sind diese bei Schulen oder öffentlichen Gebäuden. In vielen deutschen Regionen wird daher derzeit der Brandschutz in solchen Gebäuden ausgebaut. Zudem müssen die Richtlinien bei sämtlichen Sanierungs-, Renovierungs- oder Modernisierungsarbeiten berücksichtigt werden – wie sie derzeit auch im Altenkirchener Schulzentrum stattfinden.

Foto und Quelle: PublicDomainPictures | pixabay.com

Lieber zu viel Brandschutz in Schulen als zu wenig

Nicht alle öffentlichen und Bildungseinrichtungen haben bereits in einen moderne(re)n Brandschutz investiert. Schließlich bedeutet das hohe Kosten und das Geld ist vielerorts ohnehin knapp. Dennoch darf nicht an der falschen Stelle gespart werden. Denn beim Brandschutz geht es um die Sicherheit der Personen in den Gebäuden. In Schulen handelt es sich dabei hauptsächlich um Kinder und deren Gesundheit darf keinesfalls gefährdet werden. Zudem wissen diese oft noch nicht, wie sie im Brandfall richtig reagieren müssen, sodass beispielsweise die Kennzeichnung von Fluchtwegen noch wichtiger ist als in vielen anderen Gebäuden. Das macht deutlich, dass einerseits die Brandschutzerziehung der Kinder und Jugendlichen keinesfalls vernachlässigt werden darf. Dazu gehören beispielsweise:

• regelmäßige Übungen,
• ein Besuch bei der Feuerwehr,
• theoretischer Unterricht über das richtige Verhalten in Notfällen oder
• das Lehren von Präventionsmaßnahmen.

Diese sind nur einige Beispiele von vielen. Es gibt also viele Möglichkeiten, den Brandschutz für Schüler interessant und praxisorientiert zu gestalten. Ausreichend ist die Brandschutzerziehung dennoch nicht. Stattdessen müssen in Schulen die Mindestanforderungen, welche sich aus den Gesetzen zum Brandschutz ergeben, in jedem Fall eingehalten werden. Empfehlenswert sind zudem zusätzliche Maßnahmen wie moderne Gebäudekonzepte. Einige Großstädte haben solche bereits getestet und Berlin hat als erstes Bundesland nun bereits ein solches neues Gebäudekonzept für Schulen eingeführt. Der Brandschutz steht dabei im Vordergrund, ist aber nicht der einzige Vorteil.

Das Motto lautet also: Zu viel Brandschutz gibt es in Schulen nicht, denn Sicherheit sollte hier stets an erster Stelle stehen. Allerdings erfordert dessen Umsetzung kleinere oder größere Investitionen. Wo es an entsprechenden finanziellen Mitteln fehlt, kann unter Umständen durch einen Kredit nachgeholfen werden. Allerdings sollte diese Entscheidung gut durchdacht sein. Alternativ verhandeln viele Schulen mit den Trägern, beispielsweise dem Land, um eine entsprechende Förderung zu erhalten.

Gesetze, Richtlinien und Normen zum Brandschutz

Obwohl klar geregelt ist, wie der Brandschutz in Schulen sowie öffentlichen Gebäuden aussehen muss, werden diese Richtlinien bislang nicht überall eingehalten, wie eine Untersuchung der Stadt Wiesbaden im Jahr 2009 aufgezeigt hat. Damals wiesen 65 von 85 Schulen erhebliche Defizite im Brandschutz auf. In diesem Zuge wurde auf den großen Investitionsbedarf hingewiesen – auch in Rheinland-Pfalz. Daraufhin wurden in vielen Städten Maßnahmen in Angriff genommen, um den Brandschutz beispielsweise in Schulen zu verbessern. Das Bewusstsein, wie wichtig die Thematik ist, ist seither stetig gewachsen. Dementsprechend wurde auch der Ausbau des Brandschutzes in Schulen sowie öffentlichen Gebäuden vorangetrieben. Laut Gesetz müssen dabei sowohl in Schulen als auch öffentlichen Gebäuden und weiteren Bildungseinrichtungen mindestens folgende Grundregeln umgesetzt werden:

1. Baulicher Brandschutz
Der bauliche Brandschutz muss direkt beim Bau oder Umbau eines Gebäudes berücksichtigt werden. Hierbei geht es vor allem um Themen wie Baustoffe, sprich es ist klar geregelt, welche Baustoffe wo verwendet werden dürfen – oder nicht. Ziel ist, die Entstehung sowie Ausbreitung von Bränden möglichst schon durch die richtigen Materialien zu verhindern. Zudem müssen Löschanlagen in der Gebäudeplanung berücksichtigt werden und es gilt, verschiedene sogenannte Brandabschnitte zu installieren. Diese sind also beispielsweise durch spezielle Brandschutztüren oder Brandwände voneinander getrennt, sodass ein eventuelles Feuer in seiner Ausbreitung gehindert wird. Essentiell ist außerdem die Fluchtwegplanung, sprich in jedem Gebäude müssen mindestens zwei verschiedene Fluchtwege zur Verfügung stehen – und zwar von allen Räumen aus.

Sollte es also zu einem Brand kommen, sodass einer der beiden Fluchtwege unpassierbar wird, müssen Schüler, Lehrer & Co noch eine Ausweichmöglichkeiten haben. Flucht- und Rettungspläne informieren über diese Wege und müssen daher ausgehängt werden. Was die Türen sowie Fluchtwege angeht, gelten für Schulen also strenge Sonderbestimmungen. Weiterhin wird eine aktive Brandvermeidung durch die Sauerstoffreduktion sowie reaktive Brandbekämpfung mit Hilfe von Gaslösch- oder Sprinkleranlagen gefordert.

2. Anlagentechnischer Brandschutz
Der zweite Grundpfeiler umfasst den Einsatz technischer Anlagen, um die Prävention sowie Bekämpfung von Bränden zu verbessern. Dafür gibt es heutzutage zahlreiche technologische Möglichkeiten. Bemängelt wird in diesem Zuge immer wieder, dass Rauchwarnmelder zwar für Wohngebäude mittlerweile obligatorisch sind, nicht aber für Schulen. Für sie gilt lediglich, dass eine Alarmierungseinrichtung installiert sein muss. Wie diese aussieht, ist dabei dem Einzelfall überlassen. Neben dem Rauchwarnmelder können im Bereich des anlagentechnischen Brandschutzes auch Brandmeldeanlagen, Fehlerstromschutzschalter, Rauchabzugsanlagen, Überdrucklüftungsanlagen oder Löschanlagen zum Einsatz kommen.

Diese sind alleine oder in verschiedenen Kombinationen möglich. Zu den technischen Anlagen werden außerdem die bereits erwähnten Brandschutztüren gezählt, welche mit einer Feststelleanlage ausgestattet werden können, sowie die Beleuchtung von Fluchtwegen. Die Schulen genießen also einen großen Spielraum, wenn es um den Einsatz moderner Technik für einen noch besseren Brandschutz geht. Nur das Minimum der in den Brandschutzvorschriften geforderten Maßnahmen umzusetzen, ist in keinem Fall empfehlenswert, da diese gemeinhin als unzureichend gelten – zumindest zum jetzigen Stand.

3. Organisatorischer Brandschutz
Zuletzt muss auch der organisatorische Brandschutz umgesetzt werden. Das bedeutet, dass mindestens ein Brandschutzbeauftragter ernannt werden muss. Je größer das Gebäude ist und je mehr Personen dort arbeiten beziehungsweise sich aufhalten, desto mehr dieser Brandschutzbeauftragten sind vorgeschrieben. Ihre Aufgabe ist es, ein Konzept für den Brandschutz zu erstellen, die Einhaltung dieser Brandschutzmaßnahmen zu überprüfen und deren Umsetzung einzufordern. Sie sind also auch optimale Ansprechpartner für Schulungen, Theorieunterricht zum Thema Brandschutz, Übungen oder ähnliche Aufgaben.

Brandschutzprüfungen durch die Bauaufsichtsbehörde

Um sicherzustellen, dass alle gültigen Gesetze und Richtlinien zufriedenstellend umgesetzt wurden, führt die Bauaufsichtsbehörde regelmäßige Prüfungen des Brandschutzes durch. Diese finden meist im Rahmen der sogenannten Gefahrenverhütungsschauen der Brandschutzdienststellen statt und sind obligatorisch. Werden dabei Mängel festgestellt, müssen diese innerhalb der gesetzten Frist beseitigt werden. Immer mehr Schulen sowie öffentliche Einrichtungen entscheiden sich im Rahmen ihrer Umgestaltung zum barrierefreien Gebäude zudem für eine Zertifizierung gemäß nach DIN 18040-1 für den barrierefreien Brandschutz.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass der Brandschutz in Schulen sowie öffentlichen Gebäuden in Rheinland-Pfalz sowie ganz Deutschland derzeit ausgebaut wird. Das liegt einerseits am steigenden Bewusstsein, wie wichtig das Thema ist. Andererseits spielt auch der technologische Fortschritt eine Rolle, denn mittlerweile stehen viel mehr Möglichkeiten für den anlagentechnischen Brandschutz zur Verfügung als noch vor wenigen Jahren. Zudem nimmt der Brandschutz ganz neue Formen an und wird in immer mehr Städten mittlerweile in Form von innovativen Gebäudekonzepten umgesetzt – welche neben dem verbesserten Brandschutz noch weitere Vorteile mitbringen. Das Altenkirchener Schulzentrum wird zwar erst einmal in seiner gewohnten Form stehen bleiben, doch im Rahmen der aktuellen Sanierung spielt das Thema Brandschutz ebenfalls eine wichtige Rolle.

Wichtig ist auch, dass die Schüler nicht aus der Verantwortung genommen werden. Schon früh müssen sie durch eine altersgerechte Brandschutzerziehung also verschiedene Kompetenzen erlernen. Dazu gehören Fachkompetenzen wie die Brandverhütung, die wichtigsten Brandschutzmaßnahmen oder die Handhabung eines Feuerlöschers. Sie sollten also wissen, weshalb sie Brände verhindern müssen, wie das gelingen kann und wie sie im Brandfall richtig reagieren. Aber auch die Vermittlung von Sozialkompetenzen sollte dabei im Vordergrund stehen, damit die Schülerinnen und Schüler Verantwortung für sich selbst sowie ihre Mitschüler übernehmen. Zudem sollten die Schulen, ebenso wie öffentliche Gebäude, einen barrierefreien Brandschutz gewährleisten und Brandschutzbeauftragte ernennen. Diese sind also die Anforderungen, welche jetzt sowie in Zukunft an den Brandschutz in Schulen, weiteren Bildungseinrichtungen sowie öffentlichen Gebäuden gestellt werden. (PRM)



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